Von: APA/Reuters/AFP
Trotz einer vereinbarten Waffenruhe berichten libanesische Medien über zahlreiche israelische Luftangriffe mit vielen Toten. Der libanesische Zivilschutz teilte mit, dass allein in der Stadt Nabatieh 16 Leichen geborgen worden seien. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur NNA wurden bei Angriffen von Kampfflugzeugen auf die Stadt Arabsalim im Raum Nabatieh drei Menschen getötet. Eine weitere Frau sei im Gebiet Tyros bei einem Angriff ums Leben gekommen.
Nach Angaben der libanesischen Armee starb ein Militärangehöriger bei einem Luftangriff auf der Straße zwischen Kfar Remaneh und Nabatieh. Die Armee warf Israel vor, mit ihren Angriffen jede Lösung zu verhindern, die eine Wiederherstellung von Stabilität im Libanon ermöglichen würde.
Das israelische Militär hält unterdessen nach eigener Darstellung an der Waffenruhe mit der Hisbollah-Miliz im Libanon fest. Man werde aber auch künftig gegen jede Bedrohung Israels und seiner Streitkräfte vorgehen, teilte das Militär am Samstag mit. Die Hisbollah habe in der Nacht mehr als 50 Geschoße auf israelische Truppen im Südlibanon abgefeuert.
Die Hisbollah bestätigte Angriffe auf israelische Truppen im Süden des Libanon. Diese seien in der Nacht in Richtung eines Gebietes nahe der Stadt Nabatieh vorgerückt, erklärte die mit dem Iran verbündete Miliz. Sie werde sich zwar an die geltende Waffenruhe halten. Sie werde aber nicht zögern, jeden Versuch Israels, Territorium im Libanon zu erobern, zu bekämpfen. Nabatieh gilt als Hochburg der Hisbollah.
Waffenruhe hält nicht
Nach Angaben eines US-Regierungsmitarbeiters gilt eigentlich seit Freitag 16.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr/MESZ) eine Waffenruhe. Diese wurde bereits wenige Minuten nach Inkrafttreten mehrfach gebrochen.
Israels Armeesprecher Effie Defrin sagte laut der Tageszeitung “The Times of Israel”, die Truppen hätten trotz der Waffenruhe mit der Hisbollah “volle Handlungsfreiheit”, um in jedem Gebiet gegen jede Bedrohung vorzugehen. Es gebe keine Einschränkungen. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte zuvor erklärt, Israel werde keine Angriffe auf seine Soldaten oder sein Territorium dulden.
Die militärische Auseinandersetzung zwischen Israel und der Hisbollah belastet die Verhandlungen zwischen der US-Regierung und dem Iran. Ein bilaterales Rahmenabkommen sieht eigentlich eine Waffenruhe an allen Fronten vor – also auch im Libanon vor.
Atom-Diplomatie USA-Iran geht weiter
Die Schweiz bemüht sich unterdessen weiter um einen Dialog zwischen den USA und dem Iran. Das Land biete auf dem Bürgenstock weiterhin einen diskreten und verlässlichen Rahmen für die Umsetzung einer Absichtserklärung beider Staaten, teilte das Schweizer Außenministerium (EDA) am Samstag mit. Anwesende Vertreter aus verschiedenen Ländern setzen ihre Bemühungen demnach fort. Zu den Teilnehmern oder den genauen Inhalten machte das Ministerium aus Gründen der Vertraulichkeit keine Angaben.
Ursprünglich waren Verhandlungen zwischen Vertretern der USA und des Irans für Freitag geplant gewesen, sie fanden jedoch nicht statt. Medienberichten zufolge sind nun der US-Unterhändler Steve Witkoff und der iranische Außenminister Abbas Araqchi auf dem Weg zu Verhandlungen in der Schweiz. Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, sei bereits vor Ort.
Pakistan setzt Vermittlungsbemühungen fort
Der pakistanische Innenminister Mohsin Naqvi war zuvor in den Iran gereits, um mit der dortigen Führung die Fortsetzung der Verhandlungen mit den USA in der Schweiz zu besprechen. Nach Angaben der regierungsnahen iranischen Nachrichtenagentur Mehr landete Naqvis Maschine zunächst in der Pilgerstadt Mashhad im Nordosten des Landes. Während seines Besuchs sollte Naqvi demnach mit den Leitern des iranischen Verhandlungsteams, Parlamentspräsident Mohammed Baqer Qalibaf und Außenminister Araqchi, zusammentreffen.




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