Zerstörte Brücke am Euphrat bei Raqqa

Waffenruhe zwischen Damaskus und Kurden verlängert

Samstag, 24. Januar 2026 | 13:31 Uhr

Von: APA/AFP

Kurz vor dem drohenden Auslaufen einer Waffenruhe zwischen der syrischen Armee und kurdischen Milizen haben beide Seiten die Vereinbarung verlängert. Die Waffenruhe zwischen Damaskus und den mehrheitlich kurdischen Demokratischen Kräften Syriens (SDF), die ursprünglich bis Samstagabend geschlossen wurde, gelte vorerst etwa einen weiteren Monat lang, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP von Quellen beider Seiten. Eine offizielle Mitteilung zu der Waffenruhe gab es zunächst nicht.

Aus Diplomatenkreisen verlautete, die Verlängerung gelte für einen Zeitraum “von bis zu einem Monat höchstens”. Von einer kurdischen Quelle hieß es, die Feuerpause sei verlängert worden, “bis eine gegenseitig akzeptable politische Lösung erzielt” sei.

Vereinbarung wird “wahrscheinlich für einen Monat verlängert”

Ein Vertreter der syrischen Regierung sagte, die Vereinbarung werde “wahrscheinlich für einen Monat verlängert”. Ein Grund sei, dass die Verlegung von inhaftierten Mitgliedern der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) von Syrien in den Irak noch Zeit in Anspruch nehme. Nachdem die SDF-Kämpfer unlängst große Gebiete an die syrische Armee verloren hatten, hatten die USA eine Verlegung von 7000 IS-Gefangenen aus Syrien in den Irak angekündigt. Am Mittwoch begann zunächst die Verlegung von 150 ranghohen IS-Vertretern, darunter auch Europäer.

Am Sonntag vergangener Woche hatten Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa – ein früherer Jihadist – und der SDF-Chef Mazloum Abdi das Waffenruheabkommen unterzeichnet. Es trat am Dienstag in Kraft und sieht vor, dass die kurdische Verwaltung in Nord- und Nordostsyrien in die syrische Zentralregierung integriert wird. Zudem soll der syrische Staat die “Verantwortung” für die IS-Gefangenen übernehmen – die bisher bei den Kurden lag.

Bei ihrer Offensive im Norden und Osten des Landes hatten syrische Regierungstruppen zuvor kurdische Kämpfer aus mehreren bisher von ihnen beherrschten Gebieten vertrieben, darunter zwei Viertel in der nordsyrischen Großstadt Aleppo. Schließlich zogen sich die SDF-Kämpfer aus den bisher von ihnen kontrollierten Gebieten im östlichen Teil von Deir Essor zurück, darunter das größte syrische Ölfeld Al-Omar und das Ölfeld Al-Tanak. Die Regierung meldete zudem die Einnahme der Stadt Tabqa in Raqqa.

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