Von: APA/AFP/dpa/Reuters
In Davos in der Schweiz beginnt am Montag die Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums. Das fünftägige Treffen unter dem Motto “A Spirit of Dialogue” (etwa: Im Geiste des Dialogs) findet angesichts der Drohungen von US-Präsident Donald Trump, die zum NATO-Verbündeten Dänemark gehörende Insel Grönland übernehmen zu wollen, in einem geopolitisch angespannten Kontext statt. Dänemark sagte allerdings kurzfristig ab. Trumps Rede am Mittwoch wird dennoch mit Spannung erwartet.
Es ist das erste Mal seit 2020, dass Trump wieder persönlich in Davos erscheint. Er hatte den Streit um Grönland am Wochenende nochmals angeheizt, indem er acht europäischen Ländern mit neuen Zöllen drohte. An dem Treffen in dem Schweizer Kurort nehmen neben hunderten Unternehmenschefs mehr als 60 Staats- und Regierungschefs teil, unter ihnen auch Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), der von Dienstag bis Donnerstag in der Schweiz sein wird. Insgesamt erwartet werden etwa 3.000 Teilnehmer.
Dänemark sagte einem Bericht der Agentur Bloomberg zufolge angesichts des Streits mit den USA um Grönland die Teilnahme am Weltwirtschaftsforum (WEF) ab. Die Nachrichtenagentur berief sich auf das WEF: “Wir können bestätigen, dass die dänische Regierung diese Woche nicht in Davos vertreten sein wird.” Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Stoere dagegen wird seinem Büro zufolge zum Weltwirtschaftsforum reisen. Neben Dänemark hat Trump neben anderen NATO-Bündnispartnerstaaten auch Norwegen mit Vorwürfen und Drohungen bedacht.
Rege Ukraine-Diplomatie am Rande
Der iranische Außenminister Abbas Araqchi wurde ausgeladen: wegen des brutalen Vorgehens gegen Demonstranten im Iran. Eigentlich sollte Araqchi am Dienstag auf dem Treffen bei einer Veranstaltung zu Wort kommen, zuletzt stand er noch als Teilnehmer im Programm. “Der iranische Außenminister wird nicht nach Davos reisen”, teilte ein WEF-Sprecher nun auf Anfrage mit. “Obwohl er im vergangenen Herbst eingeladen worden war, ist es angesichts der tragischen Verluste an Menschenleben in Iran in den letzten Wochen nicht angebracht, dass die iranische Regierung dieses Jahr in Davos vertreten ist.” Bei Protesten gegen die autoritäre iranische Führung waren Tausende Menschen getötet worden. Daraufhin gab es Kritik an Araqchis Teilnahme.
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez sagte indes wegen des schweren Zugunglücks in seiner Heimat mit mindestens 39 Toten seine Teilnahme am WEF ab. Das teilte sein Büro am Montag mit. Der Sondergesandte des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Kirill Dmitrijew, wiederum soll dem Vernehmen nach nach Davos kommen, um die dort anwesende US-Delegation zu treffen. Zugleich will der Chefunterhändler des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Rustem Umjerow, seine Gespräche mit vermittelnden US-Vetretern zur Beendigung des russischen Angriffskriegs auf sein Land in Davos fortsetzen.




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