Eurac Research stellt Beispiele aus dem ganzen Alpenraum vor

Wie können junge Menschen an politischen Entscheidungen beteiligt werden?

Dienstag, 27. Juni 2017 | 11:00 Uhr

Bozen – Auf der Suche nach persönlicher und beruflicher Weiterentwicklung verlassen viele junge Menschen ihren Heimatort und kehren nicht mehr zurück. Eine Möglichkeit dieser Abwanderung entgegenzuwirken ist, Jugendliche mehr an politischen Entscheidungen zu beteiligen, so dass sie die Zukunft ihrer Gemeinde aktiv mitgestalten. Häufig fehlen innovative Ideen und Modelle, wie Politiker Jugendliche mit ins Boot holen können. Im Rahmen eines alpenweiten Projekts haben die Föderalismusforscher von Eurac Research gute Beispiele für neue partizipative Modelle zusammengetragen. Sie diskutieren diese auf einer Tagung am 29. Juni mit den Projektpartnern aus Politik und Verwaltung.

Alle 48 Alpenregionen sowie die zwei Alpenstaaten Slowenien und Liechtenstein standen im Blickfeld der Forscher. Sie wählten 30 Gemeinden aus, die mit innovativen partizipativen Modellen aufwarten konnten. Darunter fällt beispielsweise auch die Südtiroler Gemeinde Mals mit ihrem 2016 eingeführten Bürgerhaushalt: Jeder Malser Bürger hat demnach die Möglichkeit, beim Haushaltsvoranschlag der Gemeinde mitzureden, eigene Ideen einzubringen und über die Vorschläge der Mitbürger mit abzustimmen. In Vorarlberg hingegen ist das Instrument der Bürgerräte gesetzlich verankert. Nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Bürger entwickeln Verbesserungs- und Lösungsvorschläge zu bestimmten Themen wie Verkehr, Infrastrukturprojekten, Asyl- und Flüchtlingsfragen. Die Ergebnisse werden festgehalten und öffentlich diskutiert, der jeweilige Bürgerrat wird im Anschluss wieder aufgelöst. „Mit solchen Instrumenten, die alle Bürger und auch die Jugendlichen miteinbeziehen, gelingt es gerade bei heiklen kontroversen Themen, nachhaltige und konsensorientierte Lösungen zu finden“, erklärt Greta Klotz von Eurac Research. Im Bozner Forschungszentrum diskutieren die Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse am 29. Juni mit politischen und administrativen Vertretern von alpinen Regionen und Gemeinden, Vertretern von Jugendorganisationen und anderen alpenweit tätigen Organisationen. Ihr Ziel ist es, sich über erfolgreiche Praktiken und Erfahrungen mit Jugendbeteiligung auszutauschen.

Der nächste Schritt im Rahmen des zweijährigen Projekts GaYA (Governance and Youth in the Alps) ist, in ausgewählten Pilotgemeinden neue partizipative Demokratiemodelle gemeinsam mit Jugendlichen umzusetzen.

Die Tagung am 29. Juni im Forschungszentrum Eurac Research ist den Projektpartnern und bereits angemeldeten Teilnehmern vorbehalten.

Von: pf

Bezirk: Bozen

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