Austausch mit der Landtagsfraktion der Grünen

Wieso wohnen Südtiroler im Ausland?

Mittwoch, 28. Januar 2026 | 12:40 Uhr

Von: mk

Bozen/Wien – Vorstandsmitglieder der Außenstelle Wien der Südtiroler HochschülerInnenschaft (sh.asus) haben sich am 26. Jänner 2026 mit den Vertretern der Landtagsfraktion der Grünen, Madeleine Rohrer, Zeno Oberkofler und Brigitte Foppa, zu einem Gespräch getroffen. Es handelte sich dabei um den zweiten Termin der laufenden Gesprächsreihe zwischen der sh.asus Außenstelle Wien und den im Südtiroler Landtag vertretenen Fraktionen.

Im Zentrum des Austauschs stand erneut das Stimmungsbild der Südtiroler Studierenden und jungen Arbeitenden in Wien, das durch eine laufende Umfrage erhoben wird, sowie die daraus abgeleiteten thematischen Cluster: Vermögensungleichheit und Lebenshaltungskosten, Lohnsituation, Gesellschaftliche Offenheit und Kampf gegen Diskriminierungen, politische Veränderung und Demokratisierung, Kampf gegen Rechtsextremismus, kulturelles Angebot für junge Erwachsene.

Die von in Wien lebenden jungen Südtirolerinnen und Südtiroler, mehrheitlich Studierende, vorgebrachten Problemlagen waren den Abgeordneten der Grünen sichtbar präsent. Im Gespräch wurde deutlich, dass die Themen innerhalb der Fraktion bekannt sind und durch konkrete politische Ansätze sowie Beispiele aus der eigenen parlamentarischen Arbeit untermauert werden konnten.

Von der SH Wien positiv gesehen wurde dabei, dass soziale Gerechtigkeit nicht nur aus der Perspektive der Mittelschicht gedacht wird, sondern auch untere Einkommensgruppen und sogenannten „working poor“ explizit mitgedacht werden. Dieses Verständnis wird von der sh.asus Wien als wichtiger Ansatz gewertet, der weiter ausgebaut werden sollte. Es wurde auf Fragen der SH Wien mit fundierten Argumenten geantwortet; dies vermittelte den Eindruck, dass zentrale soziale, wirtschaftliche und gesellschaftliche Fragen bereits Teil ihrer laufenden politischen Arbeit sind.

Kritisch angemerkt wurde seitens der sh.asus Wien, dass Politik aus ihrer Sicht nicht ausschließlich im Landtag stattfindet und dass auch wenn die Grünen dort derzeit eine zentrale Rolle im Entgegentreten diskriminierender Aussagen einnehmen, ein stärker von unten ausgehender politischer Diskurs notwendig ist. Aus Sicht der sh.asus Wien gilt: Je mehr Menschen aktiv in politische Debatten einbezogen werden, desto organischer, tragfähiger und konstruktiver werden diese. Mehr Partizipation stärkt das kollektive, vielfältige Zusammenleben und ermöglicht es, gesellschaftliche Aushandlungsprozesse von unten mitzugestalten und mitzuverantworten. Die sh.asus Wien begrüßt in diesem Zusammenhang die Initiative der Grünen rund um das Landesgesetz vom 3. Dezember 2018, Nr. 22, für Direkte Demokratie, Partizipation und politische Bildung und fordert dies Konzepte weiter auszubauen insbesondere der Bereich der politischen Erwachsenen- und Jugendbildung.

Die Außenstelle Wien bedankt sich bei der Landtagsfraktion der Grünen für den offenen und sachlichen Austausch. Die Gespräche mit weiteren Fraktionen werden fortgesetzt. Die sh.asus Wien versteht sich dabei als kritische, konstruktive und unabhängige Interessenvertretung, die politische Prozesse aufmerksam begleitet und die Perspektiven ihrer Mitglieder aktiv nach Südtirol kommuniziert.

Bezirk: Bozen

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