Angst auch in Bozen – ein Kommentar

Wodka-Redbull und Südtirol

Donnerstag, 23. Mai 2019 | 10:17 Uhr

Bozen – Nachdem ein Video, das im „Vaterland“ den vielleicht größten Politskandal der zweiten Republik verursacht und zum Sturz der türkis-blauen Regierung geführt hat, geht auch in Bozen die Angst um.

Bereits die Erfahrung der österreichischen Vergangenheit, die im Lauf der Jahrzehnte mehrmals eine Beteiligung der Rechtspopulisten von der FPÖ gesehen hat, die jedes Mal in einem Skandal oder einem tiefen Zerwürfnis geendet ist, lässt heute im Landl die Nerven spannen. Ein ähnlicher Fall wie der Sturz des ehemaligen Vizekanzlers HC Strache über ein Video – so die Befürchtung – könnte auch im Südtirol passieren und so schnell zum Ende des SVP-Lega-Experiments führen. An Leuten, die in mehr als nur in einen Fettnapf treten könnten, besteht auch bei uns kein Mangel. Wie im Fall des Kanzlers Kurz bliebe in einem solchen Fall auch bei uns ein Teil des Skandals beim moderateren Koalitionspartner – sprich SVP – hängen.

Gleich, ob in Wien oder Bozen trägt jener, der eine Koalition mit solchen Parteien eingeht, immer dieses Restrisiko mit. Derweil scheint aber in der Brennerstraße die Hoffnung vorzuherrschen, vom österreichischen Debakel verschont zu bleiben. 

APA/HANS PUNZ

Ganz anderer Art die Angst in der deutschen Opposition. Durch das Video ihres wichtigsten Ansprechpartners in der Regierung beraubt, taumeln die nach der letzten Landtagswahl arg durchgebeutelten „Heimatparteien“ der politischen Bedeutungslosigkeit entgegen. Neuwahlen hin oder her scheint heute gewiss, dass die FPÖ über Jahre hinaus keine Regierungsverantwortung im Bund mehr übernehmen wird, was bedeutet, dass ewige Steckenpferde wie der Doppelpass für lange Zeit in der Schublade verschwinden werden. Wie Stellungnahmen zeigen, tun sich deren Vertreter auch heute schwer damit, auch sich selbst gegenüber einzugestehen, wie ein selbsternannter österreichischer Patriot gegenüber der eigenen Heimat ein dermaßen abstoßendes Verhalten an den Tag legen kann.

APA/APA (Spiegel/Süddt. Zeitung)/HARALD SCHNEIDER

Der Fall von HC Strache und Türkis-Blau wirft seine Schatten bis nach Südtirol. Die SVP wird sich ihren Partner in Zukunft noch genauer ansehen und die verwaisten Patrioten haben nun endlich eine Gelegenheit, eine Heimatliebe abseits von falschen Freunden, zu denen man bis gestern gepilgert ist, zu entwickeln.

Von: ka

Bezirk: Bozen

Kommentare

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18 Kommentare auf "Wodka-Redbull und Südtirol"


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Orschgeige
Orschgeige
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Abgesehen von der Schlappe bei den Landagswahlen haben STF und Freiheitlichen jetzt auch noch die Grossösterreichische Schwesterpartei verloren. Damit ist wohl auch der Doppelpass endgültich vom Tisch!    

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 3 Tage

Nö, die STF und Freiheitlichen hatten da doch so oder so nichts zu melden. Der war schon vorher nicht mehr als ein Wahlversprechen.

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 3 Tage

@Neumi dafür Wird gesorgt.Aber Ein paar Sich nicht” fremdbestimmen”.

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 3 Tage

@Sag mal …lassen.

denkbar
denkbar
Kinig
1 Monat 2 Tage

@Sag Mal Zum totalen Schämen sind allem voran Straches Worte im Video mit denen er der Politik und damit dem österreichischen Volk immensen Schäden zufügt.

Sag mal
Sag mal
Kinig
29 Tage 20 h

@denkbar Schaden fügen Die zu Die nicht darüber sprechen sondern tun.

wellen
wellen
Superredner
1 Monat 3 Tage

Unterschied zu Ö: bisher haben sämtliche Skandale der Legavertreter nicht groß beeindruckt, Korruption der Legapolitiker, Unterstaatssekretäre, verschwundene 49 Millionen, mit Maschinengewehr posieren, die Hubschrauber zu Wahlzwecken missbrauchen…..was soll die Lega noch anstellen, dass sie Personae non gratae werden?

alla troia
alla troia
Tratscher
1 Monat 3 Tage

daß ist der Unterschied zwischen Österreich und Italien, hier zu Lande muss niemand zurück treten..

genau
genau
Universalgelehrter
29 Tage 3 h

Nja wenn die Wählerschaft kein Hirn hat…..Da jann die Lega noch so viele Dummheiten machen😄

l OneManArmy l
l OneManArmy l
Superredner
1 Monat 3 Tage

Der Doppelpass ist somit endgültig nie mehr möglich, wäre aber mit Salvini sowieso nicht vereinbar gewesen. Alles nur Marktschreier.

aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

die lega ist aich schon bewusst, dass das risiko mit ihrem partner besteht

m69
m69
Kinig
29 Tage 8 h

Aristoteles @

Der war gut!

Spitzpassauf
Spitzpassauf
Superredner
1 Monat 2 Tage

Glaubt ihr wirklich daß das nur Leute der FPÖ pasiiert?

Paul
Paul
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Skandale, Flopps, Fiascos Dessaster sein mir scbun inzwischen vewohnt
Wenns lei sell War….

IchSageWasIchDenke
IchSageWasIchDenke
Superredner
29 Tage 4 h

Es ist schon sehr sehr naiv zu glauben dass in solche hinterlistige Fallen nur solche Parteien geraten können. Jede einzelne Partei benutzt Schlupflöcher und jeder einzelne Politiker spuckt grosse Töne.
Da find ich den Rentrenskandal weitaus schlimmer, da wurde unser aller Geld verschwendet

genau
genau
Universalgelehrter
29 Tage 3 h

Ja aber den Rentenskandal habem jetzt eh alle vergessen😄

Staenkerer
28 Tage 18 h

wenn de ….ähhhh …politiker der führungspartei olle zommholtn und kratf der autonomie no glei a gsetz außergebn des sie, und lei sie, schützt, isch es hort ihnen eppas ins zuig zu flickn! insre expolitiker hobns schun verstondn de schlupflöcher zu stoppfn und de hobn ihre … ähhhh… gschäftlen legal zu mochn! do kennen politiker von olle parteien und von viele länder no lernen wie man des ungeat, und trotz auffliegn stroffrei bleib, politisch und als privatperson! sogor de in rom kennenno lernen….

Staenkerer
30 Tage 44 Min

Wodka Red Bull kling glott wie werbung …
und naaa, werds nit kemmen, de, de seit johrzehnte am meistn zu befürchtn hobn, hobn an großen teppich …!

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