Kompetenzzentrum fürs Wohnen

Wohnungsnot: Bürgermeisterin Zeller stellt Strategien vor

Mittwoch, 28. Januar 2026 | 16:51 Uhr

Von: luk

Meran – Die Meraner Stadtregierung bekräftigt ihr entschiedenes Engagement, der wachsenden Wohnungsnot in der Gemeinde entschlossen entgegenzutreten. Bürgermeisterin Katharina Zeller: “Wir verfolgen eine klare Linie: Jeder neue städtebauliche Entwicklungsschritt muss einen Mehrwert für die Allgemeinheit schaffen, mit einer eindeutigen Priorität auf leistbaren Wohnraum.“

“Wir wollen den Bau neuer Wohnungen durch die Aufwertung ehemaliger Gewerbeareale ermöglichen. Mehrere Projekte sind bereits angelaufen oder befinden sich in der vertieften Planung:

Bürgermeisterin Zeller: “Jeder Mensch soll Zugang zu würdigem, leistbarem Wohnraum haben.”Areal Ex-Gritsch: Das Verfahren ist im Gange, die Bauleitplan‑Änderung wurde bereits beschlossen und der Durchführungsplan wird derzeit geprüft. Vorgesehen sind rund 60 neue Wohnungen, als Mischung aus Genossenschaftswohnungen und preisgebunendem Wohnraum. Die Fertigstellung wird innerhalb von zwei Jahren erwartet.

Areal Ex-Edyna: Der Antrag auf Umwandlung wurde eingereicht; die Gemeinde steht in engem Austausch mit Alperia, die ihre Bereitschaft zur Abtretung des Grundstücks signalisiert hat. Hier könnten weitere rund 60 Wohnungen entstehen.

Areal Ex-Marinello, Ex-Cafa und Ex-Torggler: Diese Areale werden derzeit städtebaulich bewertet. Für das Torggler-Areal wird in Kürze ein Antrag auf Änderung erwartet. Die Verwaltung sieht es als zentrale Aufgabe, diese Flächen so zu entwickeln, dass sowohl städtebauliche Qualität als auch leistbarer Wohnraum gewährleistet werden.

“Unsere Richtung ist klar: Jede Arealentwicklung muss dem realen Wohnbedarf der Bevölkerung dienen“, betonte die Bürgermeisterin bei der heutigen Pressekonferenz der Meraner Stadtregierung.

“Eine der größten Herausforderungen betrifft die langfristige Verwaltung von preisgebundenen Wohnungen. Die derzeitigen Ressourcen der Gemeinde reichen dafür nicht aus. Deshalb prüfen wir neue Organisationsmodelle, die in anderen Städten erfolgreich umgesetzt wurden. Wir analysieren die Erfahrungen von Parma und Turin, wo Stiftungen und öffentlich‑private Träger effizient die Verwaltung, Sanierung und Vergabe von leistbarem Wohnraum organisieren“, erklärte Zeller. Zusätzlich sei die Gemeinde im Austausch mit der Stiftung Wohnen Südtirol, um mögliche Synergien zu prüfen.

Ein gesamtgesellschaftliches Problem

“Der Druck auf den Wohnungsmarkt betrifft ein breites Spektrum unserer Gesellschaft: ansässige Familien und Alleinstehende, die dem sogenannten Mittelstand angehören, Erwerbstätige mit regulären Arbeitsverträgen, die trotzdem keine Wohnung finden, sowie Personen, die dringend sozialen Wohnraum benötigen. Besonders dramatisch sind die Situationen, in denen Eltern oder Alleinerziehende mit Kindern und Jugendlichen betroffen sind – hier müssen wir rasch handeln“, hob die Bürgermeisterin hervor.

Kurzfristig untersucht die Verwaltung, ob ca. 20 leerstehenden Gemeindewohnungen, oder zumindest einige davon saniert werden können. Außerdem wird rechtlich geprüft, ob die Gemeinde die Möglichkeit hat, Wohnungen für Menschen in Not anzumieten.

Ein Kompetenzzentrum fürs Wohnen

“Wir wollen auch ein Kompetenzzentrum fürs Wohnen schaffen, welches die Bereiche Stadtplanung, Sozialwesen, Liegenschaftsverwaltung und Prävention bündelt. Der Wohnungsmarkt kann die Versorgung der Menschen nicht mehr allein gewährleisten. Die Gemeinde muss wieder eine aktive Rolle übernehmen – mit modernen Instrumenten und einer integrierten Perspektive. Unser Ziel ist klar: Jeder Mensch soll Zugang zu würdigem, leistbarem Wohnraum haben“, so Zeller.

Bezirk: Burggrafenamt

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