Kommentar

Zerbrochenes Porzellan an der „Unrechtsgrenze“

Donnerstag, 13. Juli 2017 | 10:46 Uhr

Bozen – Groß war der Aufschrei in Südtirol, als Österreich ankündigte, wegen der Flüchtlingskrise am Brenner massive Kontrollen durchzuführen und sogar mit gepanzerten Fahrzeugen aufzumarschieren. Überraschend massiv war besonders die Kritik aus Südtirol, die zu Recht von einem leicht durchschaubaren Wahlkampfmanöver sprach. Denn im Herbst sind im „Vaterland“ Wahlen, wobei der FPÖ hinterherrennend, jeder in der Flüchtlingsfrage den „härtesten Hund“ geben will.

Bestürzt mussten auch all jene, die sonst gerne den Sonntagsreden über „Unrechtsgrenze“ und „Südtirol ist Herzensangelegenheit“ anhängen, feststellen, dass der Wiener und Innsbrucker Politik im Zweifelsfall das eigene Hemd am nächsten und alle Befindlichkeiten südlich des Brenners herzlich egal sind.

APA/MARKUS WIMMER

Auch wenn die Wiener – und in deren Gefolge die Innsbrucker – Politik nach massivem Druck aus Rom und Brüssel schnell wieder zurückrudern musste, hatte sie für ihre eigenen Wähler dennoch ihre Duftmarke gesetzt. Seit letzter Woche wissen die Südtiroler, wie sie dran sind. Wissen tut man übrigens auch in der Alpenrepublik, dass eine Grenzsperre außer Applaus bei den Wählern recht wenig bringt.

Die Flüchtlingskrise ist nur an der EU-Außengrenze im Meer vor Libyen mit mehr Kontrollen der Schiffe, Kampf gegen die Schlepper und Unterstützung für die nordafrikanischen Mittelmeeranrainer sowie für die Herkunftsländer der Migranten zu lösen. Der Rest ist nur Wahlkampf auf dem Rücken der Schwächsten und viel zerbrochenes Porzellan am Brenner.

Von: ka

Bezirk: Bozen

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8 Kommentare auf "Zerbrochenes Porzellan an der „Unrechtsgrenze“"


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nixischfix
nixischfix
Grünschnabel
12 Tage 15 h

Nein, nicht erst durch die Flüchtlingskrise bzw. Neuwahlen im Herbst zeigen uns die Ösis was sie wirklich von uns denken, denen sind wir eher ein Dorn im Auge! Das Gelaber einiger Politponzen südlich und nördlich des Brenner ist reines Gesülze und ist Stoff für die die es hören wollen, sonst nix!
Die SVP verkauft diese Scheinheiligkeit immer noch recht gut und viele springen auf..

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
11 Tage 22 h

nixischfix……………….stimmt,der SVP ist nichts zu blöd,sie dreht sich wie die Fahne im Wind,erbärmliche Scheinheiligkeit!!!!

Neumi
Neumi
Superredner
11 Tage 8 h

@MickyMouse Wenn sie alles tun, was gerade beliebt ist, warum werden sie dann so oft kritisiert?

Staenkerer
10 Tage 19 h

@Neumi de SVP tuat jo nit wos verlong werd, sie verspricht jo lei in olle richtungen, wos dort grod gern gheart werd …

heinold
heinold
Grünschnabel
12 Tage 15 h

Ein Staat der den Namen Staat verdient, hat sein Staatsgebiet gegen Eindringlinge zu schützen. Wo soll er das tun wenn nicht an den Grenzen: Am Obstmarkt in Bozen oder am Stachus in München?  

Savonarola
Savonarola
Superredner
11 Tage 9 h

Dem Kommentar kann man nicht zustimmen. Wir sind nicht österreichische Staatsbürger und die unseren haben immer nur von einer unsichtbaren Grenze gepredigt. Österreich ist ein souveräner Staat,der seine Interessen wahrnimmt so wie auch Italien in den vergangenen Jahrzehnten seine Interessen auch am Brenner wahrgenommen hat. Südtirol ist nicht Italien, sondern bald Afrika. das ist die harte Wahrheit.

Neumi
Neumi
Superredner
10 Tage 18 h

Echt? Wann wurden denn die Grenzen für die Kontinente neu gezogen oder besser: Wann wird das sein und wie genau wird die italienische Landmasse nach Afrika verfrachtet? Oder werden die Grenzen für die Kontinente neu definiert? Hast du einen Link dazu?

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
10 Tage 16 h
tja, dass ein Staat sich aber an Verträge halten muss, genau wie Nationalist Savonarola, das ist dann wieder mal egal?  Aber wer ist verwundert, dass für so einen wie dich wieder mal Italien der böse Bube ist? 🙂 ich bin es nicht ….  Bitte bitte weiter so mit dieser Rethorik, immer mehr Leute in unserem schönen Land schütteln bei solchen Aussegen nur mehr den Kopf. und anstatt das zu verstehen, werden dann einfach die eigenen Landsleute angegriffen, nur weil sie ideologisch nicht “stramm” stehen.  Also wie gesagt, bitte mach du und horst und bern und alle Nationalisten hiert ruhig weiter… Weiterlesen »
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