Schwabs Team holte erstmals auf EM-Ebene einen Punkt

2:3 gegen Bulgarien – ÖVV-Frauen beenden EM sieglos

Mittwoch, 26. August 2026 | 19:09 Uhr

Von: importer

Für Österreichs Volleyball-Nationalteam der Frauen ist die EM in Tschechien sieglos zu Ende gegangen. Die Truppe von Teamchef Roland Schwab führte am Mittwoch im Exhibition Centre in Brünn gegen Bulgarien nach starkem Beginn zwar 2:0, zog am Ende aber mit 2:3 (24,15,-15,-16,-4) den Kürzeren. Dadurch beendete die ÖVV-Auswahl die Gruppe B nach fünf Niederlagen als Schlusslicht, dank der zwei gewonnenen Sätze schaffte sie mit dem ersten Punktgewinn zumindest einen Teilerfolg.

Die Österreicherinnen nahmen den Schwung vom ersten gewonnenen Satz in einer EM-Vorrunden-Gruppenphase überhaupt beim 1:3 gegen Griechenland mit. Die Schwab-Truppe lag im ersten Satz meist mit zwei, drei Punkten voran, ehe sich beim Stand von 20:22 die vermeintliche Wende zugunsten der Bulgarinnen andeutete. Die Außenseiterinnen meisterten die schwierige Phase aber mit Bravour und verwerteten ihren zweiten Satzball zum 26:24. In Satz zwei zogen Kora Schaberl und Co. schnell davon und waren ungefährdet, Satzball Nummer drei führte zum 25:15.

Risiko der Bulgarinnen wurde belohnt

Die bis dahin teils lustlos aufgetretenen Bulgarinnen nutzten die Pause, um sich auf ihre Stärken zu besinnen, gingen volles Risiko und wurden dafür belohnt. Die Österreicherinnen hingegen hatten vor allem Probleme bei der Annahme und fanden überhaupt nicht mehr ins Spiel. Die Rechnung folgte durch ein 15:25,16:25 und 4:15. “Hut ab vor der Mannschaft, wie wir gestartet sind, man sieht, wie eng es im Volleyball ist. Mit dem Gewinn des ersten Satzes ist das Momentum in unsere Richtung gegangen, den zweiten Satz haben wir aus einem Guss gespielt. Ab Satz drei hat Bulgarien beim Service alles riskiert und alles getroffen. Dann wurde es einfach ein anderes Spiel”, resümierte Schwab im ORF-Interview.

Bei seinen Spielerinnen überwog die Enttäuschung. “Wir haben gestern erstmals einen Satz gewonnen, heute den ersten EM-Punkt geholt. Das ist gut, aber die Enttäuschung ist heute viel zu groß, weil die Chance da war, dass wir das Spiel gewinnen. Es tut gerade sehr weh”, meinte Dana Schmit. In den ersten beiden Sätzen sei man erstmals in diesem Turnier in so einer dominanten Rolle gewesen. “Dass der dritte Satz dann schwierig wird, war klar. Dass wir dann aber überhaupt nicht mehr zurückkommen, ist uns zuzuschreiben. Wir haben nicht mehr daran geglaubt und sie haben ihr Spiel durchgezogen.” Und Eva Stabentheiner ergänzte: “Sie haben dann noch einmal ein Level draufgelegt.”

Schwab konnte sich über Punkt freuen

In den ersten drei Partien hatten die Österreicherinnen 0:3 gegen Serbien, Tschechien und die Ukraine verloren. “Wir sind nicht angetreten, um Europameister zu werden, auch nicht mit dem Ziel, dass wir aus der Gruppe rauswollen. Wir haben eben gesehen, wie schwierig es ist, überhaupt einen Sieg zu holen. Wir nehmen den Punkt mit, mit ein bisschen Abstand werden sich alle freuen, ich kann mich heute schon darüber freuen”, resümierte Schwab. Sein Team habe sich mit jeder Partie gesteigert und zum Abschluss eine tolle Leistung gezeigt. “Vor zwei Tagen hätten wir uns über einen Punkt gegen Bulgarien gefreut, man sieht, wie schnell die Erwartungshaltung steigt, muss es aber schon realistisch einordnen.”

Der Punkt hilft jedenfalls auch auf dem Weg zu einem Ticket für die EM 2028. Denn nur so schreibt man für die Rangliste an, am Ende des Qualifikationsweges werden elf Tickets über die kontinentale Reihung vergeben. Die andere Chance gibt es nächstes Jahr über die European League, im Streben um eines von auch heuer vier Tickets wurde man Zehnter. Österreich hatte sich für die vierte EM-Teilnahme erstmals auf sportlichem Wege qualifiziert. 1958 in der Tschechoslowakei, 1963 in Rumänien und 1971 in Italien war Rot-Weiß-Rot im Frauen-EM-Feld durch Nennung dabei gewesen, dabei gab es jeweils in Dreiergruppen keinen einzigen Satzgewinn. Der Europameister bei der laufenden EM wird am 6. September gekürt.

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