Vincent Kriechmayr im ersten Abfahrtstraining

Abfahrer erleben im ersten Training eine Stelvio wie üblich

Mittwoch, 04. Februar 2026 | 17:54 Uhr

Von: apa

Österreichs Speedfahrer sind am ersten Trainingstag für die Olympia-Abfahrt in Bormio nicht neu überrascht worden. “Es ist richtig schlagig, wie wir es wollen, gesehen hat man auch wenig – richtig Bormio-mäßig eigentlich”, sagte Daniel Hemetsberger nach der ersten Fahrt auf der Piste Stelvio, die sich nach dem Schneefall vom Dienstag noch etwas weich präsentierte. Wie gewöhnlich waren die Zeiten ohne große Aussagekraft. Schnellster war der US-Amerikaner Ryan Cochran-Siegle.

Die Topfavoriten Giovanni Franzoni (+0,16 Sek.), Marco Odermatt (+0,40), Dominik Paris (5./+0,94) und Vincent Kriechmayr (6./+1,00) zeigten bei dichter Bewölkung bereits recht ambitionierte Läufe. “Es war ein solides erstes Training. Im Mittelteil muss ich noch überzeugter fahren, aber ich bin beim ersten Mal schon schlechter runtergefahren”, sagte Kriechmayr. “Ich habe ein paar Schläge erwischt, aber das ist die Stelvio.”

Noch keine Olympia-Atmosphäre

Bormio präsentiert sich dieser Tage noch als verschlafenes Städtchen. Hier und dort waren noch letzte Aufbauarbeiten im Gange. Besonderes Olympia-Flair stellte sich vor nahezu leeren Tribünen im Training noch nicht ein. “Die Atmosphäre ist noch nicht zu 100 Prozent da, aber sie kommt, man spürt es”, meinte der am Dienstag angereiste Kriechmayr. “Es ist ein großes Privileg, die eigene Nation unter den fünf Ringen präsentieren zu dürfen. Ich werde mein Bestes geben, dass ich mich dem würdig erweise.”

Optisch schaue man jedenfalls “tadellos” aus, meinte der Oberösterreicher in Anspielung an die größtenteils in grau-schwarz gehaltene Arbeitskleidung. Erst am Ende der Gliedmaßen werden die Rennanzüge mit einem peppigen Rot auch farbig. “Ich hoffe, dass wir auch schnell sind”, sagte Kriechmayr. Hemetsberger ergänzte: “Mir taugt das Design richtig, echt geil.”

Hubschrauber für Möller

Nach einem unspektakulären Sturz von Fredrik Möller musste der Hubschrauber starten. Er renkte sich laut Angaben des norwegischen Verbandes die linke Schulter aus. Ob Olympia-Einsätze für Möller möglich sind, könne man noch nicht sagen. Eine Schrecksekunde erlebte auch Raphael Haaser (+2,38) bei einem Verschneider. Er legte es danach nicht mehr “auf der letzten Rille” an. “Ich bin dann eher mit Standgas runtergefahren und habe geschaut, dass ich sauber runterkomme.” Er fühle sich nach einem im Kitzbühel noch spürbaren Infekt nun wieder “tiptop”.

Stefan Babinsky vervollständigt das österreichische Abfahrtsquartett. “Es ist immer wieder eine Überwindung, wenn man in Bormio im Starthaus steht. Es ist doch eine der anspruchsvollsten Abfahrten, die wir im Kalender haben.” Für Babinsky war am Mittwoch kaum ein Unterschied zum sonstigen Weltcup im Dezember spürbar. “Es war heute gleich dunkel wie im Dezember.” Hemetsberger hatte das eher zweifelhafte Vergnügen, mit Nummer 1 den Testpiloten zu geben. “Man ist schon mehr angespannt als sonst. Im ersten Training schaut jeder der Nummer 1 zu, das ist auf jeder Abfahrt so”, sagte Hemetsberger. “Ich habe mir ein bisschen ‘Spazi’ gelassen, es hat ganz gut gepasst.”

Feurstein gibt den Reservemann

Lukas Feurstein warf sich als fünfter Österreicher und Reservefahrer ins Geschehen. Das Bormio-Debüt des Vorarlbergers endete mit einem Torfehler. Er versucht die Situation laut eigener Aussage bestmöglich anzunehmen, zu einem Olympiastart in Abfahrt, Super-G oder Riesentorlauf wird er nur im Verletzungsfall eines Teamkollegen kommen. “Das ist und war mir klar. Ich habe in Schladming die letzte Chance liegengelassen, um mich aufzustellen.”

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