Episches Desaster – ein Kommentar

Am Nullpunkt

Mittwoch, 15. November 2017 | 01:15 Uhr

Bozen/San Siro-Mailand – Seit dem späten Montagabend ist es traurige Gewissheit. Italien ist mit der Nichtteilnahme des vierfachen Fußballweltmeisters an der WM in Russland in das größte sportliche Desaster der letzten Jahrzehnte hineingerutscht. Nach 90 Minuten vergeblichen Anrennens an das schwedische Tor weinten die Azzurri auf dem Rasen und den Rängen bittere Tränen. Am meisten leid tat selbst seinen Gegnern Torhüter Buffon, der durch die Niederlage um seine sechste WM-Teilnahme gebracht wurde.

Aber war es wirklich eine Überraschung? Schon seit Jahren bringt der italienische Fußball kaum mehr Talente hervor und fällt eher durch Skandale, rassistische Auswüchse und Gewalt in den Fußballstadien, als durch sportliche Erfolge auf. Nach dem gefeierten WM-Titel in Berlin vor elf Jahren ruhten sich Bosse wie Fußvolk des runden Leders lieber auf den Lorbeeren aus, als – wie in Deutschland geschehen – kluge und effiziente Jugendausbildung zu betreiben und moderne Ausbildungszentren zu schaffen.

APA/APA (AFP)/MARCO BERTORELLO

Und in Südtirol? Viele Deutschlandfans freuen sich insgeheim oder ganz offen über das Ausscheiden des ewigen Rivalen und Angstgegners. Es überwiegt aber das traurige Gefühl, dass die WM um die klassischen Duelle wie Deutschland gegen Italien, Italien gegen England oder Italien gegen Spanien gebracht wurde. Abgesehen von ein paar nationalistischen Auswüchsen war der sommerliche WM- oder EM-Monat immer eine fröhliche Zeit, wo sich die Südtiroler gerne auf Plätzen zum Public Viewing trafen und gemeinsam feierten.

APA/APA (AFP)/MIGUEL MEDINA

Dieser Kick wird nächstes Jahr fehlen. Die Azzurri stehen am Nullpunkt. Werden aber die richtigen Entscheidungen getroffen, können sie in ein paar Jahren wieder ganz oben um die Titel mitspielen. Das warme Wasser muss dabei nicht neu erfunden werden. Dafür genügt ein Blick nach Norden.

Von: ka

Bezirk: Bozen

Kommentare

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7 Kommentare auf "Am Nullpunkt"


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Calimero
Calimero
Tratscher
2 Tage 17 h

Die „ Nazionale „ , ein Spiegelbild des Niedergangs Italiens.
Berlusconi, please come back, make us great again. 🇮🇹

bern
bern
Tratscher
2 Tage 13 h

@calimero
hast du mitbekommen, dass Berlusconi seinen Fussballclub an die Chinesen verkauft hat?

Calimero
Calimero
Tratscher
1 Tag 18 h

Du wirst sehen lieber @ bern 2022 wird China, dank des Wissens aus Fußballitalien den nächsten Weltmeister stellen.
Da fängt das Dilemma an……..

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
1 Tag 15 h

@Calimero – Wohl eher die Nachwehen der all zu langen Berlusconipolitik, die dem Staat vor allem moralischen Schaden zugefügt hat.

Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
2 Tage 14 h

Ich verspüre kein bisschen Mitleid, weder mit der Italienischen Mannschaft, und schon gar nicht mit den Egoistischen Buffon, der NIE daran Dachte, einen Jüngeren Platz zu machen. Sie haben es sich Regelrecht verdient, nicht bei der WM dabei zu sein. Aber auch ohne Italien werden wir eine sehr schöne WM erleben, und genießen.

Staenkerer
2 Tage 18 h

fußballer und politiker, in italien fost es gleiche:
zu viel geld,
zu viel koruption, …
de sollen beide nur mehr nach leistung bezahlt werden … nor kloppat des “eppas zu wege bringen” vieleich decht …

bern
bern
Tratscher
2 Tage 13 h

Italien sackt ab….in allen Gebieten. Wenn kein Geld mehr da ist und die Jugend ins Ausland flüchtet, wird alles auf kleinerer Flamme gekocht.
Der FS Südtirol sollte sich mal überlegen in der österreichischen Nationalliga zu spielen.

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