Die Bayern sind auch dank Kane-Doppelpack klar auf Meisterkurs

Bayern enteilt Dortmund mit 3:2-Sieg im deutschen Klassiker

Samstag, 28. Februar 2026 | 21:00 Uhr

Von: APA/dpa

Dem FC Bayern ist der 35. Meistertitel kaum noch zu nehmen. Die Münchner gewannen am Samstag mit ÖFB-Legionär Konrad Laimer den Klassiker der deutschen Fußball-Bundesliga bei Borussia Dortmund trotz eines Halbzeit-Rückstandes noch mit 3:2 (0:1) und bauten den Vorsprung auf den Verfolger zehn Runden vor Schluss auf elf Punkte aus. Torjäger Harry Kane mit einem Doppelpack (54., 70./Elfmeter) und Joshua Kimmich (87.) entschieden das hochklassige Prestigeduell nach der Pause.

Nico Schlotterbeck hatte den BVB in Führung gebracht (26.), allerdings gleich zweimal Glück, nicht vom Platz gestellt zu werden. Daniel Svensson (83.) hatte nach Flanke von ÖFB-Teamspieler Marcel Sabitzer zum zwischenzeitlichen 2:2 getroffen. Drei Tage nach dem enttäuschenden Champions-League-Aus gegen Atalanta Bergamo präsentierten sich die Dortmunder zunächst auf Augenhöhe mit den Münchnern, für den ersten Heimsieg gegen den Rekordmeister seit über sieben Jahren reichte es aber nicht.

BVB ging in Führung

Von Beginn an war Feuer im Prestigeduell, das zum 114. Mal ausgetragen wurde. Die Führung der Dortmunder fiel wie aus dem Nichts, eine Freistoßflanke von Svensson köpfelte Schlotterbeck vorbei an Jonas Urbig ins Netz. Der Torschütze hatte bei seinem vierten Saisontreffer Glück, überhaupt noch auf dem Platz zu stehen, nachdem er nach gut einer Viertelstunde Josip Stanisic schwer gefoult, aber nur die Gelbe Karte gesehen hatte.

Die Dortmunder bekamen nun etwas mehr Zugriff, es entwickelte sich bis zur Pause ein intensiver Schlagabtausch, den die Bayern-Fans weitestgehend still verfolgten. Denn vor dem Bundesliga-Gipfel hatte es eine Auseinandersetzung der Polizei mit Teilen der organisierten Fanszene des Rekordmeisters gegeben, laut Sky-Informationen hätten Gäste-Fans aus Protest und aus Solidarität entschieden, sich mit Gesängen und Anfeuerungen zurückzuhalten.

Keine zehn Minuten nach Wiederanpfiff brandete aber Jubel im Bayern-Block auf, Kane vollstreckte zum 29. Mal in dieser Saison und schoss gut eine Viertelstunde später die Gäste per Elfmeter nach Foul von Schlotterbeck gegen Stanisic in Führung. Es war der vierte Doppelpack des englischen Teamkapitäns in den jüngsten vier Ligamatches. In der Schlussphase wurde es wild. Erst traf Svensson zum Ausgleich für den BVB, dann bescherte Kimmich den Münchnern ebenfalls mit einem Volleytor den Sieg.

Siege der Abstiegskandidaten

Im Kampf um den Klassenerhalt fuhren Werder Bremen, der FC St. Pauli und Borussia Mönchengladbach volle Erfolge ein. Bremen besiegte zu Hause Schlusslicht 1. FC Heidenheim 2:0, St. Pauli gewann bei dem von Christian Ilzer trainierten Tabellendritten TSG Hoffenheim ebenso 1:0 wie Gladbach im Heimspiel gegen Union Berlin. Der ebenfalls abstiegsbedrohte FSV Mainz holte bei Bayer Leverkusen ein 1:1.

Werder mit dem Österreicher-Trio Marco Friedl, Romano Schmid und Marco Grüll feierte nach 13 sieglosen Spielen einen erlösenden Erfolg. Jovan Milosevic (57.) nach Flanke von Schmid und ein Eigentor von Hennes Behrens (90.+7) beendeten die Negativserie und bescherten Daniel Thioune in dessen viertem Spiel als Werder-Trainer den ersten Sieg. Schmid traf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nur die Stange. Bei Heidenheim ist die Lage nach dem elften Spiel ohne Sieg und bereits acht Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz immer hoffnungsloser.

St. Pauli beendete Heimserie von Hoffenheim

Ein frecher FC St. Pauli landete ausgerechnet bei der heimstarken TSG Hoffenheim einen Überraschungssieg. Dank des Treffers von Mathias Pereira Lage (45.+4) beendeten die Hamburger die Serie des Champions-League-Kandidaten von acht Erfolgen im Sinsheimer Stadion. Eine Woche nach dem 2:1 gegen Werder hielten die Hamburger danach dem Druck der Ilzer-Truppe (mit Alexander Prass ab der 62. Minute) stand. Dabei hatte der Abstiegskandidat in dieser Saison bis dato außer im Stadtderby gegen den HSV auf fremdem Platz nur zwei Punkte gesammelt.

Auch Gladbach gab im Abstiegskampf ein Lebenszeichen und beendete dank eines von Kevin Diks verwandelten Foulelfmeters in der Nachspielzeit (90.+4) die Negativserie von sieben sieglosen Spielen. Bei Union spielte Leopold Querfeld durch, Kapitän Christopher Trimmel kassierte völlig unnötig frühzeitig eine Gelbe Karte und wurde in der Pause ausgewechselt. Leverkusen sicherte sich mit einem späten Treffer von Jarell Quansah (88.) immerhin einen Punkt. Mainz, mit Stefan Posch und Phillipp Mwene, war durch Sheraldo Becker (67.) in Führung gegangen.

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