Von: APA/dpa
Der FC Bayern hat sich bei der Generalprobe für den Champions-League-Kracher bei Real Madrid mit einer spektakulären Aufholjagd Selbstvertrauen geholt. Die Münchner kamen am Samstag in der Fußball-Bundesliga beim SC Freiburg nach einem 0:2-Rückstand dank dreier später Tore noch zu einem 3:2 (0:0). Das große Österreicher-Duell – mit erstmals sechs ÖFB-Teamspielern in den Startaufstellungen – zwischen Werder Bremen und Leipzig gewann RB 2:1 (1:0).
Die Youngster Tom Bischof (81., 92.) und Lennart Karl (99.) haben dem FC Bayern (mit Konrad Laimer ab der 56. Minute) drei Tage vor dem Duell mit Real einen dramatischen Last-Minute-Sieg beschert. Johan Manzambi (46.) und Lucas Höler (71.) hatten die Freiburger um Abwehrchef Philipp Lienhart in Führung gebracht, aus dem ersten Sieg gegen die Münchner seit fast elf Jahren wurde aber nichts.
Bayern weiter neun Punkte voran
Die Bayern, die ohne ihren angeschlagenen Torjäger Harry Kane auskommen mussten, steuern in der Bundesliga weiter bei neun Punkten Vorsprung klar auf die Meisterschaft zu. Zudem stehen sie nun bei 100 Liga-Treffern und somit kurz davor, ihre eigene Bestmarke aus der Saison 1971/72 zu knacken. Torhüter Manuel Neuer parierte bei seinem Comeback zweimal stark, sah beim 0:2 aber nicht gut aus.
Der Tabellenzweite Borussia Dortmund setzte sich ebenfalls in der Nachspielzeit beim 90 Minuten dominierenden Dritten VfB Stuttgart 2:0 durch. In einem lange chancenarmen Spitzenspiel verwerteten die beiden eingewechselten Offensivspieler Karim Adeyemi (94.) und Julian Brandt (96.) die ersten richtigen Torchancen der Dortmunder, für die Marcel Sabitzer durchspielte und Carney Chukwuemeka bis zur 64. Minute im Einsatz war. Der BVB hatte sich weitestgehend auf die Defensive konzentriert, steuert aber bei nun elf Zählern Vorsprung auf Leipzig und Stuttgart auf die nächste Vizemeisterschaft zu.
Sechs Österreicher starten in Bremen
Leipzig gewann mit Christoph Baumgartner, Nicolas Seiwald und Xaver Schlager gegen Werder mit Marco Friedl, dem starken Romano Schmid und Marco Grüll – sechs Österreicher zum Anpfiff in einer deutschen Bundesligapartie gab es laut Datenanbieter Opta davor noch nie. Leipzig löste damit den punktegleichen VfB Stuttgart auf Rang drei ab. Werder, das seit 2019 gegen Leipzig sieglos ist, liegt weiter sieben Punkte vor einem Abstiegsplatz, weil auch der VfL Wolfsburg verlor.
Der VW-Werksclub lag mit Patrick Wimmer (bis 66.) bei Bayer Leverkusen 3:1 in Führung, musste sich aber mit 3:6 geschlagen geben und hat unverändert drei Punkte Rückstand auf St. Pauli, das auf dem Relegationsplatz liegt. Borussia Mönchengladbach (mit Kevin Stöger ab 63.) hat im Kampf um den Klassenerhalt mit einem 2:2 zu Hause gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten 1. FC Heidenheim (Mathias Honask bis 62.) wichtige Punkte liegengelassen.
Rückschlag für Hoffenheim
Die TSG 1899 Hoffenheim hat auf dem erhofften Weg in die Champions League den nächsten Rückschlag erlitten. Die Mannschaft von Trainer Christian Ilzer unterlag mit Alexander Prass dem FSV Mainz 05 mit 1:2. Die Rheinhessen jubelten über drei wertvolle Punkte im Abstiegskampf und das sechste ungeschlagene Spiel in Serie. Die Kraichgauer sammelten damit in den jüngsten sechs Spielen nur fünf Punkte und gewannen lediglich bei Schlusslicht Heidenheim.
An seiner alten Wirkungsstätte im Hamburger Volksparkstadion sammelte Michael Gregoritsch als Spieler des FC Augsburg neue Sympathien. Beim 1:1 entschied Schiedsrichter Deniz Aytekin kurz vor der Pause auf Foul an Gregoritsch in aussichtsreicher Position. Im TV war dann zu sehen, wie der Österreicher im Gespräch mit Aytekin deutlich machte, dass er nur ausgerutscht sei. Daraufhin nahm der Schiedsrichter die Entscheidung zurück und bedankte sich bei Gregoritsch, der von 2015 bis 2017 für den HSV gespielt hat. Gregoritsch heimste viel Lob für seine Ehrlichkeit ein. “Das war ganz großes Kino”, sagte Aytekin bei Sky. “Viele sagen, im Fußball gibt es keinen Respekt und keine Fairness und keine Menschlichkeit. Das war ein Musterbeispiel für gegenseitige Wertschätzung.”




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