So sieht ein Dakar-Sieger aus

Benavides beschert KTM nach Brabec-Drama Dakar-Gesamtsieg

Samstag, 17. Januar 2026 | 14:34 Uhr

Von: APA/Reuters

Luciano Benavides hat KTM mit dem knappsten Vorsprung der Geschichte bei der Rallye Dakar doch noch den dritten Motorrad-Gesamtsieg in den vergangenen vier Jahren beschert. Der Argentinier profitierte am Samstag auf der letzten Etappe um Yanbu in Saudi-Arabien von einem Navigationsfehler des US-Amerikaners Ricky Brabec und triumphierte mit zwei Sekunden Vorsprung auf seinen Honda-Rivalen erstmals beim Wüsten-Klassiker. Bei den Autos gewann zum sechsten Mal Nasser Al-Attiyah

Brabec machte sieben Kilometer vor Schluss den entscheidenden Fehler, kam nicht über Tagesrang zehn hinaus und verpasste seinen insgesamt dritten Gesamtsieg nach 2020 und 2024. Der 34-Jährige war mit mehr als drei Minuten Vorsprung auf Benavides in das 105 km kurze Schlussteilstück gegangen. Nach mehr als 49 gewerteten Stunden oder 8.000 Gesamtkilometern fehlten ihm am Ende zwei Sekunden. Gesamtdritter wurde mit Tosha Schareina ebenfalls ein Honda-Pilot.

“Ich kann es immer noch nicht glauben. Ich habe nie aufgehört zu träumen”, betonte Benavides. “Ich habe das für mich selbst gemacht, und es fühlt sich irreal an. Um nur zwei Sekunden zu gewinnen, ist unglaublich.” Brabec habe knapp vor dem Ziel die falsche Piste gewählt. “Ich habe einen guten Weg erwischt, die Chance gesehen und sie ergriffen”, erklärte der Premierensieger. Sein älterer Bruder Kevin Benavides hatte die Dakar 2021 und 2023 gewonnen, Luciano fuhr bei der 48. Auflage auch drei Etappenerfolge ein. Im Finale reichte dem 30-Jährigen Tagesrang zwei hinter seinem spanischen KTM-Teamkollegen Edgar Canet zum Triumph.

Die Dakar und ihre eigenen Geschichten

“Wir haben bis zum letzten Meter gekämpft und nie aufgegeben, das war der Schlüssel”, meinte KTM-Teammanager Andreas Hölzl. “Die Dakar schreibt immer ihre eigenen Geschichten, das war ein weiteres perfektes Beispiel dafür.” Er sei extrem stolz auf das gesamte Team, betonte der Oberösterreicher. Der australische Titelverteidiger Daniel Sanders brach sich als Gesamtführender auf der zehnten Etappe Mitte der Woche das Schlüsselbein, brachte das Rennen aber noch als Fünfter zu Ende.

KTM bejubelte den 21. Gesamtsieg bei der Traditionsrallye und baute seinen Status als Rekordsieger bei den Motorrädern weiter aus. Seit dem Österreicher Matthias Walkner 2018 haben vor Luciano Benavides auch der Australier Toby Price 2019, Kevin Benavides 2023 sowie Sanders 2025 für den oberösterreichischen Hersteller die Dakar gewonnen.

Al-Attiyah eine Klasse für sich

Deutlicher ging es bei den Autos zu. Der Katarer Al-Attiyah siegte erstmals in einem Dacia – 9:42 Minuten vor dem Spanier Nani Roma. Dessen Ford-Teamkollege Matthias Ekström aus Schweden wurde nach dem Tageserfolg auf der Schlussetappe Gesamtdritter. Al-Attiyah hatte die Dakar zuvor bereits 2011, 2015, 2019, 2022 und 2023 gewonnen. Mit nun sechs Gesamtsiegen hat der 55-Jährige in der ewigen Bestenliste bei den Autos nur noch Rekordsieger Stephane Peterhansel vor sich, der achtmal auf vier Rädern triumphierte – und sechsmal auf deren zwei.

Al-Attiyah war mit seinem belgischen Navigator Fabian Lurquin mit mehr als 15 Minuten Vorsprung ins Finale gegangen. Bei der Zieldurchfahrt drehte er mehrere “Donuts” in den Wüstensand. Sein Dakar-Debüt hatte Al-Attiyah bereits 2004 gegeben. Damals führte das Rennen tatsächlich noch nach Dakar. Dreimal fuhr der Routinier in Südamerika zum Gesamtsieg, nun zum dritten Mal auch in Saudi-Arabien.

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