Chancenlose Wölfe gehen gegen die Graz 99ers mit 1:5-Toren unter

Bittere Heimniederlage bei Finalpremiere in der Intercable Arena

Freitag, 17. April 2026 | 22:21 Uhr

Von: ka

Bruneck – Die Moser Medical Graz99ers bleiben in den Playoffs 2026 ungeschlagen und sind nur noch zwei Siege vom ersten Titelgewinn in der win2day ICE Hockey League entfernt. Ebenso wie das Auftaktspiel endete auch die zweite Partie am Freitag mit 5:1 zugunsten der 99ers. Dabei wurden gleich vier Treffer von Verteidigern erzielt. Zudem glänzte Torwart Nicolas Wieser mit mehreren sehenswerten Paraden. Weiter geht es in der Finalserie am Sonntag mit Spiel drei aus dem Merkur Eisstadion. Die Partie wird ab 16:15 Uhr live in ORF 1 übertragen.

Die Begegnung war von Beginn an hochintensiv, und es dauerte nur 177 Sekunden, ehe Graz durch einen Schuss von Verteidiger Kasper Kotkansalo in Führung ging. Doch anders als im ersten Finale zeigte sich Pustertal unbeeindruckt und kam im weiteren Verlauf des ersten Drittels vor 3.104 Fans in der ausverkauften Intercable Arena zu einigen Großchancen sowie insgesamt zwei Stangenschüssen. Zudem glänzte Nicolas Wieser im Tor der 99ers, der erneut den verletzten Maxime Lagacé ersetzte, mit starken Paraden. Trotz eines leichten Übergewichts für Pustertal ging es mit einer 1:0-Führung für die Gäste in die erste Drittelpause.

Im zweiten Abschnitt machte Pustertal genau dort weiter, wo sie im ersten aufgehört hatten, und erarbeitete sich bereits nach wenigen Sekunden zwei weitere Großchancen, während Grunddurchgangssieger Graz in dieser Phase hauptsächlich reagierte. In den ersten fünf Minuten des Mitteldrittels verzeichneten die Wölfe gleich zehn Torschüsse, doch Nicolas Wieser war weiterhin nicht zu überwinden. Und dann kam es, wie es im Mannschaftssport oft passiert: Wer seine Chancen nicht nutzt, wird bestraft. Daniel Glira musste in der 28. Minute wegen Hakens auf die Strafbank, und sechs Sekunden vor Ablauf der Überzahl traf Frank Hora zum 2:0 für die 99ers. Exakt vier Minuten später legte Graz nach: Direkt nach einem Bullygewinn von Michael Schiechl kam es zu einem wuchtigen Abschluss von Nick Bailen von der blauen Linie, und die Gäste lagen nach 34 Minuten komfortabel mit 3:0 in Führung. Dreizehn Sekunden vor Drittelende wurde es noch bitterer für Pustertal, als Anders Koch auf 4:0 für Graz stellte – alle vier Treffer wurden von Verteidigern erzielt. Nur kurz zuvor hatte Pustertal ein Powerplay, scheiterte aber erneut an der Stange.

Im Schlussdrittel war deutlich weniger Tempo im Spiel, und Großchancen waren Mangelware. In der 52. Minute erhöhten schließlich erneut die Gäste durch einen sehenswerten Treffer von Nick Swaney auf 5:0. Es war der einzige Treffer der Grazer an diesem Abend, der von einem Stürmer erzielt wurde. Vier Minuten vor Schluss kamen dann auch noch die Hausherren durch Adam Almquist aufs Scoreboard – Wieser blieb damit sein zweites Shutout der Saison verwehrt. Er parierte am Ende 30 von 31 Torschüssen, und die Partie endete schließlich ebenso wie Spiel eins mit 5:1 zugunsten der Steirer.

Statistisch gesehen ist Graz der Meistertitel somit kaum noch zu nehmen. In bislang neun Best-of-Seven-Finalserien ging ein Team mit 2:0 in Führung – achtmal wurde dieses anschließend auch Champion. Nur 2010 verspielte Linz eine 2:0-Serienführung und musste sich Salzburg am Ende noch mit 2:4 geschlagen geben.

HCP

Heute ist ein historischer Tag in Bruneck: Zum ersten Mal bestreitet die Kampfmannschaft des HC Falkensteiner Pustertal ein Finalspiel in der Intercable Arena. Vor einer imposanten Kulisse wollen die Wölfe gegen die Graz 99ers natürlich unbedingt den Playoff-Heimnimbus verteidigen, was gegen den Meisterschaftsfavoriten kein leichtes Unterfangen wird. HCP Coach Jason Jaspers schickt dasselbe Aufgebot wie vor zwei Tagen in Graz aufs Eis, es fehlt erneut Alan Lobis. Bei den Gästen hütet wieder die nominelle Nr. 2 Nicolas Wieser das Tor, es fehlen Kilian Zündel und Chris Collins, dafür beordert Headcoach Dan Lacroix Jakob Lippitsch und Anders Koch ins Lineup der Steirer zurück.

Die Hausherren starten stark in die Partie und „klopfen“ bereits in der 2. Minute bei einem Schuss von Purdeller an den Außenpfosten, das Tor machen jedoch kurz darauf die Grazer: nach einem verunglückten Befreiungsschlag kommt Kotkansalo mutterseelenalleine im Slot an die Scheibe und verwertet eiskalt zum 1:0 für die Gäste. Der HCP lässt sich dadurch jedoch nicht vom Gameplan abbringen und setzt den Kasten von Nicolas Wieser beinahe unter Dauerdruck. In der fünften Minute knallt ein satter Schuss von Rueschhoff ans Torgehäuse und auch im ersten Powerplay der Finalserie, welches der HCP souverän aufzieht, landet ein Schuss von Purdeller am Außenpfosten, während Ticar kurz darauf die Scheibe mit der Backhand nur knapp am Tor vorbeihebt. Auch Saracino lässt in den folgenden Minuten zwei Großchancen aus und in der 13. Minute haben die gut 3000 Schwarz-Gelben in der Arena bereits den Torschrei auf den Lippen, bei einer tollen Angriffskombination des HCP geht der Abschluss von Bardreau zwar durch die Beine von Wieser, springt jedoch vom Innenpfosten ins Feld zurück. Auch ein zweites Powerplay des HCP bringt nichts ein, weshalb das erste Drittel mit der glücklichen Gästeführung zu Ende geht.

Im zweiten Drittel geht es zunächst in derselben Tonart weiter, der HCP drückt, aber die 99ers bleiben im Konter stets gefährlich. Gleich in der Startminute beißen sich Lipon und Bowlby bei einer Doppelchance die Zähne am bärenstarken Wieser aus und auch kurz darauf ist bei einem 2 gegen 1 Gegenstoß von Purdeller und Bowlby bei Wieser Endstation. Nachdem Pasquale bei gefährlichen Kontern von Currie und Huber stark reagiert, hat Di Tomaso noch einmal den Ausgleichstreffer auf der Schaufel, scheitert aber erneut an Wieser. Der Chancenwucher des HCP rächt sich schließlich: nach einem fragwürdigen Pfiff dürfen auch die 99ers erstmals im Powerplay agieren und kurz vor Ablauf des Überzahlspiels trifft Hora mit einem perfekten Onetimer ins kurze Eck und erhöht damit entgegen dem Spielverlauf auf 2:0. Dieser Tiefschlag zeigt Wirkung, die Hausherren kommen nun aus dem Konzept und Graz schraubt das Ergebnis mit einer Direktabnahme von Bailen nach einem Bullygewinn und einem Treffer von Rückkehrer Anders Koch das Ergebnis zum viel zu hohen 0:4 nach zwei Dritteln in die Höhe.

APA/APA/ERWIN SCHERIAU/ERWIN SCHERIAU

Damit ist die Vorentscheidung in diesem Spiel gefallen, im Schlussdrittel spielen die Gäste den Vorsprung routiniert über die Zeit und Nick Swaney erhöht sogar noch auf 5:0, ehe dem HCP in der Schlussoffensive doch noch der hochverdiente Ehrentreffer gelingt: nach schönem Zuspiel von Austin Rueschhoff schiebt Adam Almquist zum 1:5 ein.

Weiter geht es bereits am Sonntag um 16.30 Uhr im Grazer „Bunker“ mit Spiel 3 der Finalserie. Vor 200 mitreisenden Schlachtenbummlern wird der HCP alles in die Waagschale werfen, um endlich den ersten Sieg in der Serie zu feiern.

win2day ICE Hockey League: Fr, 17.04.2026:

HC Falkensteiner Pustertal – Moser Medical Graz99ers 1:5 (0:1, 0:3, 1:1)

Referees: HUBER A., OFNER, Durmis, Nothegger
Stand in der best-of-7-Finalserie: 0:2
Goal HCP: Almquist A. (56.)
Goals G99: 0:1 Kotkansalo K. (3.), 0:2 Hora F. (30./PP1), 0:3 Bailen N. (34.), 0:4 Koch A. (40.), 0:5 Swaney N. (52.)

Bezirk: Pustertal

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