Von: apa
Bosnien-Herzegowina hat die Chance auf den Aufstieg bei der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada gewahrt. Stürmer-Routinier Edin Dzeko und Co. behielten am Mittwoch in Seattle gegen Katar mit 3:1 (2:1) die Oberhand und gingen mit vier Punkten als Dritter der Gruppe B durchs Ziel. Die acht Besten der zwölf Dritten schaffen den Sprung ins Sechzehntelfinale. Tore von Kerim Alajbegovic (29.), Mahmoud Abunada (34./Eigentor) und Ermin Mahmic (80.) brachten die Entscheidung.
Im Duell zweier zuletzt länger siegloser Teams hatten die Bosnier mit Sturm-Graz-Außenverteidiger Arjan Malic in den ersten 40 Minuten ein Übergewicht und klar die besseren Momente. Alajbegovic, der von Salzburg zu Bayer Leverkusen wechselt, zeigte einmal mehr seine Schussqualitäten, sein Abschluss aus rund 18 Metern landete genau im Eck. Der 18-Jährige rechtfertigte damit seine neuerliche Aufstellung in der Startelf, im 13. Länderspiel war es sein zweiter Treffer. “Ich habe nicht viel nachgedacht, der Ball ist gut gelegen, es war ein super Tor und ein guter Start für uns”, sagte Alajbegovic.
Fünf Minuten später lenkte Sultan Albrake einen Dzeko-Volley, der nicht aufs Tor gegangen wäre, in dieses ab. Gewertet wurde dieses als Eigentor von Tormann Abunada. Dzeko verpasste in seinem 150. Länderspiel bei einem Schuss an die Innenstange (38.) die endgültige Entscheidung. Wie aus dem Nichts meldete sich aber Katar vor 66.925 Fans mit einer starken Phase zurück. Nach Hereingabe von Edmilson Junior verwertete Kapitän Hassan Alhaydos (42.) aus vier Metern ohne große Mühe. Ein Doppelschlag blieb aus, da der gebürtige Portugiese Pedro Miguel nach schöner Kombination nur die Stange traf (45.+3).
“Joker” Mahmic machte alles klar
Dadurch blieb es auch nach dem Seitenwechsel spannend. Akram Afif traf auf dem Weg zum Ausgleich das Außennetz (57.). Bosnien beschränkte sich vor allem auf das Verwalten der Führung, machte spät aber doch den Sack zu. Mit Mahmic, der sich erst dieses Jahr für Bosnien und gegen Österreich entschieden hatte, machte ein “Joker” alles klar. Sein zweites WM-Tor gelang ihm aus rund elf Metern mit einem noch leicht abgefälschten Schuss. Damit durfte die von Sergej Barbarez gecoachte Auswahl im Gegensatz zum 1:1 gegen Kanada und 1:4 gegen die Schweiz jubeln, es war der erste Erfolg nach sieben sieglosen Länderspielen.
“Nach dem Stangenschuss von Dzeko sind wir ein bisschen zurückgefallen, haben dann aber mentale Stärke gezeigt und hätten auch noch höher gewinnen können. Im Endeffekt ist es super, dass wir verdient gewonnen haben”, resümierte Alajbegovic. Sein Trainer sprach von einem “perfekten Spiel”. Als Belohnung wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in der K.o.-Phase weitergehen. Für die Truppe von Trainer Julen Lopetegui, die mit einem Punkt bilanzierte, ist das Turnier hingegen zu Ende. Katar wartet seit neun Partien auf einen Erfolg, auf WM-Ebene gab es auch im sechsten Anlauf keinen Sieg. “Wir haben einige Sachen gut gemacht, sind aber nicht belohnt worden. Wir hätten uns mehr verdient”, meinte Lopetegui.




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