Lindsey Vonn kam schwer zu Sturz

Crans-Montana-Abfahrt der Frauen nach Stürzen abgebrochen

Freitag, 30. Januar 2026 | 11:53 Uhr

Von: apa

Die Weltcup-Abfahrt der alpinen Ski-Frauen von Crans-Montana ist am Freitag nach wenigen Läuferinnen abgebrochen worden. Mit Nina Ortlieb, Marte Monsen und Lindsey Vonn kamen drei der ersten sechs Fahrerinnen bei diffusen Lichtverhältnissen auf einer von Neuschnee gezeichneten Piste schwer zu Sturz. Die Norwegerin Monsen wurde mit dem Akja abtransportiert, US-Star Vonn dürfte ebenfalls eine Blessur erlitten haben. Ortlieb sagte, sie sei “mit einem blauen Auge davon gekommen”.

“Nach meinem ersten Empfinden fehlt mir nichts”, erklärte die Vorarlbergerin im ORF. Vonn stürzte an der gleichen Stelle wie Ortlieb und blieb zunächst liegen. Die US-Amerikanerin fuhr schließlich – ihr linkes Knie sichtbar testend – mit den Ski gen Tal, schien aber deutlich angeschlagen zu sein. Ihr Olympia-Traum könnte wackeln, im Zielraum schüttelte die 41-Jährige den Kopf. Nach einer Pause fuhr ein Vorläufer die Strecke bei einsetzendem Schneefall ab, danach wurde das Rennen abgebrochen.

Rennen unter keinem guten Stern

Die letzte Weltcup-Abfahrt der Frauen vor den Olympischen Winterspielen stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Ortlieb, Schnellste im einzigen Training am Mittwoch, stürzte auf der verkürzten Strecke mit Startnummer eins nach 20 Fahrsekunden in einer Rechtskurve in die Fangnetze, blieb aber augenscheinlich unverletzt. “Ich bin Gott sei Dank diesmal in einem guten Winkel ins Netz eingeschlagen. Der Airbag ist gleich aufgegangen”, berichtete die 29-Jährige. “Der Ski schaut nicht mehr gut aus, der ist kaputt. Da sieht man, was für Kräfte im Abfahrtssport auf einen zukommen”, meinte Ortlieb. “Das Wichtigste ist, dass ich gesund bin. Man kann nach so einem Sturz auch mit einem Helikopter wegfliegen.”

Dieser kam jedoch nur wenig später zum Einsatz. Monsen – als Dritte gestartet – erwischte die Zieleinfahrt nicht, fuhr durch die Torflagge und kam schwer zu Fall. Sie musste mit dem Akja und in weiterer Folge mit dem Hubschrauber abtransportiert werden. Mit Nummer sechs stürzte schließlich auch Vonn an der gleichen Stelle wie Ortlieb. “Sie wird jetzt untersucht”, erklärte Vonns Trainer Aksel Lund Svindal. “Ein bisschen Schmerzen hat sie schon im linken Fuß und linken Knie, aber ich bleibe positiv, dass es nicht mehr ist.”

Diskussion um Abbruch

Der Abbruch traf viele Läuferinnen überraschend und hatte eine Diskussion zur Folge. “Ich finde, die Sicht war ganz okay. Warum sie es jetzt abgesagt haben – mir wurde gesagt, aus Sicherheitsgründen. 100 Prozent bin ich nicht der Meinung”, erklärte Athletenvertreterin Cornelia Hütter. Der Schneefall sei nicht so das Problem, das bringe mehr Kontrast. “Wegen der Sicht wird es nicht gewesen sein, das hoffe ich zumindest. Wenn sie es abgesagt haben, hoffe ich wegen der Piste, aber das verstehe ich auch nicht 100-prozentig.”

FIS-Renndirektor Peter Gerdol erklärte, die Bedingungen hätten sich ständig geändert. “Aber die Sicht ist immer schlechter geworden. Der Vorläufer hat uns gesagt, man sieht die Rennlinie nicht mehr. Die Wettervorhersage war zudem schlecht. Das hat zu unserer Entscheidung geführt. Wir wollen die Sicherheit der Athletinnen nicht gefährden.” Svindal unterstützte den Abbruch: “Ich glaube, es war von der FIS eine gute Entscheidung.” Verständnis hatte auch Ortlieb. “Die Sichtbedingungen haben sich deutlich verschlechtert. Das hilft natürlich nicht, wenn die Piste so unruhig ist. Wenn die beste Skifahrerin auch scheitert, dann zeigt das schon, dass die Piste momentan sehr anspruchsvoll ist.”

Gedenken an Brandkatastrophe

Vor dem Rennen war eine Gedenkminute für die Opfer der Brandkatastrophe zu Silvester in dem Schweizer Wintersportort abgehalten worden. Die Hoffnung, mit dem Rennen dem Ort etwas Positives zu bringen, erfüllte sich am Freitag nicht. “Mir tut es leid für die Zuschauer. Wir hatten gehofft, ihnen eine positive Energie zu übermitteln”, sagte Ortlieb. “Das ist nicht das, was wir zeigen wollten.” Am Samstag (11.00 Uhr/live ORF 1) steht noch ein Super-G der Frauen auf dem Programm, 24 Stunden danach eine Abfahrt der Männer.

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