2:6-Niederlage: Auch Spiel 4 geht an Graz

ICE Hockey League: Die 99ers sind Meister 2025/26!

Mittwoch, 22. April 2026 | 22:27 Uhr

Von: ka

Bruneck – Die Graz99ers haben sich nach der österreichischen Eishockey-Meisterschaft auch erstmals den Titel in der ICE Hockey League gesichert. Die Steirer schlugen am Mittwochabend den HC Pustertal in Spiel vier der „Best-of-Seven“-Finalserie der ICE Hockey League auswärts mit 6:2 (1:2, 1:0, 4:0) und entschieden damit die Serie glatt mit 4:0 für sich. Damit gelang dem Team von Cheftrainer Dan Lacroix das perfekte Play-off: Auch der VSV im Viertel- und Fehérvár im Halbfinale waren jeweils mit 4:0 abgefertigt worden.

Mit dem sogenannten “Sweep-Triple” (12:0-Siege im Viertel-, Semi- und Finale) schrieb Graz Geschichte. Das hatten bisher nur die Vienna Capitals und Red Bull Salzburg geschafft. Am Ende war das Finale mit Siegen über 5:1, 5:1, 5:2 und 6:2 eine klare Angelegenheit zugunsten der 99ers, die den größten Erfolg in der Clubgeschichte verbuchten. Seit der Neuausrichtung der Liga 2000 sind die Grazer der sechste Champion, der im Finale unbesiegt blieb.

Entscheidung im Schlussdrittel

Kevin Roy brachte Graz in Bruneck wunschgemäß früh in Führung (8.), doch die italienischen Gastgeber brauchten nicht lange für eine passende Antwort. Rok Ticar (11.) sowie Mats Frycklund im Überzahlspiel (15.) drehten noch vor der ersten Pausen-Sirene das Ergebnis in ein 2:1. Im Mitteldrittel besorgte Anders Koch etwas glücklich für die Steirer den Ausgleich (31.), während Pustertal vor dem gegnerischen Tor des starken Keepers Nicolas Wieser glücklos blieb.

Mit dem 2:2 ging es in den Schlussabschnitt. Dort zimmerten die Gäste ihr Meisterstück: Kevin Conley schoss die 99ers per Abstauber in Front (42.), Josh Currie legte zum 4:2 (49.), Lenz Moosbrugger zum 5:2 nach (54.). Der Widerstand der Wölfe war längst gebrochen und der erste ICE-Titel für die Grazer unter Dach und Fach. Zum Drüberstreuen gab es noch einen “empty net”-Treffer durch Michael Schiechl. Danach flogen die Grazer Helme aufs Eis. Für Paul Stapelfeldt ging eine Erfolgsserie weiter: Es war der fünfte Ligatitel in Folge für den Verteidiger, nach vier Meisterschaften mit Salzburg reüssierte der 27-Jährige nun mit Graz.

HCP

Nach der unglücklichen Niederlage in Graz steht der HC Falkensteiner Pustertal in Spiel 4 unter Zugzwang: nur mit einem Heimsieg kann der frühzeitige Meistertitel der Graz99ers noch verhindert werden. Coach Jaspers kann auf das vollständige Lineup zurückgreifen; auch Alan Lobis ist wieder mit von der Partie. Auch Graz-Trainer Lacroix lässt seine Reihen unverändert und verzichtet weiterhin auf die überzähligen Lagace, Collins und Zündel.

Die Anfangsphase verläuft zunächst unspektakulär, der HCP spielt konzentriert . Erst nach 4 Minuten kommt Bailen zu einem ersten Ausschluss – Pasquale mit der Fanghand zur Stelle. Auf der Gegenseite prüft Lauridsen Wieser mit einem Distanzschuss, der ebenfalls sicher pariert. In der 6. Minute hat der HCP die große Chance: Wieser lässt einen Rebound zu, doch Andergassen verfehlt per Rückhand das Tor; wenig später fehlt Purdeller bei einem gefährlichen Konter die Präzision. Besser macht es Graz in der 8. Minute: Nach einem Aufbaufehler kommt Roy alleine vor Pasquale zum Abschluss, verzögert schlau und trifft aus spitzem Winkel zum 0:1. Die Wölfe lassen sich nicht beeindrucken und reagieren prompt. Ierullo setzt Ticar in Szene, der Wieser mit einem flachen Schuss durch die Beinschoner zum 1:1 überwindet (10.). Kurz darauf nutzt der HCP ein Powerplay: zuerst decken die Wölfe den Grazer Schlussmann mit Schüssen ein. Dann bringt Rueschhoff die Scheibe aufs Tor, Wieser lässt prallen, und Frycklund staubt ab – 2:1 für die Wölfe (13.). Graz wirkt vom erstmaligen Rückstand in dieser Serie beeindruckt. Der HCP diktiert das Tempo, steht defensiv kompakt und vermeidet jene Fehler, die sich wie beim 0:1 als fatal erwiesen haben. Zudem setzen die Hausherren offensiv immer wieder Nadelstiche: so schrammt Frycklund nach starkem Forechecking von Lipon nur knapp am 3:1 vorbei (20.). Mit 2:1 geht es in die erste Pause.

Zu Beginn des zweites Drittels machen wie Wölfe weiter Tempo und haben gleich mehrfach die Chance nachzulegen: Lauridsen kommt frei im Slot zum Abschluss, verfehlt jedoch knapp das Ziel (23.), wenig später taucht Ierullo nach einem springenden Puck allein vor Wieser auf, kann aber nicht verwerten (25.), und auch Lipon scheitert (26.).  Auf der Gegenseite hat der HCP Glück, als Currie einen von der Bande kommenden Puck aufnimmt und sofort abzieht, der Puck aber die Torlinie entlang schlittert (27.). In der 31. Minute dann der Ausgleich: Koch bringt die Scheibe von hinter dem Tor in den Slot, im Getümmel wird sie unglücklich von einem Pusterer Schlittschuh ins eigene Tor abgefälscht (2:2). Kurz darauf muss Zanatta auf die Strafbank, doch der HCP übersteht die Unterzahl problemlos. Wieder komplett, kann Bowlby nach einem Sololauf nur mit einem Foul gestoppt werden: Powerplay für den HCP (34.). In Überzahl agieren die Wölfe etwas zu verspielt, suchen zu oft den Pass statt den Abschluss. Gegen Ende zieht Rueschhoff ab, trifft aber – wie schon in den Spielen zuvor – nur den Innenpfosten (36.). Erneut fehlt das berühmte Quäntchen Glück, und so geht es mit 2:2 zum zweiten Pausentee.

Gleich zu Beginn des Schlussabschnitts hat Bowlby die Riesenchance auf die erneute Führung, zieht alleine auf Wieser zu und setzt den Puck neben das Tor. Das rächt sich sofort: Saracino kann wegen eines schmerzenden Fußes nicht richtig verteidigen, Schiechl bedient Conley, und der schließt vor Pasquale samt Nachschuss zum 2:3 ab (42.). In der 44. Minute kommt Andergassen am zweiten Pfosten frei zum Abschluss, doch der Puck will einfach nicht ins Tor. Der HCP tut sich danach schwer, noch öfter gefährlich vor das Tor zu kommen, während Graz den Verwaltungsmodus einschaltet und defensiv sehr konzentriert bleibt. In der 49. Minute bindet Roy hinter dem Tor zwei Gegenspieler, dadurch fehlt vor dem Tor die Zuordnung, und Currie trifft nach dem ersten gehaltenen Versuch im Nachschuss zum 2:4. Holzer muss anschließend wegen Beinstellens raus, die Wölfe spielen Powerplay, kommen aber nicht entscheidend durch. Wenige Minuten später ist Graz wieder am Zug und erhöht im 2-auf-1-Konter durch Moosbrugger auf 2:5. Dadurch ist die Entscheidung gefallen, und die Graz99ers erzielen noch einen Empty-Net-Treffer und holen sich auch Spiel 4 in dieser Finalserie.

Der HC Pustertal bedankt sich bei seinen Fans für die tolle Unterstützung und bei Graz für die spannende Finalserie und gratuliert den 99ers zu diesem verdienten Erfolg und zum Gewinn des Meistertitels!

APA/APA/EXPA/ JOHANN GRODER/EXPA/ JOHANN GRODER

Bezirk: Pustertal

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