Von: idr
Melbourne – Jannik Sinner hat bei den Australian Open eine bittere Niederlage hinnehmen müssen. In einem hochklassigen, mehr als vierstündigen Duell unterlag der Südtiroler Novak Djokovic. Der Traum vom dritten Titel in Melbourne in Folge ist geplatzt – trotz eines Spiels, das lange in Sinners Händen zu liegen schien. Doch Djokovic ist sich sicher, wem er den Titel zu verdanken hat.
„Ich habe Jannik gedankt, weil er mich gewinnen ließ“, scherzte Djokovic nach dem Match. Denn dieses Spiel entschied sich weniger durch Sieger als durch ausgelassene Möglichkeiten. Sinner hatte seine Chancen, doch wie er selbst zugab, wusste er nicht, wie er sie nutzen sollte. Zwölf vergebene Breakbälle, acht davon im fünften Satz. Die Enttäuschung war ihm ins Gesicht geschrieben. Djokovic merkte das und wartete.
Übermächtig, aber nicht gut genug
Dabei sprach zunächst vieles gegen Djokovics Sieg. Fünf K.o.-Niederlagen in Serie gegen Sinner, dazu ein Match, in dem der Südtiroler mehr Punkte gewann (152 zu 140), 26 Asse schlug und bei eigenem Aufschlag fast unangreifbar wirkte. Doch Djokovic tat das, was er seit zwei Jahrzehnten perfektioniert hat: Er gewann die entscheidenden Punkte. Und er überlebte.
Mit der Geduld eines Schachspielers zwang er Sinner immer wieder in lange Grundlinienduelle – ausgerechnet dort, wo der Sextner zuletzt so dominant gewesen war. Djokovic gewann mehr dieser Marathon-Rallyes, las das Spiel besser, variierte klüger. An seinem 39. Geburtstag spielte er nicht spektakulärer, sondern präziser.
Für Sinner endet damit nicht nur das Turnier, sondern auch eine beeindruckende Serie von 20 Siegen in Folge. In den Tagen zuvor hatte er bereits angedeutet, dass körperlich nicht alles ideal lief. Für Djokovic hingegen lebt der Traum vom 25. Grand-Slam-Titel weiter.




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