Antonelli verbremste sich beim Start

Dritter Sieg in Serie: Antonelli triumphiert in Miami

Sonntag, 03. Mai 2026 | 21:17 Uhr

Von: apa

Mercedes-Pilot Kimi Antonelli hat in einem trockenen Grand Prix von Miami den dritten Sieg hintereinander in der Formel 1 gefeiert. Im wegen befürchteter Unwetter um drei Stunden vorverlegten Rennen gewann der 19-jährige Italiener am Sonntag in Florida knapp vor Weltmeister und Sprint-Sieger Lando Norris im McLaren. Oscar Piastri komplettierte das Podium (McLaren) mit Respektabstand als Dritter, Max Verstappen (Red Bull) wurde hinter George Russell (Mercedes) Fünfter.

Nach dem vierten Saisonrennen, dem ersten nach einer fünfwöchigen Zwangspause wegen des Iran-Kriegs und der Absage der Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien, führt Antonelli die WM-Wertung nun 20 Punkte vor Russell an. “Das ist nur der Anfang, es ist noch ein weiter Weg”, sagte ein schweißüberströmter Antonelli, der als erster Fahrer der F1-Historie seine ersten drei Rennen jeweils von der Poleposition gewann. “Das Team hat eine großartige Leistung gezeigt, ohne sie wäre ich jetzt nicht hier. Ich werde das jetzt genießen und dann weitermachen.”

Mercedes-Teamchef Toto Wolff lobte seinen Schützling naturgemäß. “Kimi fährt so wie in Kart-Zeiten oder in der Formel 4. Das war heute dominant, immer unter Kontrolle”, sagte der Wiener im ORF. “Es ist schon gut, weil viele so gezweifelt haben, ob es der richtige Schritt war. Jetzt beginnt er, wirklich ins Fahren zu kommen.”

Gemischte Gefühle bei Norris

Norris hatte das Rennen im wiedererstarkten McLaren zeitweise angeführt, die Spitzenposition wegen eines früheren Boxenstopps von Antonelli aber verloren. Deswegen hatte der Titelverteidiger gemischte Gefühle. “Der Sieg war möglich”, betonte der Brite. Er sei wegen des sogenannten Undercuts “am Boden zerstört”, nehme es aber hin. “Kimi hat einen guten Job gemacht. Ich muss glücklich sein.” Das Papaya-Team konnte nach dem Doppelsieg im Sprint zufrieden Bilanz ziehen. “Wir waren wieder einen Schritt näher dran, das ist schön zu sehen”, sagte Piastri.

Ferrari-Fahrer Charles Leclerc verlor nach einem Dreher kurz vor Ende noch zwei Positionen und wurde Sechster vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton. Für den nächsten Grand Prix in Kanada in drei Wochen kündigte das zu Saisonbeginn dominierende Mercedes-Team erhebliche Verbesserungen am “Silberpfeil” an, die Konkurrenz hatte hingegen viele Upgrades zum vierten Rennwochenende nach Florida gebracht.

Regen oder kein Regen?

Vor dem Grand Prix war das Wetter das große Fragezeichen rund um das Hard Rock Stadium. Am Vormittag regnete es im amerikanischen Sunshine State stark, im Rennen blieb es trocken. Antonelli startete zum dritten Mal hintereinander von der Poleposition, zeigte aber zuletzt Schwächen beim Start. Auch dieses Mal rutschte der Teenager zurück, während sich Blitzstarter Leclerc die Führung holte. Verstappen verteidigte erst seinen zweiten Platz, drehte sich dann aber ohne Fremdkontakt und verlor einige Positionen.

In der 6. von 57 Runden war das Rennen für Isack Hadjar (Red Bull) und Pierre Gasly (Alpine) vorbei. Hadjar versenkte seinen Red Bull in der Streckenbegrenzung, Gasly überschlug sich nach einer Kollision mit Racing-Bulls-Pilot Liam Lawson. Unmittelbar vor der folgenden Safety-Car-Phase ging Norris an Antonelli vorbei, Verstappen als einziger Spitzenfahrer an die Box.

Antonelli und Norris überlegen

Kurz nach dem Restart rutschte Leclerc vor den Augen internationaler Prominenz wie Tennis-Legende Rafael Nadal oder die Ski-Stars Mikaela Shiffrin und Aleksander Aamodt Kilde hinter Norris und Antonelli zurück. Der angekündigte Regen ließ auf sich warten, Leclerc ärgerte sich inzwischen über die Ferrari-Verantwortlichen, die ihn ohne Rücksprache zum Boxenstopp schickten. Kurz danach quetschte sich Antonelli nach dem einzigen Reifenwechsel rennentscheidend an Norris vorbei, während Verstappen mit einem alten Reifensatz eine Führungsrunde drehen durfte.

An der Spitze fuhren Antonelli und Norris der Konkurrenz davon, dahinter verlor Verstappen seinen dritten Platz mit abbauenden Reifen. Auch Piastri und Russell gingen kurz vor Schluss trotz reichlich Gegenwehr am Vierfach-Champion vorbei. Kurz vor Rennende drehte sich Leclerc ohne Bedrängnis und musste zusehen, wie Piastri und Verstappen seinen Ferrari kurz vor der Ziellinie noch überholten.

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