4:0 Kantersieg gegen Gubbio

FCS im Torrausch

Samstag, 16. Februar 2019 | 17:10 Uhr

Bozen – Tor-Spektakel im Drusus-Stadion: Der FC Südtirol düpiert seinen bisherigen Angstgegner Gubbio vor heimischem Publikum mit 4:0, in einer Partie, in der über weite Strecken nur die Hausherren zu sehen waren. Für die Mannschaft von Mister Zanetti ist es der dritte Sieg aus den letzten vier Spielen und das siebte positive Resultat in Serie (vier Siege und drei Remis). Die Weiß-Roten sind im Kalenderjahr 2019 noch ungeschlagen und zeigen einmal mehr, dass sie sich in bestechender Form befinden und die vielzitierte Torflaute der Hinrunde endgültig hinter sich gelassen haben – in den letzten sieben Spielen trafen die Südtiroler ganze 15 Mal. Die vier Treffer heute steuerten Lunetta im Doppelpack, Turchetta und Morosini bei. Dank dieser beeindruckenden Leistung bestätigt der FCS seine Position unter den Top Five von Kreis B und spielte ganz nebenbei zum 14. Mal in 27 Spielen zu null – das dritte Mal in Folge mit Keeper Nardi.

MATCH PREVIEW

Der FC Südtirol ist im Kalenderjahr 2019 immer noch ungeschlagen und dank dreier Siege und ebenso vieler Unentschieden seit sechs Spielen ohne Niederlage. Am Dienstag gab es im Topspiel der englischen Woche beim Tabellenzweiten Triestina ein 0:0, dabei blieben die Weiß-Roten zum 13. Mal im 26. Spiel ohne Gegentor (zum zweiten Mal in Folge mit Keeper Nardi) – durch das Remis verteidigten Fink und Co. den fünften Tabellenplatz, den man gemeinsam mit Monza und Ravenna innehat. Heute treffen die Mannen von Mister Zanetti im heimischen Drusus-Stadion auf den Tabellen-13. Gubbio, der aber nur einen Punkt hinter den Play-Off-Plätzen liegt. Die Gäste haben am Dienstag in Fermo gegen Fermana gewonnen und gehören im Moment zu den Mannschaften, die am meisten in Form sind: Gubbio holte aus den letzten sieben Partien vier Siege und zwei Unentschieden, die einzige Niederlage kam am letzten Samstag zuhause gegen den Tabellenvierten Imolese.

Zuhause ist der FCS seit sechs Spielen ungeschlagen, im Drusus-Stadion holten die Weiß-Roten bisher 18 ihrer insgesamt 39 Punkte – auf heimischem Rasen gab es bisher vier Siege, sechs Unentschieden und zwei Niederlagen (2:3 gegen FeralpiSalò und 0:1 gegen Vis Pesaro).
Auswärts hat Gubbio seit vier Partien nicht mehr verloren (zwei Siege und zwei Remis kamen dabei zustande).

Gubbio ist ein vermeintlicher Angstgegner der Weiß-Roten: In den neun bisherigen Begegnungen konnte der FC Südtirol nie gegen das Team aus Umbrien gewinnen.
Gegen Gubbio – mit Ex-FCS-Stürmer Matteo Chinellato – muss Mister Zanetti auf den verletzten Ierardi und Langzeitausfall Crocchianti verzichten. In der Verteidigung ersetzt Pasqualoni Della Giovanna. Im Mittelfeld bekommt Kapitän Fink eine Verschnaufpause, seinen Platz in der Startelf halblinks in der Fünferkette nimmt De Rose ein, Berardocco gibt den Spielmacher. Auch Fabbri wird eine Pause gegönnt, für ihn spielt Lunetta auf der linken Außenbahn. Das Sturmduo bilden De Cenco und Turchetta.

LIVE MATCH

Guter Spielrhythmus zu Beginn der Partie, Gubbio versuchte, die Zügel des Spiels früh in die Hand zu nehmen und die Verteidigung der Weiß-Roten unter Druck zu setzen, doch die Mannen von Zanetti gewannen nach wenigen Minuten an Raum und begannen sich ebenso, nach vorne zu entfalten. Die erste Chance gehörte deshalb dem FCS: Turchetta brachte in der neunten Minute mit dem rechten Außenrist eine Flanke auf Morosinis Kopf, der das Spielgerät in die Mitte des Strafraums weiterzuleiten versuchte, wo De Cenco von Tofanari regelwidrig zu Boden gerissen wurde. Schiedsrichter Maggio entschied jedoch – ohne die Segnalation seines Assistenten – auf Abseits von De Cenco. Eine etwas fragwürdige Entscheidung.

In der 17. Minute wurde Gubbio, welches etwas aktiver in dieser Anfangsphase agierte, zum ersten Mal gefährlich – und wie: Nach schnellem Umschaltspiel der Gäste fand De Silvestro im Eins-gegen-Eins mit Casale auf der rechten Seite Platz zum Flanken, Pasqualoni war in der Mitte aber zur Stelle und klärte vorerst. Das Kunstleder kullerte jedoch zu De Silvestro, der direkt abzog. Sein Diagonalschuss ging wenige Zentimeter am langen linken Eck vorbei.

Direkt im Gegenzug ging der FCS in Führung: De Rose brachte in Minute 18 von der linken Seite eine maßgenaue Flanke in die Mitte, wo Lunetta am höchsten stieg und mit einem wuchtigen Kopfball ins lange rechte Kreuzeck traf. Es war der erste Treffer von Lunetta im Trikot der Weiß-Roten. 1:0 für die Hausherren.

Es dauerte bis zur 31. Spielminute, bis Gubbio eine Reaktion auf den Rückstand zeigte: Casiraghi machte einige Meter mit dem Ball am Fuß, legte sich das Leder auf seinen Rechten und feuerte einen strammen Schuss ab, der knapp links am Tor von Nardi vorbeiging.

Nur zwei Minuten später erneut die Gäste aus Umbrien: Casiraghi ließ Casale im Mittelkreis aussteigen, hatte viel Platz vor sich und öffnete auf rechts für De Silvestro. Dieser brachte eine scharfe flache Flanke in die Mitte, welche aber dort keinen Abnehmer fand – der Ball durchquerte den Fünfmeterraum und endete im Toraus. Ein eigener Abschluss wäre für die Nummer elf der Gäste hier wohl die bessere Option gewesen.

Dann aber kamen wieder die Weiß-Roten brandgefährlich auf: Lunettas Flanke von links wurde zunächst geklärt, das Spielgerät kam etwas außerhalb des Strafraums zu De Rose, der sich das Leder zurechtlegte und im Anschluss einen potenten Rechtsschuss abfeuerte, der an den Pfosten klatschte. Erneut rollte das Leder aus dem Sechzehner, dieses Mal zu De Cenco, der direkt abzog – knapp am linken Eck vorbei (36.).

Vier Minuten später klappte es dann besser, die Weiß-Roten erhöhten auf 2:0 – Morosini brachte in der 40. Minute einen Freistoß von der linken Seite als Flanke in die Mitte, wo die Hintermannschaft von Gubbio den Ball nicht geklärt bekam. Somit bot sich für Lunetta die Möglichkeit zum Abstauber, den er mit einem akrobatischen Volley auch zum 2:0 für die Weiß-Roten verwertete. Die Nummer neun des FCS schnürte somit ihren persönlichen Doppelpack.

In der 45. Minute hatte Morosini gar den dritten Treffer auf dem Fuß, nach Flanke von Turchetta von der rechten Seite auf das linke Fünfmetereck brachte Lunetta von dort einen Kopfball in die Mitte, wo Morosini zum Seitfallzieher ansetzte und diesen leicht drüber legte.

Dann war Halbzeit, der FCS führte nach 45 Minuten verdient mit 2:0, weil man sich mit fortschreitender Dauer in der ersten Halbzeit vor allem offensiv sehr spielfreudig präsentierte.

Mister Zanetti tätigte in der Halbzeitpause keine Wechsel, auf der Seite der Gäste hingegen brachte Coach Galderisi gleich drei frische Kräfte für die zweiten 45 Minuten: Ricci, Battista und Malaccari kamen in die Partie.

Doch die Weiß-Roten machten dort weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten und erhöhten durch Turchetta in der 48. Minute auf 3:0 – die Nummer sieben der Weiß-Roten wurde auf der linken Seite auf die Reise geschickt, ließ auf der Außenbahn seinen Gegenspieler stehen und zog mit voller Geschwindigkeit in die Mitte. Im Strafraum vollendete Turchetta seine klasse Einzelaktion mit einem gezielten Schuss ins lange rechte Eck. Marchegiani im Tor der Gäste war ohne Abwehrchance. Für Turchetta – der in den letzten Wochen stets mit Glanzleistungen aufhorchen ließ – war es der dritte Treffer in der laufenden Meisterschaft.

Die Südtiroler spielten sich nun in einen Rausch, denn nur anderthalb Minuten nach dem 3:0 legten die Weiß-Roten zur großen Freude der heimischen Fans sogleich den vierten Treffer nach: De Cenco bediente nach Ballgewinn mit der Hacke Morosini, der alleine auf Marchegiani zulief, lange wartete und den Schlussmann der Gäste schließlich zum 4:0 überwand. Es war der dritte Saisontreffer von Morosini in der laufenden Meisterschaft.

Gubbio zeigte sich im Anschluss vom erneuten Doppelschlag geschockt, die Mannen von Mister Zanetti hingegen zeigte weiterhin begeisternden Offensivfußball, schalteten mit fortschreitender Spieldauer aber auch ein wenig zurück – sie verwalteten die Partie und das runde Ergebnis jedoch trotzdem aktiv und geschickt.

In der Schlussphase passierte nicht mehr viel: Der FCS beendete vor heimischem Publikum den Gubbio-Fluch (durch den heutigen Sieg gewann man im zehnten Aufeinandertreffen zum ersten Mal) und schlug das Team aus Umbrien nach beeindruckender Leistung mit 4:0. Die Weiß-Roten bestätigten somit ihre bestechende Form, in der sie sich aktuell befinden, sowie ihre neu entdeckte Kaltschnäuzigkeit: in den letzten sieben Spielen trafen Turchetta und Co. 15 Mal ins Eckige (ein Durchschnitt von über zwei Toren pro Spiel) und holten über dieselbe Zeitspanne ganze 15 Punkte.

FC SÜDTIROL – GUBBIO 4:0 (2:0)

FC SÜDTIROL (3-5-2): Nardi; Pasqualoni, Casale, Vinetot; Tait (72. Mattioli), Morosini (59. Antezza), Berardocco, De Rose (84. Romanò), Lunetta (72. Fabbri); De Cenco, Turchetta (59. Romero)
Auf der Ersatzbank: Ravaglia, Della Giovanna, Fink, Mazzocchi, Oneto
Trainer: Paolo Zanetti

GUBBIO (4-2-3-1): Marchegiani; Tofanari (46. Malaccari), Piccinni (82. Maini), Espeche, Lo Porto; Benedetti (46. Ricci), Davì; De Silvestro (46. Battista), Casiraghi, Cattaneo (77. Campagnacci); Chinellato
Auf der Ersatzbank: Battaiola, Schiaroli, Plescia, Pedrelli
Trainer: Giuseppe Galderisi

SCHIEDSRICHTER: Enrico Maggio aus der Sektion Lodi (Die Assistenten: Bonomo-Campogrande)

TORE: 1:0 Lunetta (18.), 2:0 Lunetta (40.), 3:0 Turchetta (48.), 4:0 Morosini (50.)

ANMERKUNGEN: sonniger Nachmittag, frühlingshafte Temperaturen.
Gelbe Karten: Espeche (GUB, 43.), Turchetta (FCS, 49.), Lunetta (FCS, 70.)

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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1 Kommentar auf "FCS im Torrausch"


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thomas
thomas
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

bravo FCS!

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