Von: apa
Frankreich steht im Achtelfinale der Fußball-WM. Der aktuelle Vize-Champion feierte am Dienstag in New York gegen Schweden einen 3:0-Erfolg und wurde dabei seiner Rolle als Turnier-Topfavorit neuerlich gerecht. Kylian Mbappe (45., 74.) und Bradley Barcola (53.) schossen “Les Bleus” in die Runde der letzten 16, wo es am Samstag gegen Deutschland-Bezwinger Paraguay geht. Mbappe ist mit nun 18 WM-Toren in der ewigen Rangliste alleiniger Zweiter hinter Lionel Messi (19).
Die Schweden konnten nur in der Anfangsphase halbwegs mit dem zweifachen Weltmeister mithalten. Alexander Isak gab einen harmlosen Schuss aufs Tor der Franzosen ab (3.), auf der Gegenseite fiel auch Mbappes Schuss zu schwach aus (17.). Der Favorit erhöhte den Druck, eine Einzelaktion von Bradley Barcola endete mit einem Schuss weit übers Tor (19.). Eine Minute später jubelte Mbappe nur kurz über das vermeintliche 1:0, er war knapp im Abseits gestanden.
Frankreichs Offensive wirbelte weiter – Schweden-Goalie Jacob Widell Zetterström rettete bei einem Schuss von Adrien Rabiot per Fußabwehr (30.), Mbappe traf nach Querpass von Jules Kounde die Stange (32.) und ein sehenswerter Seitfallzieher von Michael Olise landete ebenfalls am Aluminium (36.). Den abspringenden Ball setzte Ousmane Dembele knapp neben das Tor.
Mbappe jubelte mit Deschamps
Als Zetterström auch noch einen Weitschuss von Olise aus dem langen Eck fischte (45.), schienen sich die Schweden noch irgendwie mit einem 0:0 in die Pause zu retten. Dann aber schlug Mbappe erstmals zu: Der Profi von Real Madrid tänzelte im Sechzehner durch die Abwehr der Skandinavier und schloss wuchtig ins lange Eck ab. Beim Torjubel lief Mbappe zu seinem Teamchef Didier Deschamps, der das letzte Gruppenmatch gegen Norwegen wegen des Begräbnisses seiner Mutter verpasst hatte.
Mbappe sagte über diese Aktion: “Das ist die DNA unserer Gruppe, wir stehen alle zusammen. Der Coach erlebt gerade eine Zeit, die wir leider alle selbst irgendwann einmal erleben müssen. Es ist unglaublich schwierig, aber wir lassen ihn nicht alleine. Wir unterstützen ihn.”
Die Franzosen ließen auch zu Beginn der zweiten Hälfte nicht nach und sorgten bald für klare Verhältnisse. Olise spielte Barcola frei, der überlegt ins kurze Eck vollendete. Danach schaltete der Favorit einen Gang zurück, ließ den Ball in den eigenen Reihen zirkulieren, wurde aber trotzdem immer wieder gefährlich, so etwa bei einem Olise-Schuss neben das kurze Eck (64.).
Schweden-Goalie Zetterström verhinderte Debakel
In der 71. Minute verhinderte Zetterström gegen Olise noch das dritte Gegentor der Schweden, ehe er drei Minuten später doch geschlagen war. Olise lieferte die Vorlage, Mbappe versenkte den Ball im langen Eck. Damit liegt der 27-Jährige in der Schützenliste dieser Endrunde ex aequo mit Messi (je 6 Tore) voran. Im Finish konnten sich die Schweden bei Zetterström bedanken, nicht mit einem Debakel die Heimreise antreten zu müssen.
Deschamps zeigte sich nach dem klaren Erfolg hochzufrieden. “Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Wir haben eine gute Mentalität. Jetzt müssen wir diesen Fokus, diese Entschlossenheit beibehalten, dann können wir den ganzen Weg gehen.” Über den manchmal als arrogant bezeichneten Mbappe meinte der Weltmeister-Trainer von 2018: “Er ist auf einer Mission und hat seine Rolle als Kapitän angenommen. Das Bild, das viele Menschen von ihm haben, entspricht nicht der Realität.”
Schwedens Teamchef Graham Potter musste die Überlegenheit der Franzosen anerkennen und zeigte sich vor allem von Mbappe und Olise beeindruckt. “Die beiden einmal zu stoppen, reicht nicht. Es ändert nur die Art und Weise, wie sie dich das nächste Mal bestrafen. Zwischen den beiden herrscht blindes Verständnis.”
Für den Engländer ist Frankreich der klare Titelanwärter Nummer eins. “Da geht es nicht nur um die individuelle Qualität. Es ist die Chemie in der Mannschaft, jeder glaubt an den anderen. Manchmal kann man nur applaudieren, weil es Momente gibt, in denen Fußballer zeigen, warum sie zu den Besten der Welt gehören.”




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