Von: apa
Topfavorit Frankreich hat sich mit einem nie gefährdeten 2:0-(0:0)-Sieg über Marokko in die Vorschlussrunde der Fußball-WM gespielt. In der Neuauflage des Halbfinalduells von 2022 vergab Superstar Kylian Mbappe zwar einen Elfer (28.), brachte “Les Bleus” mit seinem achten WM-Treffer (60.) – nun gleichauf mit Lionel Messi – aber auf die Siegerstraße. Auch Ousmane Dembele traf (66.). Im Halbfinale am Dienstag (21.00 Uhr MESZ) in Dallas wartet entweder Spanien oder Belgien.
“Dreimal hintereinander im Halbfinale, das musst du erst einmal schaffen, auch mit einer Reihe von super Spielern”, betonte Frankreichs Trainer Didier Deschamps, der nach der WM seinen Hut nehmen wird. Und er strich die Leistung Mbappes hervor. “Ein verschossener Elfer, vergebene Chancen – aber wenn du Kylian hast, brauchst du dir keine allzu großen Sorgen zu machen.” Sein Star, dessen Knöchelblessur laut Deschamps “nichts Ernstes” ist, stieg auf die Euphoriebremse. “Wir haben jetzt ein Halbfinale erreicht, aber der Weg ist noch lang.”
Frankreich gab den Ton an
Vor 63.811 Zuschauern in Boston gab es keine Überraschungen. Die hoffnungsfrohen Marokkaner verteidigten kompakt, Frankreich, bei dem Bradley Barcola in der Offensive durch Desire Doue ersetzt wurde, hatte Mühe, die Riegel zu knacken. Ein Köpfler von Dayot Upamecano aus Kurzdistanz, den Goalie Bono hielt (4.), sowie weit harmlosere Kopf-Versuche von Dembele (19.) und Adrien Rabiot (21.) waren vorerst der einzige Ertrag aus den geduldigen, aber glücklosen Vorträgen der “Equipe Tricolore”, die immer wieder auf Fehler des Gegners lauerte.
Nach einem Ballverlust bei einer der seltenen marokkanischen Offensivaktionen schien es dann auch so weit: Im Konter ging Mbappe im Strafraum zu Boden, scheiterte nach langem Check allerdings mit einem schwach geschossenen Versuch an Bono. Der war wenig später auch gegen den allein anlaufenden Doue da (36.) und hatte bei einem Lattenschuss Lucas Dignes (45.+1) zudem etwas Glück. Trotz drückender Überlegenheit der Franzosen, die ihrerseits defensiv kein einziges Mal in Verlegenheit kamen, ging es mit einem 0:0 in die Kabinen.
Mbappe mit seinem insgesamt 20. WM-Tor
Die zweite Hälfte brachte mehr vom Gleichen, wenn auch Marokko etwas mutiger agierte. Mbappes Treffer, ein wundervoller Schlenzer ins lange Eck, war zugleich das erste offensive Highlight und ebnete den Weg zu einem letztlich lockeren Erfolg. In der Torschützenliste der WM in den USA, Kanada und Mexiko zog Mbappe mit Messi gleich, in der ewigen Bestenliste hat er mit 20 Treffern aktuell nur um einen weniger als sein um zwölf Jahre älterer argentinischer Kontrahent erzielt.
Dembele legte wenig später mit seinem fünften Treffer dieser Endrunde nach, die Reaktion Marokkos fiel wenig überzeugend aus. Von einer Sensation wie in Katar 2022, als man als erstes afrikanisches Team ein WM-Halbfinale erreichte, waren die “Löwen vom Atlas” diesmal weit entfernt. Auch vor vier Jahren hieß der Endstand gegen Frankreich übrigens 0:2.




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