Von: mk
Inzell – Beim Weltcupfinale im Eisschnelllauf überzeugt die Südtirolerin Maybritt Vigl im letzten Formtest vor Mailand – Weltrekord über 5000 Meter setzt sportlichen Höhepunkt
Mit dem fünften Weltcup der olympischen Saison ging am Wochenende (23.–25. Januar) in Inzell die Weltcupsaison zu Ende. Für die internationale Eisschnelllauf-Elite war es zugleich der letzte große Formtest vor Mailand – wie auch für die 21-jährige Maybritt Vigl vom Ritten.
Die bayerische Eisbahn zeigte sich noch einmal von ihrer schnellen Seite. Insgesamt fielen an diesem Wochenende nicht weniger als fünf Bahnrekorde, gekrönt von einem historischen Weltrekord über 5000 Meter durch den Norweger Sander Eitrem, der mit 5.58,52 Minuten als erster Mann überhaupt die Sechs-Minuten-Marke unterbot.
Maybritt Vigl war in Inzell über drei Distanzen im Einsatz: zweimal über 500 Meter sowie über 1000 Meter. Mit einer Zeit von 1.17,64 Minuten belegte sie Rang 9 in der B-Division – ihre bislang beste Platzierung über diese Strecke bei einem Weltcup. Der Sieg über 1000 Meter ging an die Niederländerin Jutta Leerdam, die mit 1.12,74 Minuten nicht nur gewann, sondern auch einen neuen Bahnrekord aufstellte. Auch über die 500 Meter präsentierte sich Vigl in starker Form. Beim ersten Rennen am Freitag lief sie mit 38,55 Sekunden auf einen sehr guten 5. Platz. Der Tagessieg ging an Femke Kok (NED), die mit 36,87 Sekunden ebenfalls einen neuen Bahnrekord aufstellte. Am Sonntag steigerte sich die Südtirolerin nochmals: Mit 38,50 Sekunden wurde sie Vierte und verpasste das Podium der B-Division um lediglich zwei Hundertstelsekunden – gleichzeitig ihre beste Weltcup-Platzierung über 500 Meter überhaupt. Den Sieg im zweiten 500-Meter-Rennen holte sich die Polin Kaja Ziomek-Nogal in 37,25 Sekunden.
Entsprechend zufrieden fiel Vigls Fazit aus: „Ich bin voll zufrieden, es ist richtig gut gelaufen. Zwei Top-5-Plätze und ein Top-10-Ergebnis – damit hätte ich ehrlich nicht gerechnet. Vor allem nach der Europameisterschaft in Polen hätte ich nicht gedacht, dass ich noch einmal in so einer Form sein würde vor Mailand.“
Auch im Gesamtweltcup spiegeln sich ihre konstanten Leistungen wider. Über 1000 Meter beendet Maybritt Vigl die Saison auf Rang 43 und ist damit aktuell die bestplatzierte Italienerin in dieser Disziplin. Über 500 Meter rangiert sie auf Platz 40. Besonders bemerkenswert, da dies ihre erste Saison ist in der sie regelmäßig an Weltcups teilnimmt.
Stark präsentierte sich in Inzell auch das restliche italienische Team. Ein Highlight setzte Andrea Giovannini mit einem hervorragenden dritten Platz im Massenstart. In den Gesamtweltcupwertungen liegen die Italiener ebenfalls gut positioniert, allen voran Giovannini mit Platz zwei im Massenstart sowie Ghiotto als Fünfter auf den Langdistanzen.
Neben den bereits erwähnten Rekorden von Leerdam und Kok sorgten weitere Spitzenleistungen für schnelle Zeiten: Damian Żurek (POL) stellte über 500 Meter der Männer mit 34,06 Sekunden einen neuen Bahnrekord auf, Jordan Stolz (USA) lief über 1000 Meter in 1.06,83 Minuten ebenfalls Bahnrekord, und Ragne Wiklund (NOR) glänzte über 3000 Meter mit 3.54,74 Minuten.
Nach dem Weltcupfinale in Inzell richtet sich der Blick nun endgültig auf die Olympischen Spiele in Mailand. Maybritt Vigl reist gemeinsam mit neun weiteren italienischen Eisschnellläufern dorthin und gehört bei den Frauen zu nur drei qualifizierten Athletinnen des Landes. Maybritt Vigl ist seit Yvonne Daldossi aus Lana, die 2018 in Pyeongchang an den Olympischen Spielen teilnahm, wieder die erste Südtirolerin im Eisschnelllauf auf der Longtrack-Bahn bei Olympia.




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