Einsatz sorgt für Polemik

US-Einwanderungsbehörde ICE schickt Spezialagenten zu Olympischen Winterspielen

Sonntag, 25. Januar 2026 | 10:54 Uhr

Von: mk

Mailand/Cortina – Die umstrittene US-Einwanderungsbehörde ICE soll bei den heurigen Olympischen und Paralympischen Winterspielen in Italien für die Sicherheit von US-amerikanischen Athleten und des Publikums aus den Vereinigten Staaten sorgen. Darüber hat der „Fatto Quotidiano“ berichtet.

Das sogenannte United States Immigration and Customs Enforcement (ICE) ist die größte Polizei- und Zollbehörde des Ministeriums für Innere Sicherheit (DHS) der USA mit Sitz in Washington, D.C.  Die Organisation weist das breiteste Aufgabenfeld einer Bundesbehörde in den Vereinigten Staaten auf. Zudem verfügen Spezialagenten und Bundesinspektoren über die weitreichendsten Ermittlungsbefugnisse aller US-Behörden im Inland.

Doch der Wirkungsbereich geht weit darüber hinaus. Die Behörde, die global vertreten ist, verfügt mehr als 90 Büros in über 50 Ländern, unter anderem unterhält sie einen permanenten Sitz in Rom.

Während der Spiele, die vom 6. Februar bis zum 15. März stattfinden, sollen Einsatzkräfte nach Mailand geschickt werden, die als eine Art Begleitschutz für Athleten aus den Vereinigten Staaten und US-Bürger im Publikum dienen und somit die Tätigkeit italienischer Polizeibehörden unterstützen.

„Die international stationierte Gruppe aus Spezialagenten, Analysten für strafrechtliche Ermittlungen und Personal zur Unterstützung von Homeland Security-Missionen arbeitet eng mit ausländischen Strafverfolgungsbehörden zusammen, um grenzüberschreitende Bedrohungen weltweit zu bekämpfen“, bestätigte ein Sprecher von ICE gegenüber der Zeitung.

Kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina sorgt die Anwesenheit von Agenten der Behörde für Polemiken. So kündigte PD-Senatorin Cristina Tajani eine Anfrage ans Innenministerium an.

Vor weniger als drei Wochen hatte ein Polizist der US-Einwanderungspolizei ICE in Minneapolis die unbewaffnete Autofahrerin Renee Good erschossen. Der Vorfall vom 7. Jänner sorgte für Entrüstung und Proteste.

Erst kürzlich wurde in der US-Metropole der Krankenpfleger Alex Pretti erschossen, was erneut heftige Kritik von demokratischen Politikern und neue Proteste gegen die Abschiebepolitik von US-Präsident Donald Trump ausgelöst.

Das Heimatschutzministerium erklärte, ein Grenzschutzbeamter habe “Abwehrschüsse” auf einen Mann abgegeben, der sich den Polizisten mit einer Pistole genähert und sich dann “gewaltsam” seiner Entwaffnung widersetzt habe. Videoaufnahmen lassen jedoch Zweifel an dieser Version aufkommen. Auf den Bildern ist zu sehen, wie mehrere Beamte einen Mann niederringen und auf ihn einschlagen. Dann gibt mindestens ein Polizist mehrere Schüsse ab.

Zuletzt sorgte außerdem die Festnahme eines fünfjährigen Burschen durch ICE-Beamte für Empörung.

Die Biathlon-Bewerbe werden während der Olympischen Winterspiele in Antholz in Südtirol ausgetragen. Ob auch dort ICE-Polizisten im Einsatz stehen, ist nicht bekannt.

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