Von: mk
Bozen – Ginge es nach den Veranstaltern der Skiweltcups in Gröden und Alta Badia, dann könnten die hoch angesehenen Südtiroler Rennen bereits an diesem Wochenende stattfinden. Doch bis Marco Odermatt, Dominik Paris, Lucas Pinheiro Braathen & Co. über die Saslong und/oder die Gran Risa jagen, müssen sich die Tausenden Skifans noch bis zum Wochenende vor Weihnachten gedulden. Die Veranstalter der beiden Klassiker stellten ihre Höhepunkte für die diesjährige Ausgabe am Donnerstagvormittag im Gustelier in Bozen vor.
Es ist ein Alleinstellungsmerkmal, das Südtirol als Ski-Destination auszeichnet. Vom 19. bis zum 22. Dezember werden mit dem Super-G (19.) und der Abfahrt (20.) in Gröden, sowie dem Riesentorlauf (21.) und dem Slalom (22.) in Alta Badia alle vier Einzel-Disziplinen ausgetragen, um die auch bei Weltmeisterschaften um Medaillen gefahren wird. Eine Besonderheit, die keine andere Skiregion der Welt vorweisen kann. Ein Höhepunkt kurz vor Weihnachten, der Tausende Skifans vor Ort und Millionen zu Hause vor den Fernsehschirmen Jahr für Jahr in seinen Bann zieht. Ein Highlight, bei dem es heuer richtig viel zu feiern gibt.
Alta Badia begeht in dieser Saison sein 40-jähriges Jubiläum. „Seit 1985 gehört Alta Badia zu den prestigeträchtigsten und meist erwarteten Etappen des Skiweltcups. Wir arbeiten jedes Jahr mit Hochdruck daran, Veranstaltungen von höchster Qualität zu bieten und setzen dabei auf kontinuierliche Verbesserungen. Heuer hat uns der Wettergott mitgeholfen. Die Rennpiste ist schon jetzt bereit. Wir freuen uns auf eine tolle Wintersaison“, sagte OK-Präsident Andy Varallo.
Zur Feier des runden Jubiläums wurde im Skigebiet eine Fotoausstellung eingerichtet: 20 Bilder, die entlang einiger der schönsten Pisten von Alta Badia platziert sind, erzählen die Geschichte, die Emotionen und die Protagonisten der Gran Risa Piste. Sie sind eine Hommage an den Fotografen Freddy Planinschek, der das Ereignis seit Beginn dokumentiert.
Lokalmatador Roberto Erlacher bei der Premiere 1985 am Podium
Und eine dieser Geschichten hat Roberto Erlacher geschrieben. Der Ex-Edeltechniker aus Alta Badia hatte das Privileg, genau beim ersten Riesenslalom auf der Gran Risa auf das Podium zu steigen. Über diese Zeit erzählte er am Donnerstag. „Für mich bedeutet der Weltcup in Alta Badia einen Traum, den ich als Kind hatte. Als ich 10 Jahre alt war, kam Ingemar Stenmark zum Training auf die Gran Risa, und zusammen mit zwei Freunden schlichen wir uns heimlich auf die Piste, um ihn aus der Nähe zu sehen. Damals träumte ich davon, vielleicht eines Tages ein professioneller Skifahrer zu werden. Diesen Traum hatte ich das Glück zu verwirklichen und zusammen mit Stenmark auf dem Podium der allerersten Ausgabe zu stehen.“
In Gröden laufen bereits die Vorbereitungen für die Ski-WM im Jahr 2031. Mit der Fertigstellung der Piste „La Ciampinoi“, auf der die technischen Disziplinen ausgetragen werden, und der Übertragung der WM-Rechte von Seiten des italienischen Wintersportverbandes FISI an den Saslong Classic Club hat sich in dieser Hinsicht bereits einiges getan in den vergangenen Wochen und Monaten. Im Fokus steht aktuell aber der Weltcup, der in drei Wochen zum bereits 58. Mal seine Zelte am Fuße des Langkofels aufschlägt und Grödens Ruf als Klassiker zementiert.
Das Kilde-Comeback
„Die Vorbereitungen sind bei uns schon sehr weit fortgeschritten, und das nicht nur organisatorisch, sondern auch was die Strecke angeht. Hier möchte ich vor allem der Saslong SpA danken, die einmal mehr keine Kosten und Mühen gescheut hat. Wir sind natürlich sehr gespannt, wer das Rennen heuer bei uns machen wird. Auch, weil wir ja eine der letzten Abfahrten vor Olympia sind. Ganz besonders freuen wir uns auf die Rückkehr von Aleksander Aamodt Kilde, der in Nordamerika voraussichtlich sein Comeback geben und dann auch auf der Saslong im Einsatz sein wird“, sagte OK-Präsident Rainer Senoner.
Der angesprochene Kilde war beim Medientermin auch präsent – zumindest virtuell. Mit dem Norweger, der in Gröden drei Mal die Abfahrt und zwei Mal den Super-G gewonnen hat, wurde vor kurzem ein Videointerview aufgezeichnet, das im Rahmen der Pressekonferenz eingespielt wurde. „Ich freue mich ungemein auf diesen besonderen Ort, wo ich 2015 mein allererstes Podium feiern konnte und nur von meinen Teamkollegen (Aksel Lund Svindal und Kjetil Jansrud, Anm. d. Red. geschlagen wurde. Hier passt einfach alles: die Piste, der Schnee, die Leute, das gute Essen – ich freue mich, bald wieder bei euch zu sein“, sagte der 33-Jährige.
Kilde ist nicht nur der erfolgreichste aktive Athlet auf der Saslong. Er hat vier Mal den Sonderpreis Dolomites Val Gardena Ski Trophy gewonnen (2022, 2020, 2018 und 2017), der auch in diesem Jahr an jenen Athleten überreicht wird, der in Gröden die meisten Weltcuppunkte sammelt. Dem Sieger winkt ein Extra-Preisgeld in Höhe von 5000 Euro, eine 3D-Holzbüste, sowie ein Kurzurlaub in Gröden. Die Top3 von Abfahrt und Super-G dürfen sich indessen auf eine handgefertigte Trophäe aus Grödner Holz und dem Gestein des Langkofels freuen. Alta Badia würdigt und dankt mit den vom Künstler Daniele Basso geschaffenen Trophäen der Gemeinschaft und dem Gebiet. „Es handelt sich um eine spiegelnde Stahlscheibe, die zum 40. Jubiläum mittels Mikrolaserung gefertigt wurde, analog und digital zugleich, durchzogen vom Verlauf der legendären Gran Risa Piste, wo der Wettbewerb real wird und sich der ‘Gigant’ erhebt, seit 2015 ein Wahrzeichen der Dolomiten“, so der Künstler.
Zum Abschluss der Pressekonferenz dankten beide OK-Präsidenten ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sowie den Partnern und Sponsoren. „Viele von unseren Partnern und Sponsoren begleiten uns teilweise seit Jahrzehnten, sie tragen unsere Werte und Visionen mit. Das geht von Dolomiti Superski, über die verschiedenen Tourismusorganisationen in beiden Talschaften und die politischen Institutionen auf lokaler und Landesebene. Aber auch die verschiedenen Sportorganisationen, die Sicherheitskräfte und die vielen Unternehmen – sei es in Südtirol, aber auch darüber hinaus – tragen wesentlich zu unserem Erfolg bei, genauso wie die Mitglieder der beiden Organisationskomitees. Ihnen allen sei von Herzen gedankt“, unterstrichen Senoner und Varallo abschließend.




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