Die Rivalität gipfelte am Montag auf dem Eis

Im Spiel Bozen-Salzburg flogen die Fäuste

Donnerstag, 08. Januar 2026 | 07:00 Uhr

Von: idr

Bozen – Bozen gegen Salzburg ist mehr als nur ein Spiel. Es ist eine Rivalität, die über Jahre gewachsen ist. Am Montagabend vor knapp 5.000 Zuschauern in der ausverkauften Sparkasse Arena eskalierten die Emotionen im dritten Drittel. In der 50. Spielminute gerieten Cristiano DiGiacinto und Tyler Lewington aneinander und lieferten sich einen knallharten Faustkampf – unter den johlenden Rufen des Stadions.

Der bullige Italo-Kanadier DiGiacinto, der für Bozen spielt, behielt dabei die Oberhand. Lewington, der Verteidiger der Salzburger Red Bulls, ging zu Boden. Die Kurve tobte, die Stimmung kochte über. Beide Spieler kassierten eine Fünf-Minuten-Strafe. Für Bozen ergab sich dadurch eine 5-gegen-3-Überzahl, die jedoch ungenutzt blieb.

Geübter und schlagfertig

Geboren in Ontario, stammen DiGiacintos Urgroßeltern aus den Provinzen Teramo und Rom. Lange musste er auf seinen italienischen Pass warten – mittlerweile besitzt er ihn und spielt für die italienische Nationalmannschaft. Für die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina darf er sich berechtigte Hoffnungen auf einen Kaderplatz machen.

DiGiacinto ist kein Unbekannter, wenn es zu Handgemengen kommt: In der vergangenen Saison lieferte er sich im Derby gegen Bruneck einen denkwürdigen Kampf mit dem zwei Meter großen Viktor Svedberg. 2024 wurde er zum kämpferischsten Spieler der Mannschaft gewählt.

Bozen unterlag trotz Überzahl

Trotz der doppelten Überzahl nach dem Fight konnten die Bozner den entscheidenden Treffer nicht erzielen. Die Partie endete 1:1 nach regulärer Spielzeit, ging in die Verlängerung – und schließlich ins Penaltyschießen. Dort behielt Salzburg die Nerven. Troy Bourke verwandelte als einziger Schütze, die Red Bulls gewannen 2:1 und feierten ihren elften Sieg in Folge.

Die Stimmung in der Arena war trotz der Niederlage euphorisch. Kaum ein Zuschauer verließ die Halle mit gesenktem Kopf. Das lag wahrscheinlich nicht zuletzt auch an dem Fight – eine für viele andere Sportarten unvorstellbare Praxis, die jedoch eng mit den Wurzeln des Eishockeys verbunden ist.

Bezirk: Bozen

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