Manzambi war kurz nach seiner Einwechslung der Matchwinner

Joker schießen Schweiz zu 4:1 gegen Bosnien-Herzegowina

Donnerstag, 18. Juni 2026 | 23:50 Uhr

Von: apa

Die Schweiz steht bei der Fußball-WM vor dem Aufstieg ins Sechzehntelfinale. Die Eidgenossen feierten am Donnerstag in Los Angeles gegen Bosnien-Herzegowina einen 4:1 (0:0)-Sieg und halten nach zwei Spielen bei vier Punkten. Matchwinner in der erst im Finish mitreißenden Partie waren die zwei eingewechselten Johan Manzambi (74., 90.) und Ruben Vargas (84.). Ermin Mahmic erzielte den Ehrentreffer (93.), Granit Xhaka setzte per Elfmeter den Schlusspunkt (97.).

Bosniens Teamchef Sergej Barbaraz brachte in der Startelf diesmal Kapitän und Rekordspieler Edin Dzeko, der im Auftaktmatch gegen Kanada (1:1) wegen einer Schulterverletzung fehlte, und den 18-jährigen Jungstar Kerim Alajbegovic, in der abgelaufenen Saison bei Red Bull Salzburg. Dzeko ist damit nach Roger Milla, Luka Modric und Cristiano Ronaldo der vierte Feldspieler, der mit über 40 Jahren bei einer WM zum Einsatz kam.

Sein Team war wie erwartet auf Konter ausgerichtet und überließ zunächst der Schweiz weitgehend den Ball. Die Eidgenossen kamen in der Anfangsphase – meist über die linke Seite – auch aussichtsreich in den Strafraum, doch der Abschluss war vorerst nicht ihre Stärke. Bosnien wurde nach einer halben Stunde erstmals gefährlich und kam danach besser ins Spiel.

Die Joker stechen

Nach der Pause übernahm Bosnien zusehends das Kommando. Der Schweizer Teamchef Murat Yakin reagierte in der 72. Minute mit einem Dreifach-Tausch und bewies dabei eine glückliche Hand. Zwei Minuten nach seiner Einwechslung knallte Manzambi eine schlechte Kopfball-Abwehr von Amar Memic volley ins Netz. Nach einer Roten Karte für Tarik Muharemovic wegen einer Notbremse (80.) legte Vargas das 2:0 nach. Das Duo war auch für die endgültige Entscheidung verantwortlich: Nach Vargas-Vorlage schnürte der 20-jährige Freiburg-Legionär Manzambi seinen Doppelpack. “Es ist wie ein Traum, dass ich an der WM spielen kann, zwei Tore zu schießen und dann Player of the Match zu werden – heute kann ich sicher nicht schlafen”, sagte der zweifache Torschütze.

Der in Wels aufgewachsene, ehemalige ÖFB-Nachwuchsteamspieler Mahmic erzielte zwei Minuten nach seiner Einwechslung den Ehrentreffer für die Bosnier. Nach einem Foul von Memic an Djibril Sow traf Kapitän Xhaka vom Elfmeterpunkt zum Endstand. Die Schweiz, die nächsten Mittwoch noch gegen Co-Gastgeber Kanada antritt, ist auf bestem Weg, zum vierten Mal in Folge die K.o.-Runde zu erreichen. Auch Bosnien-Herzegowina ist noch im Rennen und kann mit einem Sieg gegen Außenseiter Katar bei der zweiten WM-Teilnahme erstmals den Aufstieg schaffen.

“Wichtig sind die drei Punkte. Die haben wir uns hart erarbeitet und verdient gewonnen. Heute hat vieles gepasst. Die Taktik, die wir vorgegeben haben, die Spieler, die reingekommen sind”, sagte der Schweizer Teamchef Yakin.

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