Lamparter wieder mit Silber in der Hand

Kombinierer Lamparter holt zweites Olympia-Silber

Dienstag, 17. Februar 2026 | 15:01 Uhr

Von: apa

Johannes Lamparter hat wie von der Normalschanze auch im Einzel-Großschanzenbewerb in der Nordischen Kombination Olympia-Silber gewonnen. Der 24-jährige Tiroler, der als Sprung-Zweiter in die 10-km-Loipe gegangen war, musste sich am Dienstag nach einer Attacke im letzten Anstieg durch den Jens Luraas Oftebro dem Norweger um 5,9 Sek. geschlagen geben. Oftebro ist damit Doppel-Olympiasieger in Italien. Bronze ging an den Finnen Ilkka Herola (+14,8).

Auch wenn Lamparter mit dem Ziel Gold ins Rennen gegangen war, die große Enttäuschung war ihm nicht anzumerken. “Ich bin schon sehr zufrieden. Man arbeitet den ganzen Sommer darauf hin, dass der Körper und auch der Geist in der Verfassung ist. Von dem her wäre es sinnlos, wenn ich mich über Silber ärgern tät”, erklärte der Tiroler im ORF-TV-Interview. “Ich glaub schon, dass die erste (Medaille, Anm.) emotionaler war, weil es einfach eine erste Olympiamedaille ist. Aber man gewinnt nicht jeden Tag Medaillen, daher bin ich trotzdem sehr, sehr happy mit meinem Job, den ich heute gemacht habe. Ich muss einfach den Hut vor dem überragenden Oftebro im Moment ziehen, der ist einfach extrem stark.”

Blitzstart von Lamparter

Lamparter begann das Rennen wie nach dem Sprung schon angekündigt mit einem sehr schnellen Start. Schon nach 1,2 Kilometern hatte der Österreicher einen Vorsprung von 12,6 Sekunden auf Sprungleader Ryota Yamamoto herausgeholt. Der Japaner hatte das 10-km-Rennen mit acht Sek. Vorsprung auf Lamparter eröffnet. Nach dem ersten Viertel lag er 17,9 voran. Skoglund, Jens Luraas Oftebro und Ilkka Herola verschärften das Tempo und Lamparter wurde noch im Zuge der zweiten Runde von dem Trio eingeholt.

Aus der Vier-Mann-Spitzengruppe fiel Skoglund in der dritten Runde etwas zurück, das Rennen entwickelte sich zum Dreikampf um die Farbe der Medaille. Im vorletzten Anstieg vor dem Ziel setzte sich Oftebro aber entscheidend durch, Lamparter hatte am letzten Kilometer keine Chance mehr auf Gold. Stefan Rettenegger kam als Achter in die Top Ten. Sein Bruder Thomas wurde Elfter.

Lamparter: “Jens hat mit mir gespielt”

Lamparter hatte nicht damit gerechnet, dass er mit dem sehr schnellen Start Oftebro überraschen kann. “Ich habe schon gewusst, dass er mit mir spielt, der Jens, weil er die anderen ausgenutzt hat, dass sie die Führungsarbeit machen. Dann wollte er sofort bei mir vorbei. Ich bin aber trotzdem mitgekommen. Ich bin die ersten zwei Runden vielleicht nicht hundertprozentig gelaufen, aber schon auf Zug. So ist die Gruppe nicht allzu groß geworden, und es waren nur drei, vier Leute.” Zu seiner Zwischenbilanz vor dem Teamsprint am Donnerstag meinte Lamparter: “Wenn man eine Medaille umhängen kann und es klappert, weil Medaille an Medaille zusammenschlägt, ist das immer ein Zeichen, dass man erfolgreich war.”

Die Rettenegger-Brüder waren mit ihren Rennen nicht zufrieden. “Ich habe es auf der Schanze verschissen. Da habe ich vor dem Rennen gewusst, dass da nichts gehen wird”, sagte Stefan, der die ganze Zeit allein laufen musste. “Das war komisch, so ein Rennen, wo man keinen sieht. Aber ich habe einen guten Zug laufen können, ich war schnell. Es zeigt, dass heute was möglich gewesen wäre. Ich habe mich echt gut gefühlt, die Füße waren frisch. Aber das ist leider recht irrelevant.” Er hofft nun auf einen weiteren Einsatz mit Lamparter im Team-Sprint, ein Platz, der ihm kaum zu nehmen sein wird.

Oftebro hat nur von einer Goldenen geträumt

Bruder Thomas habe schon vor dem Rennen gewusst, dass er alles riskieren muss. Das habe ich getan. Es waren zwei Ausgänge, entweder ich komme ganz vorne ins Ziel oder mich sprengt es. Es hat mich heute gesprengt.” Und was sagte der frisch gebackene Doppel-Olympiasieger? Mit Doppel-Gold hatte er jedenfalls nicht gerechnet: “Nein. Ich habe von einer Goldenen geträumt, aber es zweimal zu schaffen, ist großartig. Auch auf der Großschanze, das ist schwer, die Österreicher zu schnappen.”

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