Von: apa
Österreichs Biathlonsport verliert innerhalb von 24 Stunden zwei Topsportler. Nach Lisa Hauser hat am Donnerstag auch Biathlon-“Urgestein” Simon Eder seinen Rücktritt erklärt. Während Hauser dies mit 32 Jahren und doch überraschend tat, kam das Aus des bereits 43-jährigen Eder nicht ganz so unerwartet. Eder war bis zuletzt auch aufgrund seiner Erfahrung der Leader im österreichischen Männer-Team und lässt es nun nach mehr als zwei Jahrzehnten im Weltcup sein.
“Es ist jetzt wirklich so weit. Jeder, der ein bisserl Biathlon-Österreich verfolgt hat, weiß, es ist für mich keine leichte Entscheidung”, sagte Eder im ORF-TV-Interview. “Ich habe meinen Traum gelebt. Ich habe mich durchgerungen. Es ist ein lachendes und ein weinendes Auge, aber ich werde mit der Saison meine Karriere auch beenden.”
Simon Eder war von Kindheit an mit dem Biathlonsport verbunden, kein Wunder war doch sein Papa Alfred mit allein sechs Olympia-Teilnahmen schon eine heimische Legende bei den “Skijägern”. “Der Papa war auch so einer, der so spät aufgehört hat, mit über 40.” Eder habe das auch bei anderen Athleten erlebt, wie etwa bei Ole-Einar Björndalen, der auch mit 43 aufgehört hat. Lange Karrieren wie etwa auch jene von Maurilio de Zolt hätten ihn immer schon fasziniert. “Ich habe gewusst, ich möchte so eine lange Karriere. Mit dem familiären Background war der Weg ein bisserl vorgegeben, aber man braucht schon einen starken inneren Antrieb oder muss es echt gern tun, dass man so lange dabei ist.”
Olympiasilber 2014 erst 2026 erhalten
Simon Eder hat in seiner langen Karriere u.a. zwei Olympia-Silbermedaillen mit der Staffel 2010 und 2014 und sechs WM-Medaillen (zwei Silber, vier Bronze) gewonnen. Er feierte insgesamt sieben Weltcupsiege, davon vier mit der Staffel. Vor allem in Kombination mit Daniel Mesotitsch, Dominik Landertinger und Christoph Sumann war Eder stets ein Medaillenkandidat. Jene Silbermedaille von 2014 wurde dem Quartett nach einem russischen Staatsdopingskandal erst Mitte Februar dieses Jahres nachträglich zugesprochen, aus dem damaligen Bronze wurde dadurch eben Silber.
Großes Lob von Sumann und Stecher
Der Sportliche Leiter Biathlon im ÖSV und frühere Staffelkollege Sumann bezeichnete Eder als Ausnahmeerscheinung in der internationalen Biathlonwelt. “Er hat diesen Sport über zwei Jahrzehnte lang maßgeblich beeinflusst. Gerade am Schießstand gehörte er bis zuletzt zur absoluten Weltelite und es ist einfach beeindruckend, wie viele Jahre er auf Weltklasseniveau performen konnte. Man kann sich Biathlon ohne ihn kaum vorstellen.” ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher lobte Eder als Teil der “erfolgreichsten Biathlon-Generation, die wir in Österreich je hatten und sorgte bei Weltmeisterschaften, Olympischen Spielen und im Weltcup für zahlreiche unvergessliche Momente”. Einzigartig sei, wie lange Eder dank Professionalität und Ehrgeiz so lange in der Weltspitze mitmischen konnte.




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