Von: apa
Mit einem Sieg und zwei Niederlagen haben Österreichs Tennis-Akteure am ersten Wimbledontag bilanziert. Sebastian Ofner besiegte Serbiens Hamad Medjedovic nach 2:53 Stunden 1:6,6:2,4:6,6:3,6:4 und trifft nun auf den Polen Hubert Hurkacz. Lilli Tagger verlor ihr Wimbledon-Debüt gegen Lanlana Tararudee aus Thailand nach 2:40 Stunden 6:7(3),7:5,4:6. Und Österreichs beste Frau, Anastasia Potapova, unterlag am Abend der Spanierin Jessica Bouzas Maneiro überraschend glatt 2:6,3:6.
Ofner blieb in dem Match, in dem “Wundertüte” Medjedovic eine wechselhafte Performance lieferte, geduldig. Das sah er im Interview auf Amazon auch als Schlüssel. “Einfach dranbleiben. Ich habe gewusst, er ist ein Spieler, der unmenschlich spielen kann, aber auch schnell verlieren kann”, sagte Österreichs aktuelle Nummer eins. “Der erste Satz war von mir nicht so gut, aber ich habe gewusst, ich werde reinfinden. Teilweise hat er unglaublich gespielt, teilweise ich richtig gut. Im fünften Satz hab ich richtig gut serviert.”
Das Spiel hatte eigentlich in jedem der fünf Sätze einen dominanteren Spieler. Ofner erwischte einen schwachen Start, musste sich wohl auch erst in seinem ersten Rasenmatch in dieser Saison auf den Belag einstellen. Als der ÖTV-Davis-Cup-Spieler und aktuell einzige Österreicher zumindest in Top-100-Nähe (110.) allerdings nach 108 Minuten 1:2-Sätze in Rückstand geriet und gleich im Auftaktgame des vierten Satzes ein Break kassierte, schien es in Richtung Niederlage zu gehen. Doch Ofner schaffte gegen die aktuelle Nummer 68 im ATP-Ranking das sofortige Rebreak und durchbrach das Service des talentierten, aber nicht konstanten Gegners zum 4:2. Zu null erkämpfte sich Ofner nach 2:22 Stunden einen fünften Satz.
Ofner blieb im Entscheidungssatz ruhig
Nach einem Break zum 4:3 ließ sich der Steirer den Sieg nicht mehr nehmen – und mit vier Assen en suite servierte er bei 5:4 aus. Ofner überzeugte mit dem Aufschlag, schlug 30 Asse. Er hatte auch im Vorjahr in Runde eins gegen Medjedovic gespielt, damals aber von der Aufgabe des Serben beim Stand von 7:6,3:1 für den Österreicher profitiert. Nun geht es gegen Hurkacz, gegen den Ofner beide bisherigen Partien jeweils auf Sand ohne Satzgewinn verloren hat. Zuletzt im Genf-Semifinale 2025. Auf Rasen gilt Hurkacz als stärker, allerdings hat er bisher eine Saison mit vielen frühen Niederlagen absolviert.
Für Tagger geht das Turnier nur noch im Doppel mit Potapova weiter. Die 18-Jährige war gegen Tararudee, der sie in der dritten Quali-Runde der Australian Open 3:6,0:6 unterlegen war, diesmal lange auf Augenhöhe. Nach je zwei Breakchancen zu Beginn des Matches auf beiden Seiten ging Satz eins nach 58 Minuten ins Tiebreak. In diesem erarbeitete sich die Asiatin zum 4:3 ein Minibreak und sieben Minuten später hatte sie 7:3 gewonnen.
Unbelohnte Aufholjagd im 3. Satz
Im zweiten Durchgang überzeugte Tararudee lange beim Aufschlag und ließ für Tagger, die immer wieder in Führung ging, kaum Punkte zu. Doch bei 6:5 bekam die Osttirolerin ihre Chance und nutzte ihren ersten Satzball nach zwölf Winnern nur im zweiten Durchgang zum Gleichstand. Durchgang drei begann nicht nach Wunsch des ÖTV-Teenagers. Der Schützling von Francesca Schiavone musste gleich das Service abgeben, Tararudee zog auf 2:0 davon. Als Tagger dann erneut den Aufschlag zum 0:3 abgab, schien das Match entschieden. Ihre Gegnerin servierte stark und diktierte die Ballwechsel. Bei 1:5 bäumte sich Tagger nochmals auf, schaffte nach Abwehr eines Matchballs zum 3:5 ein Rebreak und verkürzte auf 4:5. Danach nutzte Tararudee aber ihre dritte Chance zum Aufstieg.
“Es war wieder ein extrem knappes Match, schade natürlich. Aber das erste Mal auf Rasen zu spielen, auch wenn ich verloren habe, hat mega Spaß gemacht”, erklärte Tagger, die den Schlüssel zu ihrer Niederlage Anfang des dritten Satzes sah. “Da war ich zu passiv, und sie hat angefangen, locker ihr Spiel zu spielen.” Sie habe ihre Gegnerin zu weit wegziehen lassen. “Da war es schwer, das Match noch umzudrehen. Schade, aber es war ein guter Fight.”
Tagger spielt zunächst noch in Wimbledon Doppel, danach wird es nichts mit einem Trip zum WTA125-Sandturnier in Kitzbühel. “Wir werden nachher auf Hartplatz weitermachen, wahrscheinlich Athen und Prag spielen und unser Spiel auf Hartplatz weiterzuentwickeln.” Sie hätte sehr gern in Österreich gespielt. “Leider fällt es blöd, weil es auf Sandplatz ist, aber sobald das nächste Turnier in Österreich ist, wo der richtige Belag zum richtigen Zeitpunkt ist, bin ich als Erste dabei”, versprach der Jungstar.
Kurzauftritt im Wimbledon-Einzel für Potapova
Während Tagger also wie zuletzt einen Fight in Runde eins verlor, kam das glatte Erstrundenaus der als Nummer 27 gesetzten ÖTV-Nummer-eins Potapova überraschend. Die Doppelstaatsbürgerin war gegen die Spanierin Bouzas Maneiro beim 2:6,3:6 in nur 73 Minuten chancenlos. Erst am Dienstag bekommt es Sinja Kraus im 3. Match nach 13.00 Uhr MESZ mit der Spanierin Oksana Selekhmeteva zu tun.




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