Von: apa
Gleich zum offiziellen Auftakt der Paralympics Samstagfrüh in Italien hat es die ersten zwei Medaillen und auch gleich zwei Titel für Österreich gegeben. Alpinskiläuferin Veronika Aigner gewann mit ihrem neuen Guide Lilly Sammer auf der Tofana von Cortina ebenso in der sehbeeinträchtigten Klasse wie wenig später ihr Bruder Johannes Aigner mit Begleitfahrer Nico Haberl. Am Montag steht der Super-G auf dem Programm, die Paralympics gehen bis 15. März.
“Ich glaube, wir können heute beruhigt schlafen gehen, weil die letzte Nacht war das nicht der Fall. Da sind wir mit 130 Puls im Bett gelegen”, sagte Veronika Aigner nach ihrem ersten paralympischen Abfahrtssieg. Silber ging unter den sieben Teilnehmerinnen an die Italienerinnen Chiara Mazzel/Nicola Cotti Cottini (+0,48 Sek.), Bronze an die Slowakinnen Alexandra Rexova/Sophia Polak (+4,90).
Sammer sprang kurzfristig als Guide ein
“Wir haben das einfach schon von Anfang an im Gespür gehabt, dass das ein Lauf für uns ist. Auf der Tofana haben wir Gas gegeben, die Sprünge sind um einiges weiter gegangen. Wir haben voll riskiert und es hat sich ausgezahlt”, meinte die Niederösterreicherin Aigner, die nun dreifacher Paralympics-Champion ist.
Nach der verletzungsbedingten Absage von Schwester Elisabeth Aigner sprang die erst 16-jährige Sammer bei den Speedrennen und der Kombination kurzfristig als Guide für Veronika Aigner ein. “Ich bin beim ersten Abfahrtstraining meine allererste Abfahrt gefahren. Da habe ich brutal gezittert. Und dann ist es aber immer besser geworden. Schlafen habe ich gar nicht können”, berichtete die Tirolerin. “Aber heute am Start bin ich eigentlich dann ein bisschen lockerer gewesen. Es war einfach richtig lässig und so eine coole Erfahrung. Ich bin einfach dankbar, dass die Vroni mich als Guide genommen hat”, sagte Sammer nach ihrem ersten Paralympics-Sieg.
Favorit Aigner enttäuschte nicht
Johannes Aigner setzte sich vor den Kanadiern Kalle Eriksson/Sierra Smith (+2,25 Sek.) und den Italienern Giacomo Bertagnolli/Andrea Ravelli (+2,56) durch und wurde mit Haberl seiner Favoritenrolle gerecht. Unter den elf Teilnehmern gab es vier Ausfälle. “Es war eine gute Fahrt. Der Druck ist jetzt weg, weil eine Medaille schon da ist. Jetzt kommen wir stressfreier in die nächsten Bewerbe”, sagte der 20-jährige Aigner über seine insgesamt sechste Paralympics-Medaille, der dritten in Gold.
Für seinen Guide Haberl ist es die Medaillen-Premiere. “Gerade weil es meine ersten Paralympics sind, ist es einfach unglaublich. Dass ich das mit Johannes erleben darf, ist so cool und tut richtig gut. Ich bin auch echt stolz auf ihn, dass er da heute so schnell den Berg runtergefahren ist mit mir”, meinte der 25-Jährige. Einer kleinen Geschwister-Party steht jedenfalls nichts mehr im Wege. “Wir werden sicher mal ins Österreich-Haus schauen. Wir sind froh, dass morgen ein Tag frei ist”, schmunzelte Johannes Aigner.
Kein Happy End bei Salchers letzter Abfahrt
Kein Edelmetall für Österreich gab es in der stehenden Klasse. Markus Salcher musste sich in seiner letzten Karriere-Abfahrt mit Rang acht begnügen. “Ich habe alle Tricks ausprobiert, bin aber nicht ins Fahren gekommen. Nichtsdestotrotz muss man sagen, da abzuschwingen und so viele Leute hier zu haben, ist ein schönes Abfahrtsfinale für mich”, sagte der siebenfache Medaillengewinner bei Paralympics aus Kärnten. Neunter wurde Nico Pajantschitsch. Den Sieg holte sich der Schweizer Robin Cuche, der Neffe von Ex-Skistar Didier Cuche.
Russland feierte bei seinem umstrittenen Comeback als Vollmitglied bei den Para-Spielen in Cortina unterdessen zwei Medaillen in den stehenden Bewerben: Alexej Bugajew wurde ebenso Dritter wie Warwara Worontschichina.




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