Von: idr
Mailand – Ausgerechnet jetzt, zum offiziellen Start der Winterspiele, erschüttert ein skurriler Skandal die Skispringer-Szene: Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA untersucht laut BBC Vorwürfe, wonach Athleten sich Hyaluronsäure in den Penis spritzen, um sich einen unfairen Vorteil zu verschaffen.
Der Trick dahinter klingt absurd, ist aber durchdacht: Vor jeder Saison werden Skispringer per 3D-Scanner vermessen. Dabei wird das sogenannte Schrittmaß am tiefsten Punkt der Genitalien angesetzt. Dieser Wert ist ausschlaggebend für die Anzuggröße. Wer sich dort aufspritzen lässt, bekommt ein bis zwei Zentimeter mehr Stoff zugesprochen.
Und das kann einen gewaltigen Unterschied machen: Laut einer wissenschaftlichen Studie reduzieren bereits zwei Zentimeter mehr Anzugfläche den Luftwiderstand um vier Prozent und erhöhen den Auftrieb um fünf Prozent. Das entspricht fast sechs Metern zusätzlicher Sprungweite.
Fall kocht erneut bei Olympia hoch
Die Bild hatte im Januar erstmals über die Vorwürfe berichtet. Bei einer Pressekonferenz in Mailand stellte sich WADA-Chef Olivier Niggli den unangenehmen Fragen. Seine Antwort fiel diplomatisch aus: Falls Beweise auftauchten, werde man prüfen, ob es sich um dopingrelevante Praktiken handle. WADA-Präsident Witold Banka versprach mit einem verschmitzten Lächeln, der Sache nachzugehen.
Manipulation bei Anzügen ist im Skispringen kein neues Phänomen. Erst im vergangenen Jahr kassierten die norwegischen Olympiasieger Marius Lindvik und Johann André Forfang dreimonatige Sperren wegen verstärkter Nähte im Schrittbereich.
Der internationale Skiverband FIS weist die Anschuldigungen scharf zurück. Sprecher Bruno Sassi betonte gegenüber der BBC, es habe niemals Hinweise oder gar Beweise für solche Injektionen gegeben. Urologen warnen dennoch eindringlich vor den drastischen Risiken solcher Eingriffe. Diese reichen von Schmerzen über Deformierungen bis hin zu Gewebetod und Penisverlust.




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