Von: apa
Nach vier Siegen mit über einer Sekunde Vorsprung hat Mikaela Shiffrin im Slalom wieder eine Gegnerin. Triumphierte der US-Skistar am Semmering noch knapp, hatte in Kranjska Gora nun Camille Rast die Nase vorn (+0,14 Sek.). Die Weltmeisterin aus der Schweiz fuhr am Podkoren zweimal Bestzeit und durfte sich am Ende von Shiffrins Siegesserie mit der Branchenkaiserin in einer eigenen Ski-Welt fühlen. Die Dritte, Wendy Holdener aus der Schweiz, lag bereits 1,83 Sek. zurück.
Katharina Truppe wurde Fünfte (+2,20) und bleibt damit die Konstante aus österreichischer Sicht. Erst vor einer Woche war die Kärntnerin am Semmering Fünfte geworden. “Ich habe den Riesentorlauf eingepackt und weggepackt. Es fällt mir leichter, mich nur auf eine Sache zu konzentrieren. Es läuft einfach”, sagte Truppe über ihre Beständigkeit. Sie hat nun die Plätze 16, 6, 7, 4, 5 und 5 zu Buche stehen.
“Ich bin happy mit meinem Skifahren. Sicher, im zweiten Durchgang hat vielleicht das letzte Alzerl Risiko gefehlt”, sagte Truppe, die Rast das Double von Kranjska nur allzu gern gönnte: “Ich bin froh, dass sie einmal die Shiffrin geknackt hat. Camille ist heute gefahren, als ob sie unsterblich wäre. So wie die im Flow ist, wird es noch spannend. Da hat auch die Shiffrin zu tun.”
Rast in Überform
Die zu Saisonbeginn noch unangreifbar wirkende US-Amerikanerin musste sich angesichts eines Zehntel Rückstands nach dem ersten Lauf am Limit bewegen – und legte eine Fahrt hin, die an den meisten Tagen zu ihrem 70. Slalom-Weltcupsieg gereicht hätte. Doch Rast, die aus der Nähe des Silvester-Katastrophenorts Crans Montana stammt, quetschte in der aktuellen Überform noch einmal 4/100 heraus. Sie beendete damit Shiffrins Serie von saisonübergreifend sechs Siegen.
Bisher hat Rast noch jede Führung nach dem ersten Durchgang auch ins Ziel gebracht. “Nach den beiden zweiten Plätzen in Semmering hatte ich Hunger”, sagte Rast im SRF nach dem bereits fünften Podestplatz in Serie. Nach der Fahrt von Shiffrin habe sie die Trainer im Hintergrund raunen hören, da habe sie gewusst: “Okay, jetzt musst du Gas geben.” 120 Punkte liegt sie im Gesamtweltcup hinter Shiffrin. “Beim Skifahren geht es um Sekunden und Zentimeter, Punkte zu zählen überlasse ich den Journalisten”, sagte Rast im ORF.
“Ich hätte nicht härter pushen können”, gestand Shiffrin und gratulierte ihrer Konkurrentin. Shiffrin hatte bereits nach dem ersten Durchgang einigermaßen verblüfft ein enges Rennen und allgemein eine “gute Show” der Slalom-Frauen festgestellt.
Huber, Gallhuber außerhalb der Top 15
Truppe ist nach dem Saisonaus von Katharina Liensberger die einzig verbliebene ÖSV-Hoffnung auf Podestplätze im Slalom. Katharina Huber (16.) und Katharina Gallhuber (21.) sind vor dem Heimrennen in Flachau am Dienstag kommende Woche ohne Top-Ten-Ergebnis. Natalie Falch, die am Semmering als Elfte aufgezeigt hatte, fädelte ein. Leonie Raich (20) holte in ihrem siebenten Weltcuprennen als 29. erstmals Punkte. Die Pitztalerin ist entfernt verwandt mit Benjamin Raich. Lisa Hörhager, die sich rund um Weihnachten beim Slalomtraining einen Einriss des Syndesmosebandes im linken Sprunggelenk zugezogen hatte, verzichtete kurzfristig auf ein Blitzcomeback.
Tierische Belohnung
Historische erste Punkte gab es für Israel durch Noa Szöllös (28.). Die in Ungarn aufgewachsene Sportlerin hatte sich mit Nummer 70 zulasten von Franziska Gritsch (31.) qualifiziert und berichtete nach dem Coup von einer kuriosen Wette. Mit ihren Eltern habe sie schon vor mehreren Jahren vereinbart, dass sie eine Katze bekomme, sollte sie ihre ersten Weltcup-Zähler sammeln. “Mein Papa mag Katzen eigentlich gar nicht, aber ich liebe sie”, sagte Szöllös dem ZDF. Auch ihre Brüder Benjamin und Barnabas fahren Ski, Barnabas war als 34. im Super-G von Cortina d’Ampezzo 2023 schon nah an den ersten Weltcup-Punkten für Israel dran. Dass sie nun die Erste sei, sei “schon ganz, ganz speziell”, sagte die 22-jährige Noa.




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