Katarischer Jubel in der Nachspielzeit

Schweiz verspielt WM-Auftaktsieg bei 1:1 gegen Katar

Samstag, 13. Juni 2026 | 23:50 Uhr

Von: apa

Erst Chancenwucher, dann Last-Minute-Gegentor: Die Schweiz hat am Samstag gegen Katar einen sicher geglaubten Auftaktsieg bei der Fußball-WM verspielt. Die überlegenen Eidgenossen kassierten gegen den amtierenden Asienmeister in der 94. Minute durch Boualem Khoukhi den Ausgleich zum 1:1 (1:0) und ermöglichten Katar damit den ersten Punktgewinn bei einer Weltmeisterschaft überhaupt. Im Parallelspiel tags zuvor hatten sich Kanada und Bosnien ebenfalls mit 1:1 getrennt.

Torjäger Breel Embolo hatte die Schweizer von Trainer Murat Yakin vor 68.000 Zuschauern in Santa Clara per Foulelfmeter in Führung gebracht (17.). Die dominanten Eidgenossen (26:7 Torschüsse) ließen eine Vielzahl an Chancen aus und kassierten kurz vor Schlusspfiff durch einen Kopfball von Khoukhi noch den überraschenden Ausgleich. “Wir sind selber schuld”, meinte Abwehrstar Manuel Akanji. “Uns fehlte die Entschlossenheit vor dem Tor.” Am Donnerstag geht es für die Schweizer in Los Angeles gegen Bosnien und Herzegowina weiter, die Kataris sind kurz darauf bei Co-Gastgeber Kanada in Vancouver zu Gast.

Irreguläres Tor?

Etwas südlich von San Francisco gingen die Schweizer, die vom ersten WM-Viertelfinale seit 1954 träumen, als klarer Favorit ins Match. Nach 100 Sekunden wäre aber fast der WM-Gastgeber von 2022 in Führung gegangen: Edmilson Junior tauchte nach einem Akanji-Fehler alleine vor Gregor Kobel auf, scheiterte mit seinem Außenristschuss aber am BVB-Tormann (2.).

Mit langen Ballbesitzphasen diktierte die Yakin-Elf das Spiel, erste gute Möglichkeiten fand Dan Ndoye (6., 10.) vor. Kurz darauf durften die Schweizer über die verdiente Führung jubeln: Katar-Schlussmann Mahmoud Abunada holte Remo Freuler von den Beinen, den fälligen Elfmeter verwandelte Embolo eiskalt. Zuvor war Freuler aus abseitsverdächtiger Position gestartet, ein 3D-Bildbeweis zur Aufklärung der Situation wurde allerdings nicht geliefert.

Die Schweiz bespielte das Katar-Tor danach in Handball-Manier, verabsäumte es aber, einen zweiten Treffer nachzulegen. In der 21. Minute verhinderte Abunada gegen Denis Zakaria die mögliche Vorentscheidung, genauso wie gegen Ruben Vargas (45.+3). Kurz vor dem Pausenpfiff wurde ein Schuss von Michel Aebischer von einem Katar-Verteidiger auf der Linie geklärt (45.+6). Der von Julen Lopetegui trainierte Außenseiter kam selten zu Entlastungsangriffen, Edmilson Junior zwang Kobel zu einer weiteren Fußabwehr (43.).

Schweiz überlegen, aber glücklos

In der zweiten Hälfte ging es in der gleichen Tonart weiter. Der EM-Viertelfinalist von 2024 erarbeitete sich einige Möglichkeiten, ein Torschrei war aber nicht abzusehen. In der 75. Minute scheiterte Vargas abermals an Abunada, Embolo kurz darauf an seiner Präzision (76.). Deshalb mussten die Schweizer bis zur Schlussphase zittern, auch wenn Katar in der Offensive kaum Zugriff hatte. Ein Roller von Ahmed Alaaeldin (90.) war noch zu wenig für den “lucky punch”, der in Minute 94 dann doch gelang. “Das ist für uns unglaublich bitter”, sagte der Schweizer Goalie Gregor Kobel.

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