Von: APA/dpa
Ein souveräner Jannik Sinner und ein glücklicher Novak Djokovic haben am Mittwoch das Halbfinale der Australian Open erreicht. Während der Titelverteidiger in Melbourne den US-Amerikaner Ben Shelton 6:3,6:4,6:4 abfertigte, profitierte Djokovic von einer Aufgabe Lorenzo Musettis. Der Serbe lag gegen den als Nummer fünf gesetzten Italiener bereits mit zwei Sätzen in Rückstand, als dieser nach 2:08 Stunden beim 6:4,6:3,1:3 aus seiner Sicht verletzungsbedingt aufgab.
Djokovic, der wegen einer Verletzung des Tschechen Jakub Mensik bereits kampflos ins Viertelfinale eingezogen war, ist damit seinem Traum, den 25. Grand-Slam-Titel zu holen, einen Schritt nähergekommen. Im Halbfinale am Freitag wartet nun mit Sinner freilich eine denkbar hohe Hürde. “Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Er war der deutlich bessere Spieler, ich war quasi schon auf dem Weg nach Hause”, sagte Djokovic nach dem plötzlichen Ende der Partie in der Rod Laver Arena. “Wenn man in einem Viertelfinale 2:0-Sätze vorne liegt und das Match komplett unter Kontrolle hat, dann ist es extrem bitter, verletzt aufgeben zu müssen”, sagte die langjährige Nummer eins. “Er hätte heute der Gewinner sein sollen, ohne Zweifel.”
Musetti tief enttäuscht
Musetti, der bei einem Major bisher zweimal bis ins Halbfinale vorgestoßen war, zeigte sich nach dem bitteren Ende tief enttäuscht. “Ich habe keine Worte, um zu sagen, wie schwer es für mich ist”, sagte der 23-jährige Weltranglisten-Fünfte aus Italien. “Es ist definitiv meine bitterste Aufgabe, wenn man bedenkt, wie gut ich gespielt habe und wenn man sich den Spielstand anschaut.” Im Halbfinale sind damit die Top 4 der Welt unter sich. In der oberen Hälfte duellieren einander der Deutsche Alexander Zverev und der Weltranglisten-Erste Carlos Alcaraz aus Spanien um das Endspielticket.
Musetti verpasste ein Treffen mit seinem Landsmann Sinner. Der zeigte gegen den an achter Stelle gesetzten Aufschlagspezialisten Shelton in 2:25 Stunden eine souveräne Vorstellung und kommt seinem dritten Titel Down Under immer näher. In den drei Sätzen genügte Sinner jeweils ein Break, um für klare Verhältnisse zu sorgen. Es war der neunte Erfolg des Italieners gegen den US-Amerikaner hintereinander. Einzig beim ersten Aufeinandertreffen im Oktober 2023 beim ATP-1000-Turnier in Shanghai hatte Shelton die Oberhand behalten.
Sinner steht damit zum sechsten Mal en suite in einem Grand-Slam-Halbfinale, in Melbourne ist er seit 19 Spielen ungeschlagen. Nun wartet der Härtetest gegen Djokovic. “Für diese Momente stehst du morgens auf und trainierst”, sagte Sinner. “Ich weiß, dass ich gegen Novak mein bestes Tennis spielen muss.” Auch der 38-jährige Djokovic steht zum fünften Mal en suite in einem Major-Halbfinale.




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