Rekordjahr für den italienischen Verband

Tennis überholt Fußball: Sinner als Zugpferd

Donnerstag, 08. Januar 2026 | 17:48 Uhr

Von: luk

Rom/Sexten – Der italienische Tennisverband (FITP) hat 2025 erstmals den Fußballverband FIGC bei den Verbandseinnahmen überholt. Mit mehr als 230 Millionen Euro verzeichnete die FITP ein Rekordjahr, während der Fußball bei etwas über 200 Millionen Euro blieb. Ausschlaggebend waren die außergewöhnlichen sportlichen Erfolge der italienischen Tennisspieler sowie das Ausbleiben großer internationaler Turniere im Fußball.

Bereits 2024 hatte der Tennis den Spitzenplatz knapp verfehlt. Im vergangenen Jahr wuchs der Abstand deutlich und für 2026 rechnen Beobachter mit einem weiteren Anstieg der FITP-Einnahmen auf über 250 Millionen Euro.

Haupttreiber der Entwicklung war ein historisches Tennisjahr. Jannik Sinner gewann unter anderem die Australian Open und Wimbledon sowie mehrere ATP-Topturniere. Auch andere italienische Spieler feierten Erfolge. Im Frauenbereich sorgten Jasmine Paolini und das Doppel mit Sara Errani für internationale Titel, ebenso wie die Doppelspieler Simone Bolelli und Andrea Vavassori. Italien war zudem als einziges Land in allen Kategorien der ATP Finals in Turin vertreten und gewann sowohl den Davis Cup als auch den Billie Jean King Cup.

Neben den sportlichen Erfolgen wirkte sich insbesondere der wirtschaftliche Effekt von Jannik Sinner positiv aus. Preisgelder, Sponsorenverträge und seine internationale Strahlkraft machten ihn zum Zugpferd des italienischen Tennis und steigerten Sponsoreneinnahmen, Zuschauerzahlen und Merchandising.

Der Boom spiegelt sich auch in den strukturellen Kennzahlen wider: Seit 2021 hat sich der Produktionswert der FITP mehr als verdoppelt. Tennis und Padel erwirtschaften in Italien inzwischen über acht Milliarden Euro jährlich. Rund 6,2 Millionen Menschen betreiben einen der beiden Sportarten, mehr als 1,2 Millionen mit Vereinszugehörigkeit. Das sind 200 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Mit über 4.400 Vereinen und 2.500 Tennis- und Padelschulen zählt der Racketsport inzwischen zu den stärksten Sportbewegungen des Landes – nur knapp hinter dem Fußball.

Sinner startet 2026 mit klarem Kopf: Showmatch mit Alcaraz, dann Australian Open

Abseits dieser Daten und Fakten hat Jannik Sinner den Jahreswechsel bewusst abseits der Öffentlichkeit verbracht und richtet den Fokus nun auf den Start in die Tennissaison 2026. Nach ruhigen Feiertagen in seiner Heimat Südtirol reiste der Weltranglisten-Zweite nach Asien, wo er am 10. Januar in Seoul zu einem Showmatch gegen Carlos Alcaraz antritt – dem ersten symbolischen Auftritt des neuen Tennisjahres.

Alto Adige

Die Weihnachtstage verbrachte Sinner in Sexten im Hochpustertal, fernab medialer Aufmerksamkeit. Nach einer Trainingsphase in Dubai setzte Sinner in den Dolomiten auf Erholung, Familie und Skifahren. Begleitet wurde er dabei bekanntlich von seiner Partnerin Laila Hasanovic.

Nach dem Auftritt in Seoul beginnt für Sinner die heiße Phase der Vorbereitung auf die Australian Open, die in wenigen Tagen starten. Mit großen Erwartungen, dem Ziel weiterer Titel und dem Angriff auf die Spitze der Weltrangliste geht der Südtiroler mit Ruhe und Selbstvertrauen in die neue Saison.

Bezirk: Pustertal

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