Auf Ingolitsch und seine Elf wartet ein Highlight-Spiel

“Teuer verkaufen”: Sturm reist als Underdog zu Fenerbahce

Dienstag, 04. August 2026 | 13:48 Uhr

Von: importer

Für Sturm Graz geht es derzeit Schlag auf Schlag. Nach den zwei Siegen gegen das schottische Team Heart of Midlothian wartet in der dritten Qualifikationsrunde zur Fußball-Champions-League am Mittwoch (20.00 Uhr/live ORF 1) in Istanbul Fenerbahce auf die Elf von Trainer Fabio Ingolitsch. “Wir wollen uns so teuer wie möglich verkaufen, um uns eine bestmögliche Ausgangslage für unser Heimspiel zu erarbeiten”, sagte Ingolitsch. Das Rückspiel findet nächsten Dienstag statt.

Der Sturm-Coach betonte, dass das wichtigste Ziel bereits erreicht sei. “Wir haben die Europa League eingetütet. Deswegen haben wir die nötige Portion an Mut und an Selbstvertrauen”, erklärte Ingolitsch vor dem Duell zweier nationaler Vizemeister. Die Grazer sind mit drei Siegen in der CL-Quali bzw. im ÖFB-Cup ausgezeichnet in die Saison gestartet, zum Bundesligaauftakt am Samstag gab es allerdings mit einem 1:1 bei der WSG Tirol einen ersten Dämpfer. Besagte Wattener sind es übrigens auch, gegen die die Steirer ihre letzte Pflichtspielniederlage bezogen – ein 1:2 am 14. Februar. Seit 17 Bewerbsspielen sind die “Blackys” ungeschlagen – eine Serie, die in Istanbul zu Ende gehen könnte.

Sechsfacher Marktwert der Türken

Denn das Team des neuen Fenerbahce-Coachs Ismail Kartal hat geschätzt den sechsfachen Marktwert wie die Grazer. Allein in der aktuellen Transferperiode wurden bisher rund 80 Millionen Euro in neue Spieler wie den Engländer Mason Greenwood von Olympique Marseille oder den niederländischen Teamspieler Nathan Ake von Manchester City investiert. Summen, von denen man in der steirischen Landeshauptstadt nur träumen kann.

“Sie wollen unbedingt in die Champions League einziehen. Wir sind der klare Außenseiter, wir nehmen die Rolle gerne an, mit der können wir auch gut leben”, betonte Ingolitsch, dessen Truppe auf Spieler wie Marco Asensio (einst Real Madrid, PSG), Milan Skriniar (Inter, PSG) oder Matteo Guendouzi (Arsenal, Marseille, Lazio) trifft. Fenerbahce, das gegen einen rot-weiß-roten Club noch nie verloren hat, weist auch Österreich-Bezug auf: So ist Rechtsverteidiger Mert Müldür gebürtiger Wiener und begann seine Karriere bei Rapid. Offensivmann Dorgeles Nene wurde im Vorjahr von Red Bull Salzburg geholt – für kolportierte 18 bis 20 Mio. Euro.

Hexenkessel erwartet

Im Sükrü-Saracoglu-Stadion wartet auf die Grazer jedenfalls ein heißer Tanz. “Es wird auch eine mentale Herausforderung, in einem der lautesten Stadien Europas zu spielen vor fanatischen türkischen Fans”, meinte Ingolitsch. Für Mittelfeldmann Jacob Hödl ist es wiederum “am coolsten, vor so einer Kulisse zu spielen”. Vorbild soll der 2:0-Auswärtssieg bei den Hearts sein. “Es ist gut, dass wir dieses gemeinsame Erlebnis in Schottland hatten. Wir hoffen, dass wir daran anschließen können in einem noch größeren Hexenkessel vor einer noch größeren Kulisse. Es ist die nächste Feuertaufe, wo wir sehen werden, wie weit unsere junge Mannschaft schon ist”, sagte Ingolitsch.

Verpassen werden diese Otar Kiteishvili (Wade), Filip Rozga (Muskelverletzung) und Leon Grgic (rekonvaleszent), das Trio saß nicht im Flieger nach Istanbul. Kiteishvili, bei dem man nichts überstürzen wolle, sei “kaum bis gar nicht zu kompensieren”, das müsse das ganze Kollektiv gemeinsam auffangen, verlangte Ingolitsch. Das ist bisher ganz gut gelungen. Mut macht auch, dass sich Fenerbahce in seinen zwei Saison-Pflichtspielen in der CL-Quali gegen Gornik Zabrze (1:0 und 1:1) noch nicht als Topteam präsentiert hat.

Im Schatten des Wettskandals

Nicht mit von der Partie wird Fenerbahce-Kapitän Mert Hakan Yandas sein. Der Mittelfeldspieler ist wegen seiner Beteiligung am türkischen Wettskandal, der Ende 2025 für Schlagzeilen gesorgt hatte, gesperrt. Yandas saß in Untersuchungshaft und wurde vom Disziplinarausschuss des türkischen Verbands für ein Jahr für jegliche fußballerische Aktivitäten suspendiert. Diese Sperre wurde vor wenigen Tagen überraschend vom Berufungsgericht auf sechs Monate verkürzt und gilt nun bis Ende Oktober. Trotz seiner prominenten Rolle im Skandal gab Fenerbahce Yandas im Juli einen neuen Einjahresvertrag auf Mindestlohn-Basis. Gespielt hat der 31-Jährige – wegen Verletzungen und der Sperre – allerdings zuletzt vor 16 Monaten.

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