Die Verwaltung des Klosters wird inzwischen der Diözese anvertraut

Benediktinisches Klosterleben in Säben geht zu Ende

Freitag, 07. Mai 2021 | 13:21 Uhr

Klausen – Die Schwestern der Abtei vom Heiligen Kreuz in Säben werden das Kloster in absehbarer Zeit verlassen. Dies hat Äbtissin Sr. Maria Ancilla Hohenegger OSB dem Diözesanbischof Ivo Muser, und dem Abtpräses der Beuroner Benediktinerkongregation, zu der die Abtei Säben gehört, Albert Schmidt OSB, nach ausführlichen Beratungen mitgeteilt.

„Ich habe lange mit mir gerungen, und dieser Entschluss fällt mir sehr schwer“, sagt die Äbtissin, „doch durch die personelle Entwicklung ist er unumgänglich geworden.“ 1996, als Sr. Maria Ancilla Hohenegger zur Äbtissin gewählt wurde, gehörten dem Kloster 18 Schwestern an. Heute besteht die Gemeinschaft von Säben aus drei Schwestern, von denen zwei die Feierlichen Gelübde abgelegt haben. Diese können das weitläufige Gebäude weder sinnvoll nutzen, noch können sie die hohen jährlichen Unterhaltskosten aufbringen.

„Auch wenn das Aufgeben eines Klosters immer schmerzt, unterstütze ich diesen mutigen Schritt“, erklärt der Leiter der Beuroner Benediktinerkongregation, Abtpräses Albert Schmidt OSB. „Wenn eine Gemeinschaft ihre wirtschaftliche Zukunft nicht mehr selbständig sichern kann, ist der Abschied ein notwendiger, wenn auch einschneidender Schritt. Ihn jetzt zu tun bedeutet kein Scheitern, sondern es zeugt von Verantwortung. All das, was ein Kloster in der Zeit seines Bestehens gelebt und gewirkt hat, bleibt wertvoll und fruchtbar.“

Dass ein Orden ein Kloster aufgibt, ist inzwischen keine Seltenheit mehr. Abtpräses Schmidt: „Allein in unserer Kongregation müssen wir jetzt zum dritten Mal innerhalb von zwanzig Jahren die Erfahrung machen, dass eine Gemeinschaft ihr Ende erlebt.“ Auch in Südtirol haben in den vergangenen Jahren Ordensgemeinschaften einzelne Klöster aufgegeben. Zwei Schwestern der Abtei Säben werden nun in nächster Zeit in die Zisterzienserinnenabtei Mariengarten in St. Pauls wechseln und eine Schwester will in die Abtei Nonnberg in Salzburg übertreten.

„Die Diözese Bozen-Brixen ist den Benediktinerinnen dankbar für ihre Präsenz durch über 335 Jahre auf dem Heiligen Berg Südtirols,“ betont Bischof Ivo Muser. „Durch das Gebet der Schwestern, durch ihr Glaubenszeugnis und durch die Gastfreundschaft, die sie vielen Menschen erwiesen haben, ist von Kloster Säben reicher Segen auf unser Land und darüber hinaus ausgegangen. Es muss uns allen ein Anliegen sein, dass Säben ein geistlicher Ort bleibt. Die Diözese Bozen-Brixen wird jetzt prüfen, wie die Klostergebäude künftig genutzt werden können.“

Kloster Säben

Säben ist der alte Bischofssitz der Diözese. Die ersten Bischöfe haben auf dem Säbener Berg residiert, bis sie im Mittelalter ihren Wohnsitz nach Brixen verlegten. In der Folge wurde Säben zu einer bischöflichen Burg ausgebaut, verfiel aber mit der Zeit. Die große Wallfahrt der Ladiner aber, die seit dem 13./14. Jahrhundert alle drei Jahre stattfindet und nach Säben führt, konnte immer gehalten werden.

Im 17. Jahrhundert begann der Stadtpfarrer von Klausen, Domkapitular Matthias Jenner, mit dem Wiederaufbau der verfallenen Bauten, die vom Bistum Brixen zur Verfügung gestellt wurden, um hier ein Kloster zu errichten. Vom Benediktinerinnenstift Nonnberg bei Salzburg kamen im Jahre 1685 die ersten Nonnen, und im Jahr darauf wurde das Kloster vom Bischof von Brixen formell errichtet und blieb ihm über Jahrhunderte hin unterstellt. Aus diesem Grund haben die verbleibenden Schwestern auf Säben schon vor einigen Jahren entschieden, diesen Ort im Falle einer Aufhebung der Abtei der Diözese anzuvertrauen.

Von: luk

Bezirk: Eisacktal

Kommentare

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30 Kommentare auf "Benediktinisches Klosterleben in Säben geht zu Ende"


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brunner
brunner
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Sehr schade…..Ein grosses Vergelt’s Gott für all das Gute, das die Schwestern in der Vergangenheit erreicht und geleistet haben!

inni
inni
Superredner
1 Monat 13 Tage

… und das wäre ?

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Hallo @inni,

für..

Jahrzehntelanges Pflegen von einem Südtiroler Wahrzeichen für Gotteslohn
Aufzeigen von alternativen Lebenswegen ohne Gewinnstreben
Helfende Hände und Barmherzigkeit wenn an die Pforte geklopft wurde
Konsequentes Vorleben von Glauben und Prinzipien

Auf Wiedersehen in Südtirol

inni
inni
Superredner
1 Monat 13 Tage

.. sie müssen und mussten sich aber nie dem Überlebenskampf einer einfachen Familie mit Kindern stellen. Sind sorgenfrei, frei und unberührt von finantiellen Nöten. Außerdem haben sie ein Zuhause mit einem Platzangebot, das außerhalb dieser geschützten Mauern kaum zu übertreffen ist.

Zefix
Zefix
Tratscher
1 Monat 12 Tage

na bitte…

nickzz
nickzz
Grünschnabel
1 Monat 12 Tage

Deine Ansicht muss man nicht unbedingt teilen. Bleibt schliesslich jedem frei, mit welchen Ueberlebenskaempfen er es in seinem Leben aufnehmen will……. Niemand zwingt dich eine einfache Familie zu haben und niemand zwingt einem ins Kloster zu gehen. Ueber andere zu urteilen, ohne Ahnung von derem Leben und Beweggruende zu haben, finde ich ein bischen unfair.

Lorenzina
Lorenzina
Grünschnabel
1 Monat 12 Tage

@inni Sie hatten sicher auch die Möglichkeit in dieses Kloster ein zu treten,warum haben sie es nicht genutzt?

PuggaNagga
1 Monat 13 Tage

Die Kirche (Vatikan) hätte genügend Geld um den Erhalt des Gebäudes aufrecht zu erhalten.
Schwestern sind doch sehr sparsam. Ein bisschen Heizung, Strom und Essen, mehr brauchen die nicht.

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Du lebst in einer Sozialwohnung und musst kein eigenes Haus instadhalten???
Oder???

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

@nuisnix …früher oder später wird a tuires residence draus…
🤪

bon jour
bon jour
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

pugganagga, die Stimme der Ignoranz

Staenkerer
1 Monat 13 Tage

jo, jo, ollm no zommroffn, ober nix investiern welln….
des hobn mir gern!

PuggaNagga
1 Monat 12 Tage

@nuisnix
😂😂😂
Sozialwohnung????
😂😂
Jo, jo wenn du muansch.

PuggaNagga
1 Monat 12 Tage

Isch decht aso.
Di Kirche hortit X Milliarden Euro!
Lei di Südtiroler Kirche hot a Vermögen von ibor 1 Milliarde Euro.
Muas holt a poor Millionen springen lossn und di Klöster erholtn, sanieren.
Wos tatn a Privatunternehmer? Sem isch holt a amol Geld in di Hond zi nemmen.

Offline
Offline
Universalgelehrter
1 Monat 12 Tage

@Doolin..👍könnte vielleicht ein lohnendes Investment mit Umbau in ein luxuriöses 5 * Ressort für Herrn Benko sein ?

Lorenzina
Lorenzina
Grünschnabel
1 Monat 12 Tage

@PuggaNagga Das musst du mir jetzt erzählen,wie und wo dieses Vermögen liegt und wie es ausschaut

PuggaNagga
1 Monat 12 Tage

@Lorenzina
Definition Vermögen: Ist der in Geld ausgedrückte Wert aller materiellen und immateriellen Güter, die im Eigentum einer Wirtschaftseinheit stehen.
Und jetzt darfst du selber rausfinden wo die ganzen Liegenschaften sind.

heris
heris
Grünschnabel
1 Monat 13 Tage

In eine  Staatliche Jugendherberge umwandeln — das wäre ein sinnvolles Langzeit –  Projekt . Und der Jugend wieder mehr an Christliche Werte zu vermitteln würde auch nicht schaden.

Leonor
Leonor
Superredner
1 Monat 13 Tage

heris

Moslems, Zeugen Jehovas, Evanglisten??? Also….wie willst du das bitte schön anstellen?

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Bekannterweise habe ich ja ein Herz für sture,kompromisslose Dickschädel.

Den verbliebenen Klosterschwestern wünsche ich alles Gute für ihren weiteren Lebensweg und allzeit das zufriedene Gefühl Gottes Segen zu haben

Auf Wiedersehen in Südtirol

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Superredner
1 Monat 13 Tage

Die gottvertrauten Dienerinnen des Herrn werden uns allen fehlen. Was sind das doch für herrliche Menschen, die sich im Diesseits bereits für das Jenseits entscheiden und der Lächerlichkeit des vergänglichen Materiellen überzeugt und ohne Wenn und Aber abschwören.

neidhassmissgunst
neidhassmissgunst
Superredner
1 Monat 13 Tage

Do weard sicher a 5 Sterne Grossraumsuiten- und Challethotel oder ein Benko- Oetziprojekt um 100 Millionen Euro.

Entequatch
Entequatch
Grünschnabel
1 Monat 13 Tage

Super lage für ein hotel. Mal schauen wer dran kommt

vitus
vitus
Tratscher
1 Monat 13 Tage

Das Problem ist die Art und Weise wie der Kirchenstaat sich selbst verwaltet und vorschreibt, wie man im Glauben leben muss! Das ist für die Jugend uninteressant. Wer wird da Ordensschwester oder Priester?! Aussterben ist da vorprogrammiert!

neidhassmissgunst
neidhassmissgunst
Superredner
1 Monat 13 Tage

Eigentlich isch do in mittleren Eisacktol eh recht Platzmangel – Siehe die ingekesselten Häuser in Klausen. Nor wenn man bedenkt wos für a groasse Fläche die Kirch af den Knotten oben hot – glei amol a Aufzug bauen.

Mutti
Mutti
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Jo schode,kannt man woll für suscht wos hernemm

brixna
brixna
Tratscher
1 Monat 12 Tage

Tat a hochsicherheitsgefägniss moch für die corona-regel-missochter 😂😅

lissi81
lissi81
Grünschnabel
1 Monat 12 Tage

@brixna
Super Idee!!

Opa1950
Opa1950
Tratscher
1 Monat 12 Tage

Die katholische Kirche unter der Leitung des Bischofs wird schon etwas daraus machen, natürlich etwas was der Kirche noch mehr Reichtum bringen soll.

Oma
Oma
Superredner
1 Monat 12 Tage

… vielleicht sind da schon die Chinesen am werkeln 🤔

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