Eine Kerze für alle Corona-Verstorbenen

Bischof Muser: Corona-Pandemie als aufrüttelnde Chancen nützen

Donnerstag, 18. März 2021 | 11:48 Uhr

Bozen – Beim Gedenkgottesdienst für die Opfer der Corona-Pandemie hat Bischof Ivo Muser heute eine Kerze für alle Corona-Verstorbenen entzündet. Bei seiner Predigt sagte der Bischof, dass die Hoffnung dabei helfe, die Coronapandemie zur aufrüttelnden Chance zu machen: „Die Krise kann Anlass für ein bewusstes Innehalten sein, für ein Nein zu einem oberflächlichen ‚Nur weiter so‘. Das setzt voraus, dass wir nicht einfach zur Normalität vor der Krise zurückkehren wollen, sondern dass wir gemeinsam an einer in der Krise verwandelten und gereinigten Normalität unseres Lebens und unseres Zusammenlebens arbeiten.“

Am heutigen Donnerstag, 18. März, wird in Südtirol und in Italien der Opfer der Corona-Pandemie gedacht. Unter dem Leitmotiv „Innehalten.Gedenken.Ermutigen – Ein gemeinsames Erinnern an die Corona-Verstorbenen“ rufen Südtiroler Organisationen und Institutionen, u.a. die Diözese Bozen-Brixen, dazu auf, gemeinsam Momente des Erinnerns zu schaffen. Bischof Ivo Muser hat im Bozner Dom einen Gottesdienst gefeiert.

In seiner Predigt sprach der Bischof von der Hoffnung in dieser schwierigen Zeit: „Gläubige Menschen sind Menschen der Hoffnung. Mit dieser Hoffnung beten wir heute für die mehr als 1000 Menschen aus Südtirol, die mit oder am Coronavirus gestorben sind, für alle Coronatoten Italiens, Europas und der ganzen Welt. Dabei geht es nicht um namenlose Zahlen, sondern um konkrete Menschen mit ihrer Lebensgeschichte, mit den Beziehungen, in denen sie standen, mit den Spuren, die sie gelegt haben und uns zum Weitergehen hinterlassen. Wir drücken unsere Nähe all jenen aus, die um einen lieben Menschen trauern. Nahe sind wir allen, denen es nicht mehr möglich war, sich von den eigenen Angehörigen zu verabschieden und sie auf ihrem letzten irdischen Weg zu begleiten. Das tut weh und hinterlässt Wunden. Diese leidvolle Erfahrung kann uns allen helfen, wieder zu entdecken, wie wichtig menschliche Nähe und Gemeinschaft sind – gerade auch in der Annahme des Todes und der vielen Fragen, die er aufwirft.“

Weiters sagte der Bischof, dass dieser Gedächtnistag Mut machen soll zu einer anderen Art der Ansteckung: jene, die durch die Hoffnung übertragen wird und die von Herz zu Herz geht. Bischof Muser: „Diese Hoffnung hilft uns, dass diese Coronapandemie auch zur aufrüttelnden Chance werden kann, zum Anlass für ein bewusstes Innehalten, für eine Kehrtwende, für ein Nein zu einem oberflächlichen ‚Nur weiter so‘. Das setzt voraus, dass wir nicht einfach zur Normalität vor der Krise zurückkehren wollen, sondern dass wir gemeinsam an einer in der Krise verwandelten und gereinigten Normalität unseres Lebens und unseres Zusammenlebens arbeiten.“

Kerze für die Corona-Toten

Nach den Fürbitten hat Bischof Muser eine Kerze für die Corona-Toten an der Osterkerze entzündet. Dabei sagte er: „Im Licht dieser Kerze nehmen wir unsere Trauer um liebe Menschen in unsre Gebete, damit unsere Schmerzen geheilt werden. Wir nehmen unsere Tränen in unsere Gebete, damit sie verwandelt werden in Dankbarkeit und Freude. Im Licht dieser Kerze und im Gedenken an unsere Verstorbenen rücken wir zusammen. Wir wissen: Ein Licht leuchtet in der Nacht. Und weckt die Hoffnung auf ein Morgen.“ Anschließend hat Bischof Muser die brennende Kerze an das Grab des seligen Josef Mayr-Nusser gestellt.

Glockenläuten und Kerzen in den Fenstern

Am Abend des heutigen Gedenktages läuten ab 19.00 Uhr alle Kirchenglocken in der Diözese um 19.00 Uhr für fünf Minuten. Zugleich sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, Kerzen ins Fenster zu stellen. Unterlagen für einen Moment des Innehaltens und Gedenkens zuhause gibt’s auf www.bz-bx.net/zuhause.

In Südtirol haben neben der Diözese der Südtiroler Landtag, das Land Südtirol, der Verband der Seniorenwohnheime Südtirols, der Seniorenbund, die Caritas und der Südtiroler Jugendring dazu aufgerufen, gemeinsam Momente des Erinnerns zu schaffen. Informationen zum Gedenktag und den jeweiligen Aktionen sind auf den jeweiligen Internetseiten und in den Sozialen Medien der Institutionen und Organisationen zu finden.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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8 Kommentare auf "Bischof Muser: Corona-Pandemie als aufrüttelnde Chancen nützen"


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Tratscher
27 Tage 12 h

Meine Güte die Kirche soll mal ganz schnell still sein…Ich sag nur die abgelehnte Segnung gegen gewisse Menschen….

Mauler
Mauler
Superredner
27 Tage 11 h

Aha die Kirche!
Millionen afn Konto ober wenn zu helfen isch koan Tippel ausertian… Lei gscheid reden!
Amen

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
27 Tage 11 h

Genau das Gegenteil wird der Fall sein!
Sollte die Krise irgendwann enden, wird dann mit Vollgas und noch mehr Stress ohne Rücksicht auf das eigene Leben “gearbeitet”.
Alle guten Vorsätze, die jetzt gefasst werden, werden von einem Tag auf den anderen vergessen sein!

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
27 Tage 11 h

Da kann man nur zustimmen, die Spassgesellschaft vergisst schnell.
Wenn man die als Helfen beklatschten und vielgelobten Pflegekräfte denkt, denen man dann die verdiente Anerkennung zögerlich gab.

Cristian
Cristian
Neuling
27 Tage 11 h

Der Bischof soll einfach den Mund halten die ganze Kirche auch ansonsten sollen sie mal Geld locker machen das sie ja zu genüge haben

Sag mal
Sag mal
Kinig
27 Tage 10 h

die Pandemie wäre eine Chance wenns die Leute verstehn würden.Scheint nicht der Fall zu seinDas ist das Problem .

brunner
brunner
Universalgelehrter
27 Tage 7 h

Bravo Kirche! Stellung beziehen und auch politische Meinungen abgeben….das heißt lebendige Kirche!Nicht zu allem Ja und Amen sagen!

nickzz
nickzz
Neuling
27 Tage 48 Min

Einer der wenigen positiven Effekte von Corona ist, dass der Mensch nun seit über einem Jahr die Chance hat mal in sich zu gehen. Allein mit sich selbst sein, sein Leben vielleicht auch mal überdenken, Ruhe finden und sich auf die schönen und freudespendenden Dinge fokussieren. Manche lebens vor, andere streben danach und manche werdens nie kapieren. Der Glaube hilft jenen, die Hilfe suchen und nicht jenen die nur das Schlechte rausfiltern um draufrumtrampeln zu können.

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