Bildungsarbeit im Dorf: Projekte die sich sehen lassen können

Biwep-Bildungsweg Pustertal – 20 Jahre erfolgreiches Netzwerken

Donnerstag, 25. Oktober 2018 | 17:11 Uhr

Bruneck – „Ein wertvoller Beitrag zur Bildungslandschaft“, „ein großer Gewinn für unsere Gemeinde“, ein „Schlüsselerfolg für den Bezirk“, – Kommentare, mit denen das Team und der Vorstand des Bildungsweg Pustertal am Samstagvormittag die gelungene Jubiläumsfeier verlassen hat.

Das Biwep Team und der Vorstand freuen sich über ein derartiges Feedback. In den letzten Jahren wurde keine Mühe gescheut, den zahlreichen Mitgliedern wie Bildungsausschüssen, Vereinen, Gemeinden, Schulen, Kindergärten, Kinder- und Freizeitbetreuungsanbietern bei der Verwirklichung von Projekten und Initiativen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Der Bildungsweg Pustertal gehört seit nunmehr 20 Jahren zu den fest etablierten Institutionen im Pustertal. Er begleitet Gemeinden und Bildungsausschüsse beim Weg ins Rampenlicht, schreibt Anträge und studiert Möglichkeiten zur Verwirklichung der Anliegen. Als Autor zahlreicher Konzepte wird er meist im Abspann genannt. „Der Biwep geht einen anderen Weg – den Bildungsweg Pustertal“, formulierte Roland Grießmair, Präsident der Bezirksgemeinschaft in seinen Grußworten und verwies damit auf die Entscheidung der ersten Stunden: Der Bildungsweg wollte kein Bildungshaus sein, sondern die dezentralen, lokalen Ideen bei deren Verwirklichung unterstützen. Der Verein ist Werkstatt und Plattform zur Umsetzung spannender Vorschläge zur Gestaltung des eigenen Lebensumfeldes. Mit einbezogen werden viele, in Form von Netzwerken, Arbeitsgruppen und Zukunftswerkstätten. Als eine Art Trendscout für Gesellschaft hat sich der Bildungsweg Pustertal die drei großen gesellschaftlichen Säulen zum Thema gemacht: Familie, Bildung und Kultur – Themen, die uns alle angehen. Das haben auch die Gemeinden im Pustertal realisiert, die sich ab 2007 unter der Koordination des Biwep zum Bündnis der Familienfreundlichen Gemeinden, heute zum Bündnis für Familie erweitert, zusammengeschlossen haben. Hier reicht das aktionsreiche Programm von neu gegründeten Eltern-Kind-Zentren über gesicherte Gehwege hin zu Familienbildungsveranstaltungen.

Bildungsarbeit im Dorf: Projekte die sich sehen lassen können

Im Rampenlicht der Feierlichkeiten stand nicht nur der Biwep-Bildungsweg Pustertal selbst, sondern auch viele seiner zahlreichen Mitglieder, die sich in den Bildungsausschüssen, im Bündnis für Familie oder im Netzwerk Kinderzeit engagieren. Im Zuge der Ausstellung präsentierten die Mitgliedsorganisationen ihre Projekte mit vielfältigen Themen und Angeboten. Projekte, die sich sehen lassen können – im wahrsten Sinne des Wortes! So wurden die Filmprojekte der Bildungsausschüsse St. Georgen und Sand in Taufers vorgestellt. Sie leisten mit diesen Projekten nicht nur wertvolle Archivierungstätigkeiten für die nachfolgenden Generationen, nein, sie machen durch den Einsatz neuer Medien die Geschichte des Dorfes auch der Jugend zugänglich.

Mut zur Solidarität

„Am Ende bleibt Beziehung“, referierte Inge Patsch, Logotherapeutin aus Axams (A). Sie fordert mehr Mut zur Solidarität und Mut zur Begegnung. Unsere Gesellschaft braucht Menschen, die sich mit Begeisterung für etwas einsetzen, das der Gemeinschaft dient. Entscheidungen gestalten das Leben, nicht die Bedingungen, die wir vorfinden, doch lassen wir uns oft von unseren Sichtweisen blenden anstatt uns auf Begegnungen auf Augenhöhe einzulassen.

Im Zentrum stand auch die Expertenrunde am Podium zum Thema Mehrwert für Familie. Dabei diskutierten Gudio Bocher, Bürgermeister von Toblach, Gabrielle Morandell, Volksanwältin, Philipp Moser, Präsident des Handels- und Dienstleistungsverbandes Südtirol hds, Inge Patsch, Logotherapeutin und Irmgard Pörnbacher, Geschäftsführerin des Biwep. Den Mehrwert für Familien identifizierten die Podiumsgäste vor allem im gemeinsamen Dialog, ob in der Wirtschaft, Gemeinde, Volksanwaltschaft, im Ehrenamt oder Einrichtungen. Wenn sich Familien, Bürger, Unternehmer mit ihren Themen auch als Menschen ernst genommen fühlen, angehört werden und unterschiedliche Positionen Verständnis füreinander zeigen, kann Gutes gelingen. So treten über den Dialog der Menschen auch die unterschiedlichen Themen in eine Entwicklung und in Austausch.

Guido Bocher wünscht sich zudem „eine Gesellschaft, die ein bisschen mehr das WIR braucht als das ICH“. Der Bürgermeister von Toblach würdigt die wertvolle Arbeit der Ehrenamtlichen in seiner Gemeinde: Durch ihr Engagement stärken sie Dorfgemeinschaft und Solidarität, damit kommt jede Investition, ob finanzieller oder ideeller Natur, doppelt in die Gemeinschaft zurück.

Für die Familien vor Ort ist es wichtig aufgefangen zu sein, in welcher Art auch immer, bedeutend ist die Unterstützung von Anfang an! Dafür braucht es gute Netzwerke und Menschen mit dem Mut zur Begegnung, Menschen, die sich für Familien einsetzen, ihre Bedürfnisse kennen und wahrnehmen, ihre Ideen aufgreifen und weiterführen, so Irmgard Pörnbacher, Geschäftsführerin des Biwep.

Familienfreundliche Gemeinde und Entscheidungsträger

Eine gelungene Feier, die durch den Input aller Mitwirkenden getragen wurde. Eine Veranstaltung, die zeigt, dass sich der Einsatz lohnt und der Bildungsweg Pustertal ein guter Weg ist, Familien, Bildung und Kultur in den Dörfern zu stärken. Der Biwep, das Team und sein Vorstand wollen Ehrenamt und Gemeinden im Pustertal noch viele Jahre weiter begleiten und Partizipation der Menschen vor Ort fördern: Als Motivationsmotor, treibende Kraft und Unterstützer. Nur durch die jahrelange Unterstützung der Bezirksgemeinschaft Pustertal und der LandesrätInnen für Familie und Kultur konnte dies gelingen und wird dieser Weg weiter begangen werden können.

Von: luk

Bezirk: Pustertal

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