Anbauen, ernähren, bewahren - gemeinsam

Der Südtiroler Ernährungspreis 2020 geht an Juliane Gasser Pellegrini

Donnerstag, 15. Oktober 2020 | 19:25 Uhr

Bozen – Nach der ersten Preisvergabe 2019 hat der Südtiroler Ernährungsrat in diesem Jahr anlässlich des Welternährungstages am 16. Oktober zum zweiten Mal den Südtiroler Ernährungspreis verliehen. Ausgezeichnet wurde die ehemalige Direktorin der Fachschulen für Land-, Hauswirtschaft und Ernährung Salern und Dietenheim, Juliane Gasser Pellegrini.

Die Vereinten Nationen haben den 16. Oktober jeden Jahres zum Welternährungstag erklärt. Der Fokus heuer liegt auf einer nachhaltigeren Nahrungsmittelproduktion. Denn obwohl es weltweit mindestens 30.000 essbare Pflanzenarten gibt, machen heute nur neun Pflanzenarten 66 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Produktion aus. Um die Menschheit zu ernähren und zugleich unseren Planeten zu bewahren, ist es jedoch notwendig, die Nahrungsmittelproduktion zu diversifizieren, sprich mehr verschiedene Kulturen und mehr verschiedene Arten anzubauen. Darauf weist das diesjährige Motto „Anbauen, ernähren, bewahren. Gemeinsam.“ hin.

Dieses Motto könnte zugleich nicht passender sein, um das Wirken von Juliane Gasser Pellegrini in Südtirol zu beschreiben. Von 1999 bis 2003 war sie Schulleiterin an der Fachschule für Landwirtschaft Salern, von 2003 bis 2019 stand sie als Direktorin den beiden Fachschulen für Land-, Hauswirtschaft und Ernährung Salern und Dietenheim vor. Dabei war es ihr immer ein Herzensanliegen, eine möglichst gute Vernetzung zwischen der landwirtschaftlichen Produktion und den Konsumenten und Konsumentinnen sowie auch der Gastronomie herzustellen. Viele ihrer Initiativen hatten dies zum Ziel, darunter Lehrgänge im Rahmen der sozialen Landwirtschaft, Erstellung didaktischer Materialien für Schulen, Entwicklung von Schule am Bauernhof und Bauernhofkiste, Gestaltung von Produktbroschüren zu Hülsenfrüchten, Kohl, Kräutern, Getreide, Graukäse u.v.m. und nicht zuletzt die Entwicklung der Qualitätsfleischmarke Bio*Beef. Auch ist es ihr gelungen, die biologische Wirtschaftsweise in der schulischen Ausbildung zu verankern.

Für dieses ihr berufliches Wirken wird sie heuer mit der Verleihung des zweiten Südtiroler Ernährungspreises gewürdigt. „Der Preis zeichnet Organisationen, Initiativen oder Personen aus, welche sich um das Südtiroler Ernährungssystem besonders verdient gemacht haben“, beschreibt Silke Raffeiner, Sprecherin des Südtiroler Ernährungsrates, die Ausrichtung des Preises. „Frau Gasser Pellegrini hat als Direktorin der Fachschulen und mit ihren vielen Initiativen einen unverzichtbaren und vorbildlichen Beitrag zur Weiterentwicklung und Zukunftsfähigkeit des Südtiroler Ernährungssystems geleistet“, begründet Sprecher Christian Fischer die Entscheidung des Ernährungsrates.

Der Südtiroler Ernährungspreis wurde 2019 erstmals vergeben, damals an den Verband Bioland Südtirol. 2020 ist die zweite Auflage, der Preis wird jährlich als öffentliche Auszeichnung durch den Südtiroler Ernährungsrat vergeben. Juliane Gasser Pellegrini nahm die Auszeichnung von Sprecher Christian Fischer und den Ratsmitgliedern Gudrun Ladurner, Verena Gschnell und Ulrike Laimer entgegen und zeigte sich über die Würdigung sehr erfreut. Zugleich merkte sie an, dass sich eigentlich die ihr anvertrauten Schulen als Ganze, mit dem gesamten Personal, die Auszeichnung verdienen würden.

Ernährungsräte (englisch: Food Policy Councils) haben zum Ziel, die Ernährungspolitik auf lokaler Ebene, meist in Gemeinden oder Städten, mitzugestalten. Der Südtiroler Ernährungsrat setzt sich seit seiner Gründung vor exakt drei Jahren, am Welternährungstag 2017, dafür ein, das Südtiroler Ernährungssystem zukunftsfähiger zu gestalten.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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