Locarno-Präsidentin Maja Hoffmann bei der Programmpräsentation (links)

Filmfestspiele heuer mit buntem Programm ohne Rot-Weiß-Rot

Donnerstag, 09. Juli 2026 | 12:56 Uhr

Von: APA/dpa

Wenn die Filmbranche heuer an den Gestaden des Lago Maggiores zusammenkommt, um bei den 79. Filmfestspielen von Locarno zu feiern, glänzt Österreichs Filmschaffen durch vornehme Absenz – weitgehend. Im Rennen um den Goldenen Leoparden ist keine rot-weiß-rote Produktion vertreten, wie bei der Programmpräsentation des Festivals am Donnerstag deutlich wurde. Aber immerhin auf der Piazza Grande partizipiert das Alpenland ein wenig am Schaulaufen des Cineastischen.

Die Reihe der abendlichen Freiluftaufführungen von Filmen außerhalb aller Wettbewerbe auf dem alten Marktplatz des Ortes ist ein verlässlicher Publikumsmagnet. Hier zeigt heuer der deutsche Regisseur Felix Randau die österreichische Koproduktion “Ich ist ein anderer”, ein Historiendrama über den einstigen Masseur Heinrich Himmlers, bei dem Valerie Pachner die Rolle einer Journalistin übernimmt und Susanne Wuest die der Gattin. Und der gebürtige Wiener Peter Brunner präsentiert hier im Freiluftambiente mit “Down the Arm of God” sein nächstes, US-französisch produziertes Projekt gemeinsam mit Stammpartner Caleb Landry Jones, der hier einen Pastor spielt, der Obdachlosen hilft und damit in Konflikt mit seiner Gemeinde gerät.

17 Filme im Leoparden-Rennen

Im internationalen Wettbewerb bewerben sich 17 Filme um den Leoparden. Mit dabei ist etwa aus Deutschland Regisseurin Ann Oren mit ihrem zweiten Spielfilm “Objet a”, ein Mysterydrama mit Bodyhorrorelementen, für das unter anderem der Urwiener Georg Friedrich vor der Kamera stand. 15 Produktionen umfasst der Wettbewerb “Cineasti del Presente” (“Filmemacher der Gegenwart”). Und immerhin ist Österreich in der Experimentalschiene “Pardi di Domani” vertreten, wo Jyoti Mistry den 17-Minüter “The God That Destroys” über die Kolonialisierung der Sámi durch die Schweden zur Premiere bringt.

Das 79. Internationale Filmfestival von Locarno findet heuer vom 5. bis 15. August statt. Insgesamt laufen 233 Kurz-, Spiel- und Dokumentar- und Experimentalfilme, wie Festivaldirektor Giona A. Nazzaro bekanntgab. Er versprach “eine abenteuerlustige Auswahl voller Überraschungen, die sich den Herausforderungen der Gegenwart stellt”. Der Goldene Leopard und die weiteren Ehrungen sollen am Abend des 15. August auf einer Open-Air-Gala verliehen werden.

(S E R V I C E – www.locarnofestival.ch )

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