50 zusätzliche Fachkräfte

Integration an den Schulen: Mitarbeiterstab wird ausgebaut

Dienstag, 25. Juli 2017 | 15:20 Uhr

Bozen – Zehn zusätzliche Mitarbeiter für Integration werden an Südtirols Schulen im kommenden Schuljahr zur Verfügung stehen, ab 2018/19 sollen weitere 40 hinzukommen. Die Landesregierung hat den Stellenausbau heute auf Vorschlag von Personallandesrätin Waltraud Deeg beschlossen.

An Südtirols Schulen werden seit Abschaffung der Sonderschulen in den 1970er Jahren alle Kinder und Jugendlichen, mit und ohne Behinderung, gemeinsam unterrichtet. Da dies im deutschen Sprachraum nicht die Regel ist, kommt dem inklusiven “Südtiroler Modell” nach wie vor große Beachtung zu. Immer wieder wird in deutschen und österreichischen Medien das Südtiroler Modell als beispielhaft dargestellt.

Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigung an Südtirols Schulen hat allerdings stark zugenommen, wie eine Analyse der für Integration zuständigen Inspektoren der drei Schulämter belegt. Da die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Integration mit 354,4 Vollzeiteinheiten gleich geblieben ist, beklagen die Inspektoren einen Rückgang der Betreuungsstandards.

Um dem entgegen zu wirken, hat Personallandesrätin Waltraud Deeg der Landesregierung heute einen Vorschlag zur Aufstockung der an den Schulen tätigen Integrationsmitarbeitenden vorgelegt. Demnach soll das Kontingent bereits mit dem kommenden Schuljahr 2017/18 um zehn Vollzeitstellen und im Schuljahr 2018/19 um 40 Stellen aufgestockt werden.

Die Landesregierung stimmte dem Ausbau des Mitarbeiterstabs für Integration an den Schulen zu und genehmigte auch die zusätzlichen Kosten von 167.000 Euro im laufenden Jahr, 1.167.000 Euro im Jahr 2018 und 2.500.000 im Jahr 2019. Die heute von der Landesregierung beschlossene Änderung soll über den Nachtragshaushalt auf den Weg gebracht werden, erklärte im Anschluss an die Regierungssitzung Landeshauptmann und Finanzlandesrat Arno Kompatscher. Für Bildungslandesrat Philipp Achammer ist die Aufstockung einem Bekenntnis zum inklusiven Schulmodell gleich.

Von: luk

Kommentare

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5 Kommentare auf "Integration an den Schulen: Mitarbeiterstab wird ausgebaut"


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xyz
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Tratscher
28 Tage 23 h

Viel zu wenig! Wir brauchen kleinere Klassen, mehr Räume und mehr Personal…oder wie kann man 24 Kinder vom behinderten Kind bis zum Überflieger, von 30% Migranten mit unterschiedlichen bis gar keinen Sprachkenntnissen, ADHS-ler, usw. in 50 Minuten individuell fördern?! Das klingt auf dem Papier alles schön und nett-in der Realität ist der Spagat nicht realistisch…
Und Sonderschulen-sind zwar noch verpönt, doch gäbe es Förderklassen, an den Schulen, wo Kinder mit besonderen Bedürfnissen in Kleingruppen auch besonders gefördert würden, wäre das besser als dieses Inklusionssystem, wo am Ende niemand so wirklich gefödert wird…

Neumi
Neumi
Superredner
28 Tage 22 h

… und einheimisches Personal dafür und Bürger, die Willens sind, dafür zu bezahlen.

Tantemitzi
Tantemitzi
Superredner
28 Tage 22 h

Bin gonz deiner Meinung! Inzwischen schaugs ba ins in do Schule so aus, dass Zusätzliche Lehrpersonen lai mehr kenn Sprachförderung für Ausländer mochn weil net mehr Personal zur Verfügung steht! Einheimische Kinder mit Schwächen oder besonderen Stärken kemm zu kurz weil niemand do isch der sie fördern kannt! Gibts a Kind mit Beeinträchtigung noa kemm Zuwanderer Kinder automatisch in die sel Klasse wel sem eh schun a zusätzliche Lehrperson sein muss für die Betreuung von dem Kind mit Beeinträchtigung! Also Klassenlehrerin mecht i in so a Klasse a net sein.

Sag mal
Sag mal
Superredner
29 Tage 16 h

was macht Der auf dem Bodn untn?!!

savada
savada
Neuling
28 Tage 32 Min

Ein guter Anfang! Ich freue mich darüber, dass unsere Kinder mit besonderen Bedürfnissen nach jahrelangen Kürzungen der Betreuungsstunden endlich wieder mehr Unterstützung auf ihrem Weg zur Selbständigkeit bekommen! DANKE!

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