Von: luk
Laas – In Laas fand Ende Januar das Auftakttreffen zu einem neuen internationalen Kooperationsprojekt in der Jugendarbeit statt.
Eine Delegation aus Erdingen (Bayern) hat gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Gemeindeverwaltung, von Vereinen, Eltern, der Jugendarbeit im Vinschgau sowie vor allem mit engagierten Jugendlichen selbst am Rahmen für einen Jugendaustausch gearbeitet, der im Sommer 2026 stattfinden soll.
Einen inhaltlichen Impuls lieferte Jugendarbeiter Florian Pallua. Er skizzierte die Lebensrealität heutiger Jugendlicher, die stark von digitalen Medien geprägt ist. Der frühe und ständige Kontakt mit dem Internet, die Informationsflut sowie der zunehmende Rückzug ins Private stellen neue Herausforderungen für Jugendarbeit und Gemeinden dar.
Freundeskreise seien kleiner geworden und wenig untereinander vernetzt, was es erschwere, Jugendliche zu erreichen. Gemeinden seien zudem oft noch nicht ausreichend auf die Bedürfnisse junger Menschen ausgerichtet. Es brauche mehr Freiräume und Orte, an denen Jugendliche Platz haben und sich entfalten können.
Auch das Phänomen der Radikalisierung wurde thematisiert. Umso wichtiger seien reale Begegnungen außerhalb der digitalen Welt, in denen Jugendliche Selbstwirksamkeit erfahren und soziale Kompetenzen entwickeln können.
Im Anschluss präsentierte Kristin Hüwel, die Geschäftsführerin des Kreisjugendringes Erding die Ergebnisse aus der Evaluierung internationaler Jugendprojekte im Rahmen von Erasmus+. Die Daten zeigen, dass solche Erfahrungen langfristig positive Auswirkungen haben – sowohl auf individueller Ebene als auch für das gesellschaftliche Engagement.
Eine besondere Herausforderung in der interantionalen Jugendarbeit bleibt die Chancengerechtigkeit: Bildungsferne Jugendliche und junge Menschen aus sozial schwächeren Familien nehmen trotz gleichen Interesses seltener an solchen Projekten teil. Hier sind Gemeinden, Schulen und Träger gefordert, gezielt Zugänge zu erleichtern.
Zum Abschluss der Kick-off-Konferenz wurden in mehreren Arbeitsgruppen projektbezogene Fragestellungen vertieft und erste nächste Schritte definiert. Das gemeinsame Ziel: einen lebendigen, inklusiven Jugendaustausch auf den Weg zu bringen – mit nachhaltiger Wirkung weit über den Sommer hinaus.




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