Von: mk
Brixen – Im Marienmonat Mai, genauer gesagt, vom 10. Mai bis 10. Juni 2026, präsentiert der Künstler Peter Unterthurner neun Werke seiner Serie „Alpenmadonna“ im Krankenhaus Brixen. Die Kunstwerke sind auf dem Balkon beim Haupteingang (Gebäude A) sowie im Vorraum der Kapelle (Gebäude A) im Krankenhaus Brixen zu sehen.
Die Ausstellung bringt zeitgenössische Kunst bewusst in einen alltäglichen, sensiblen Raum – dorthin, wo Menschen Hoffnung, Trost und Orientierung suchen.
Peter Unterthurner ist dafür bekannt, seine Arbeiten nicht nur in klassischen Ausstellungsräumen zu zeigen, sondern sie in den Lebensalltag der Menschen zu integrieren. Auch im Krankenhaus Brixen entfaltet sich seine Kunst entlang der Flure – leise, zugänglich und ohne sich aufzudrängen.
Ein zentrales Element der Präsentation ist eine ortsspezifische Installation: Auf einer Säule aus sterilen Abdecktüchern und ausrangierten Arztkitteln ist eines seiner Marienbilder angebracht. Die verwendeten Materialien verweisen auf Pflege, Schutz und Vergänglichkeit – sie tragen Spuren eines Ortes, an dem sich existenzielle menschliche Erfahrungen verdichten. In der Verbindung mit dem Marienbild entsteht ein stiller Dialog zwischen Spiritualität und Medizin, zwischen Fürsorge und Fragilität, der die Rolle des Krankenhauses als Raum der Hoffnung und des Übergangs reflektiert. Ergänzt wird die Installation durch weitere Werke im Vorraum der Krankenhauskapelle.
Über die Bildreihe „Alpenmadonna“
Es handelt sich um 40 zeitgenössische Marienbilder, in denen sich Peter Unterthurner mit historischen Mariendarstellungen auseinandersetzt. Für das Projekt reiste er durch Italien, Österreich, Deutschland, die Schweiz und Slowenien und fotografierte rund 40 Marien-Skulpturen aus bedeutenden Sammlungen – einige davon über 800 Jahre alt.
Die Werke zeigen nicht nur kunsthistorische Entwicklungen von der Romanik über die Gotik bis in den Frühbarock, sondern vor allem die Vielfalt menschlicher Empfindungen. Über Jahrhunderte hinweg wurde die Figur der Maria immer wieder neu interpretiert – als Projektionsfläche für Sehnsüchte, Trost, Strenge oder Zärtlichkeit. Unterthurners Fotografien greifen diese Tradition auf. Mit seiner eigenen Beleuchtungstechnik zeigt Unterthurner diese Skulpturen in nie da gewesenem Licht und schafft so ein neues, zeitgenössisches Marienbild.




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