Von: mk
Bozen – Die Ausstellung „Lichtblicke.“ beleuchtet im Pride Month queere Lebensgeschichten in der Bergbaugeschichte und macht lange übersehene Biografien sichtbar. Sie ist online und vom 29. Juni bis Ende August jeweils drei Wochen lang an den Standorten des Landesmuseum Bergbau Prettau, Steinhaus und Ridnaun zu sehen.
Was haben Pride und Bergbau gemeinsam? Auf den ersten Blick wenig – bei genauerem Hinsehen sehr viel: Bergbaugeschichte erzählt von Arbeit, Körpern, Hierarchien, Kameradschaft, Recht, Migration, Abhängigkeit und Gemeinschaft. Sie wirft die Frage auf, welche Lebensgeschichten kaum überliefert, verschwiegen oder erst in Gerichtsakten sichtbar wurden.
Die Ausstellung „Lichtblicke.“ des Landesmuseums Bergbau nimmt den Pride Month zum Anlass, diese Fragen zu beleuchten. Pride steht für Sichtbarkeit, gleiche Rechte und Solidarität und erinnert daran, dass queere Menschen in vielen Zeiten ausgegrenzt oder verfolgt wurden. Die Ausstellung verbindet diese Themen mit der bislang wenig beachteten Geschichte des Bergbaus und seiner sozialen Ordnungen.
Von der Antike bis heute werden Menschen vorgestellt, deren Verhalten man heute vielleicht als „queer“ beschreiben würde. Bergbauarchive dokumentieren meist nur den Betriebsalltag; persönliche Gefühle, Beziehungen oder abweichende Lebensweisen blieben am Rand. „Lichtblicke.“ rückt diese Ränder ins Licht und macht sichtbar, was zuvor übersehen wurde, von Michelangelo und König Edward II. über Opfer der NS-Verfolgung Homosexueller bis zur einzigen noch im unterirdischen Bergbau tätigen Frau Deutschlands.
Die Ausstellung ist vorerst kostenlos online zugänglich: https://www.bergbaumuseum.it/de/museum/museum-digital/digitale-sonderausstellungen/lichtblicke-2026-1739.html#content. Ab 29. Juni bis Ende August 2026 ist sie zudem kostenlos physisch zu sehen, jeweils drei Wochen lang an den Standorten des Landesmuseums Bergbau Prettau, Steinhaus und Ridnaun.
Die Ausstellung öffnet einen Raum für lange marginalisierte Geschichten und zeigt: Bergbaugeschichte ist immer auch Sozialgeschichte, Körpergeschichte und Beziehungsgeschichte.




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