Boris Charmatz bringt sein Erfolgsstück 10000 gestes nach Bozen

Ode an die Flüchtigkeit des Tanzes

Samstag, 21. Juli 2018 | 20:29 Uhr

Bozen – Boris Charmatz bringt sein Erfolgsstück 10000 gestes nach Bozen, eine Partitur bestehend aus tausenden von Gesten, ohne je eine einzige zu wiederholen. Die zweite Festivalwoche von Tanz Bozen beginnt mit einem Paukenschlag. Nach Aufführungen in Paris, Berlin und London bringt der unkonventionelle, französische Choreograf Boris Charmatz am Montag, 23. Juli in einer exklusiven italienischen Erstaufführung sein jüngstes Stück nach Bozen: 10.000 gestes feiert die Flüchtigkeit des Tanzes: 17 Tänzerinnen und Tänzer führen individuelle Variationen einer Partitur tausender Gesten auf, ohne je eine einzige zu wiederholen. Ein Gewitter an Bewegungen zu Mozarts Requiem.

Stiftung Haydn von Bozen und Trient/Tanz Bozen

Bozner Stadttheater, 23. Juli 2018, um 21.00 Uhr

Boris Charmatz, geboren in Chambery 1973, hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten als einer der bekanntesten Tänzer und Choreografen etabliert. Das Musée de la danse – Centre chorégraphique national de Rennes et de Bretagne, das er seit 2009 leitet, hat er zu einem Treffpunkt für zeitgenössische Künstler gemacht.

Egal ob als Choreograf für das Ballet de l’Opéra von Paris, an dem er ausgebildet wurde, für umfangreiche Projekte oder für site specifics: Der unkonventionelle Boris Charmatz hinterlässt überall seine Spuren und sorgt mit seinen Arbeiten für Staunen.

In 10000 gestes schafft er zur monumentalen Trauermusik Mozarts einen wilden Dschungel aus zum Teil gewaltsamen Bewegungen, wobei jede einzelne Geste nur einmal ausgeführt und nie wiederholt wird. „Es sind Gesten”, erklärt der Autor, „die so schnell verschwinden, dass sie keine Spuren hinterlassen“. Das Stück versteht sich als Ode an die Flüchtigkeit der Tanzkunst und hinterlässt ein perfekt kontrolliertes Chaos. „Diese Flut an Bewegungen, die am Computer generiert sein könnten”, erklärt der Choreograf, „sind das Ergebnis einer reinen handwerklichen Schöpfung. Sie gehen in absolut subjektiver Weise allein von den Körpern der Performer aus. Siebzehn sind es auf der Bühne in Bozen.“ Die Tänzerinnen und Tänzer müssen jede ihrer Bewegungen anders gestalten als die vorhergehenden. So entsteht eine Sammlung an Gesten, die gewissermaßen eine „Anti-Sammlung“ ist. Kein Choreograf würde es je wagen, 10.000 Gesten in eine Choreografie aufzunehmen: 10000 gestes lebt von dieser Idee.

Stiftung Haydn von Bozen und Trient/Tanz Bozen

Weitere Veranstaltungen im Programm von Tanz Bozen:

Sparkasse am Waltherplatz, Bozen um 18.00 + 18.45 + 19.30 Uhr

MK “Veduta”

Choreografie: Michele Di Stefano (Vormerkung an der Theaterkasse des Stadttheater Bozen erforderlich)

Stadttheater Bozen, Studio um 20.00 Uhr

DIEGO TORTELLI

“Pasiphae”

Choreografie: Diego Tortelli

Von: ka

Bezirk: Bozen

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