Trauer um verunglückten Franz Winkler, SHB-Mitglied und lieber Freund

SHB: Kranzniederlegung am faschistischen Internierungslager

Samstag, 25. April 2026 | 20:12 Uhr

Von: ka

Blumau – Eine Delegation des SHB legte am Gedenkstein in der Breitenstraße in Blumau einen Kranz für die Internierten des KZ Campo Isarco nieder und gedachte mit zwei Rosen mit schwarzer Trauerschleife auch eines verlorenen Freundes. So beging sie den sogenannten Tag der Befreiung.

Noch fassungslos über den Tod von Franz Winkler aus Wangen, den wir alle gekannt und geschätzt haben, wollten wir hier zeigen, dass er unvergessen ist. Zwei Rosen, weiß und rot, legen wir hier nieder für unseren Franz. Möge er in Frieden ruhen, so SHB-Obmann Roland Lang.

Das italienisch-faschistische Internierungslager in Blumau geriet bald nach dem Zweiten Weltkrieg in Vergessenheit. Besonders die italienischen Politiker machten lieber auf das nazideutsche Durchgangslager in der Reschenstraße in Bozen aufmerksam, das natürlich weitaus brutaler und gewalttätiger war.

Das von den Faschisten errichtete wurde in den amtlichen Papieren als Konzentrationslager (Campo di concentramento) bezeichnet. Zeitweise waren hier an die 3.000 Personen eingesperrt! Bewacht von 66 Scharfschützen, Stacheldraht, Schwarzhemden und tägliche Appelle keinen Zweifel aufkommen.

Beide Orte sollten uns daran erinnern, welche Opfer notwendig waren, um zwei verbrecherische Regime niederzuringen. Diese Gedenkfeier und die beiden Publikationen „Italiens vergessenes Konzentrationslager Campo Isarco“ und „Tagebuch eines Wachsoldaten“ für deren Abfassung ich mich im Namen des Südtiroler Heimatbundes herzlich beim Autor Günther Rauch bedanke, sollen eine späte Würdigung dieser Freiheitskämpfer sein.

Möge der zur Mahnung aufgestellte Gedenkstein uns stets daran erinnern, dass hier Menschen verschiedener Völker inhaftiert waren. Gerade jetzt, wo es an vielen Punkten der Erde brennt! Und außerdem eine Mahnung sein unsere Freiheit zu verteidigen.

SHB/Roland Lang

SHB: Blumengruß für Kaiserin Zita

Der diesjährige Kulturausflug des Südtiroler Heimatbundes war einer Busfahrt zu unserer Sprachvergangenheit gewidmet. In den 7 Gemeinden auf der Hochfläche von Asiago/ Slege verstarb 2016 der letzte zimbrisch/ tautsche Muttersprachler, somit ist die Sprache erst vor kurzem ausgestorben, so Reiseleiter Thomas Winnischhofer. Überrascht waren alle über die einsprachigen deutschen Straßennamen.

In Roana/ Robaan erwartete uns im Museum über die zimbrisch-alt-deutsche Sprache und Kultur der 7 Gemeinen (museo della cultura e tradizione cimbra) der ehrenamtliche Mitarbeiter Flavio.  Er erzählte uns die Geschichte der deutschen Siedler auf der Hochfläche von Asiago/Slege. Aus seinen Erklärungen war zu entnehmen, dass die sieben Gemeinden von 1310 bis 1807 eine weitgehend eigenständige deutsche Bauernrepublik war.

Nach einem guten und üppigen Mittagessen besuchte die Reisegruppe das Wassermuseum Kaberlaba in Asiago/ Slege. Dort erfuhren die Teilnehmer, dass es auf der Hochebene ausgiebigen Niederschlag gibt, aber das Karstgestein das Wasser ungehindert versickern lässt.  Ein Ziel der privaten Betreiber des Wassermuseums ist die Vermittlung von Wissen über Wasserressourcen aus wissenschaftlicher, historischer, sozialer und künstlerischer Perspektive. Weiters die Förderung und Verbreitung einer Kultur des Wassers als unverzichtbare Ressource und Gemeingut, nicht als Ware.

Heimwärts stand noch der Besuch der Zitakapelle auf dem Vezzenapass auf dem Programm.  Sie steht auf 1515 Metern Höhe am Weg, der zum Gipfel des Kleinen Mittagskofels führt.  Erbaut wurde sie von den Soldaten des 10. Battalions aus der Steiermark, während des ersten Weltkrieges nach einem Projekt des Leutnants Kielmannsegg. In den Monaten zuvor war bereits ein kleiner Bergfriedhof für die gefallenen Soldaten angelegt worden. Die Namensgebung galt der neuen Kaiserin, Zita von Bourbon, der Frau von Karl I, der nach dem Tod von Kaiser Franz Josef (21. November 1916), seinem Großonkel, auf den Thron gestiegen war.

Mit einem Blumengruß zollten die Teilnehmer der letzten österreichischen Kaiserin Zita und allen Gefallenen des 1. Weltkrieges ihren Dank für die Verteidigung Tirols.

Mit vielen Informationen über die Geschichte der 7 Gemeinden reicher ging es dann Richtung Bozen heimwärts!

Bezirk: Bozen

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