Soziale Mobilität

Südtirols Schule baut soziale Ungleichheit ab

Freitag, 07. April 2017 | 16:26 Uhr

Bozen – Das AFI | Arbeitsförderungsinstitut hat die Testergebnisse von Südtirols Schulen aus der PISA-Studie von 2015 und die schulischen Leistungen nach sozioökonomischen Merkmalen analysiert. Es stellt sich heraus, dass in Südtirol die sozial bedingten Leistungsunterschiede zwischen den Schülerinnen und Schülern deutlich geringer ausfallen als in Italien und im Durchschnitt der OECD-Länder.

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Von allen Schülerinnen und Schülern erreicht das Viertel mit dem niedrigsten sozioökonomischen Status im Mittel 489 Punkte, das Viertel mit dem höchsten sozioökonomischen Status hingegen einen Leistungsdurchschnitt von 544 Punkten. Die sozial bedingte schulische Leistung schlägt also in Südtirol mit 55 Punkten Unterschied zu Buche, in ganz Italien aber mit 76 und in den OECD-Ländern, im Durchschnitt, gar mit 88 Punkten.

Berücksichtigt man in der PISA-Studie von 2015 den ESCS-Index (index of economic, social and cultural status), schneiden die Südtiroler Schülerinnen und Schüler übrigens, mit einem Durchschnitt von 516 Punkten, insgesamt besser ab als der OECD-Durchschnitt (494 Punkte), Italien (484 Punkte) und besser als die Mehrheit der europäischen Staaten. „PISA zeigt unterm Strich, dass die Südtiroler Schule Spitzenergebnisse erzielt und die sozial benachteiligten Schülerinnen und Schüler nicht hinten lässt“, erläutert AFI-Mitarbeiter Lorenzo Vianini.

„Sozial schwächere Schülerinnen und Schüler haben nachweislich geringere Erfolgschancen, aber der im internationalen Vergleich geringere Abstand der Schulleistungen zwischen den Gesellschaftsschichten zeigt, dass die Südtiroler Schule soziale Ungleichheiten abzufedern und zu überwinden vermag“, stellt AFI-Präsidentin Christine Pichler fest. „Die Bildung ist ein wichtiger Bestandteil der sozialen Mobilität da sie den Einfluss des sozioökonomischen Status auf den Lebenserfolg verringern kann.“

Der PISA-Test hat die naturwissenschaftlichen Kompetenzen von fünfzehnjährigen Schülerinnen und Schüler in den Mitglieds- und Partner-Staaten der OECD erhoben und diese mit dem sozioökonomischen Status der Teilnehmer (ESCS) verbunden. Die ESCS-Daten sind für Südtirol und für weitere 52 Regionen verfügbar. Dazu Forschungsmitarbeiter Luca Frigo vom AFI: „Obwohl auf Naturwissenschaften eingeschränkt, sind diese Ergebnisse zweifelsfrei relevant und belegen die Fähigkeiten der Südtiroler Schulen, Chancengleichheit herbeizuführen und zu fördern.“

Zur Erinnerung: Das AFI hatte im Jahr 2016 die Tagung „Eine Panne im sozialen Aufzug?“ organisiert. In diesem Rahmen hatten die Experten bereits auf den großen Einfluss des sozioökonomischen Status auf die Leistungen der Studenten hingewiesen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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1 Kommentar auf "Südtirols Schule baut soziale Ungleichheit ab"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
gauni2002
gauni2002
Superredner
16 Tage 8 h

das soziale Ungleichgewicht liegt am Elternhaus, und dieses ist unbeseitigbar. Und dass Kinder von sozial Benachteiligten weniger Aufstiegschancen haben, das liegt sehr oft an fehlenden Beziehungen bei der Bewerbung im späteren Arbeitsalltag. 

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